Noch einmal ordentlich Kurven fahren

TOURBERICHT LAGO DI GARDA
Freitag, 23. September 2011 | 6. Tag

Zum letzten Mal in dieser Woche brechen wir zu einer Motorradtour am Gardasee auf. Wieder scheint die Sonne, wenngleich es des morgens ein wenig diesig geworden ist. Nicht weiter schlimm, so sind die Temperaturen wenigstens noch im angenehmen Bereich.

Wieder geht es nach Norden, Richtung Arco und wieder fahren wir zunächst auf der Schattenseite der beeindruckenden Bergmassive, die sich wie gewaltige Querriegel vor den Lago di Garda geschoben haben. Bei Deno geht es rechts ab, den Monte Bondone hinauf. Auf gut 1600 Meter schraubt sich das gut ausgebaute Sträßchen, um sich dann in vielen Kurven und Kehren wieder ins Tal zu stürzen – nicht ohne einen kurzen Fotostopp am „Gipfelparkplatz“.

In Trento wird´s – wie immer – ein wenig knifflig: viel Verkehr, zahlreiche Kreisel, ambitioniert fahrende Italiener und viel zu kurze Beschleunigungsspuren, rauf zur Schnellstraße, fordern die volle Konzentration. Noch vor Lavis biegen wir rechts ab und hoffen darauf, nahe des schon weithin sichtbaren Kirchturms von Meano eine kleine Bar zu finden. Die finden wir denn auch, so dass ein kurzer Kaffeestopp fast schon obligatorisch ist.

Auf kurvenreicher Strecke geht es durchs Valle Pine, vorbei an zwei herrlich gelegenen Bergseen. Dann erreichen wir mit dem Val dei Mocheni eine deutsche Sprachinsel mitten im Tessin. Eine deutsche Minderheit siedelte sich hier im Mittelalter an, um in den Bergen nach Gold und Quarz zu suchen. Angeblich lehnen die Menschen im „Fersental“ noch heute den technischen Fortschritt ab.

In Pergine erreichen wir das Valsugana und setzen gleich den Blinker links, um auf einer ganz schmalen, dafür aber um so kurvenreicheren Straße nach Vetriolo Terme zu fahren. Kaum haben wir das Hochplateau erreicht, fahren wir direkt auf ein kleines Restaurant mit sonnendurchfluteter Terrasse zu. Genau der richtige Platz für unsere Mittagsrast.

Nach einer ordentliche Portion Spaghetti bolognese und leckerem gelato con lamponi caldi zum Nachtisch (Eis mit heißen Himbeeren) stehen wir gut 50 Kilometer später auf dem 2047 Meter hohen Passo Manghen und genießen die Aussicht. Die dunklen Wolken, die uns bei der Anfahrt ein wenig erschreckt hatten, haben sich verzogen, so dass wir den Aufenthalt unterm Gipfelkreuz richtig genießen können.

Jetzt geht es zurück nach Trento. 112 Kilometer zeigt das GPS noch bis zum Hotel an. Bei Vezzano wird es Zeit für die letzte Kaffeepause. Wir sitzen am Marktplatz und beobachten das muntere Treiben. Die Schule ist gerade aus und viele Kinder warten auf den Bus nach Hause. Da ist ganu schön was los. Uns gegenüber entdecken wir einen Alimantari und nutzen die Gelegenheit, noch etwas leckere italienische Salami mit nach Hause zu nehmen.

Eine halbe Stunde später sind wir im Hotel. Jetzt werden die Motorräder verladen, sind doch nicht alle auf „eigener Achse“ sondern teilweise mit Auto und Hänger angereist. Bei gut 750 Kilometer Wegstrecke von Frankfurt bis nach Nago Torbole keine schlechte Variante.

Testfahrt:

Auch die Triumph wird im Begleitbus verzurrt. Heute war Klaus-Dieter mit dem quirligen Dreizylinder unterwegs. Der ließ sich doch ein wenig agiler fahren als die Yamaha Bulldog, mit der er ansonsten unterwegs ist. Vor allem musste in engen Kehren nicht mit schleifender Kupplung gezaubert werden, um um die Ecken zu kommen – die 800er lässt sich fahren wie ein Fahrrad. Fällt allerdings beim Wenden auf schmaler Straße auch schon mal um. Ein paar Kratzer am Sturzbügel trüben den positiven Eindruck, werden aber letztlich unter Erfahrungswerte abgebucht. Abgebrochen oder verbogen ist nichts; allein das ist schon gut.

Ingesamt haben alle „Testfahrer“ ein mehr als positives Fazit gezogen. Mit der XC 800 scheint Triumph ein guter Wurf gelungen. Alle waren begeistert; zwei der Teilnehmer werden in Bälde wohl den Dreizylinder in der Garage stehen haben. Alle anderen hat eigentlich nur die Kette „gestört“, die konstruktionsbedingt aber auch beim Konkurrenzmodell F 800 von BMW zu finden ist.

Leider konnten aus Zeitgründen nicht alle Interessenten mit der Triumph fahren – vielleicht sollten wir im nächsten Jahr mal ein Testwochenende im Taunus anbieten? Was haltet Ihr davon?

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