Endlich wieder Motorrad fahren

Die ersten Touren hatten wir leider absagen müssen: unter anderem das geplante Wochenende „Frühlingserwachen an der Lahn“ oder den gut einwöchigen Saisonstart im Salzkammergut. Um Fronleichnam aber scheint das Reisen wieder möglich, wenn auch nicht zum eigentlich geplanten Ziel. 

Am Samstag vor dem Fronleichnam-Wochenende habe ich schon mal einige der geplante Strecken erkundet.

In den Thüringer Wald sollte es von Donnerstag bis Sonntag gehen, aber die Inzidenz ist im Nachbarland noch erschreckend hoch. Keine gute Grundlage für eine verlässliche Planung. Also wird (wieder einmal) eine Alternative  gesucht.

Rheinland-Pfalz bietet sich an. Die Hotels öffnen auch im Hunsrück so langsam wieder für Touristen, Außengastronomie ist mit Test und Maske möglich. Klingt verlockend, auch wenn die Auflagen ein völlig unbeschwertes Reisen noch nicht zulassen. Aber nach der Devise „Hauptsache Moppeds fahren“ werden wir das schon irgendwie hinkriegen.

Die Info-Mail an alle Teilnehmer unserer Touren verfehlt ihre Wirkung nicht. Mit jedem Tag wächst die Zahl der Anmeldungen. Endlich wieder zusammen unterwegs sein – nach eineinhalb Jahren Quarantäne ein zu verlockender Gedanke. Am Ende sind wir 19 Biker – darunter drei Sozias – die vier kurzweilige Tage auf zwei Rädern miteinander verbringen wollen. 

Auf herrlich kleinen Straßen wie dieser werden wir unterwegs sein.

Unsere Wahl fällt auf das „Haus Karrenberg“ nahe Kirchberg. Vor Jahren haben wir hier mal ein Sommerfest gefeiert; das Hotel ist uns insofern noch in guter Erinnerung. Vor allem: der Wunsch nach reichlich Einzelzimmern wird bereitwillig erfüllt. Elf haben wir gebraucht, dazu noch vier Doppelzimmer. Die zu bekommen ist nicht immer selbstverständlich. Hier hatten geklappt.

Die Lage ist für ein langes Wochenende ideal. Vom Hunsrück aus liegen die Mosel, die Pfalz, die Eifel und der Rheingau quasi direkt vor der Tür. Ein ideales Motorradrevier mit einer Vielzahl an kleinen, wenig befahrenen und zudem herrlich kurvenreichen Straßen. Genau nach unserem Geschmack.

Auf Nebenstraßen unterwegs, davon können wir garnicht genug bekommen.

Schnell sind vier abwechslungsreiche Routen geplant; die Suche nach passenden Einkehrmöglichkeiten gestaltet sich hingegen schwieriger. Viele Lokale haben noch nicht oder nur zu stark eingeschränkten Zeiten geöffnet. Das passt nicht immer zu unseren Planungen. Auch erweisen sich die Corona-Auflagen immer wieder als Hemmnis. Vorerst dürfen wir nur draußen sitzen. Bei manchem ist die Terrasse zu klein, dürfen doch immer nur zwei Haushalte zusammen sitzen – es sei denn, man ist seit mehr als 14 Tagen vollständig geimpft. Dann gibt es keine Beschränkungen mehr. Folglich brauchen wir für 19 Personen sieben Tische, die in einem bestimmten Abstand von einander stehen müssen. Alles nicht so einfach. 

Oder die Rahmenbedingungen passen nicht. In der Pfalz hatten wir ein schönes Lokal inmitten der Gemarkung gefunden. „Wir liegen exponiert auf einer Anhöhe. Da ist es manchmal ganz schön windig. Wenn es dann nass wird, muss ich die Schirme zumachen, weil die mir sonst kaputt gehen“, meinte der Gastwirt. Die Aussicht, gegebenenfalls völlig ungeschützt im strömenden Regen das Mittagessen einnehmen zu müssen, weil Innengastronomie noch verboten war, erschien uns nicht so verlockend. Also musste eine Alternative gefunden werden. Denn die Wettervorhersage kündigte fürs Wochenende bereits den einen oder anderen kräftigen Schauer an.

Fotostopp nahe Zell – wir sind an der Mosel.

Letztendlich hatten wir bis zum Tourstart für jede Pause das passende Lokal gefunden. Auch beim „Dicken Hennes“ konnten wir schließlich wie geplant zum Kaffeetrinken einkehren; das war allerdings bis zum Schluss fraglich gewesen.

Blieb noch das „Problem“ mit dem Testnachweis. Bei der Ankunft musste im Hotel das negative Ergebnis eines „amtlichen“ Schnelltests vorgelegt werden. Das war dann 48 Stunden gültig und musste folglich während unseres Aufenthalts einmal erneuert werden. In den Lokalen, in denen wir einkehren wollten, durfte der Test aber nicht älter als 24 Stunden sein. Warum es diese Differenzierung gab und warum im Hotel – in dem wir beim Frühstück und Abendessen längere Zeit in geschlossenen Räumen relativ dicht beieinander saßen – nur alle zwei Tage getestet werden musste, da wo wir mit großen Abständen für kurze Zeit im Freien zum Kaffeetrinken oder Mittagessen beisammen waren, aber alle 24 Stunden, konnte mir keiner sagen. Umgekehrt hätte ich es ja vielleicht noch verstanden … 

Wie also schaffen wir es, dass 17 von 19 Teilnehmenden am Freitag, Samstag und Sonntag so frühzeitig getestet werden, dass wir um jeweils 9 Uhr starten konnten? Das war die große Frage. Der Besuch im nahegelegenen Testzentrum erschien uns zu zeitaufwendig, zumal dieses nicht jeden Tag geöffnet hatte. Auch hier wusste man im „Hotel Karrenberg“ Rat. Kurzerhand wurde für Freitagmorgen, 8 Uhr, die örtliche Apothekerin zum „Massentest“ gebeten, am Samstag die Zahnärztin – und für den Sonntag bestätigte man uns im Hotel das Ergebnis des Selbsttests. Ein toller Service, der sicher nicht selbstverständlich ist. Nochmal ein herzliches Dankeschön für dieses außerordentliche Engagement. 

Den Samstag vor der Tour nutzte ich, um schon mal einen Teil der Strecke abzufahren. Insbesondere wollte ich herausfinden, wie weit es zur „Moselschleife“ war? 700 Meter oder gut 10 Minuten zu Fuß – das sollte zu schaffen sein. Zumal der kleine Spaziergang die meiste Zeit durch den schattigen Wald führt.

Auch der Abstecher zur „Achterhöhe“ scheint „zumutbar“. Keine fünf Minuten zu Fuß und man steht am „Skywalk“, der einen tollen Blick ins Tal – und bei schönem Wetter bis zum Nürburgring bietet.

Fünf Tage später konnten wir ins lange Fronleichnam-Wochenende starten, zur ersten gemeinsamen Tour in diesem Jahr. Mittags um 12:30 Uhr sollte es losgehen.

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Die Route der „Vortour“ haben wir in einem kleinen „Relieve-Video“ festgehalten

Die Route der Vortour fürs Fronleichnam-Wochenende

Rückfragen zu dieser und allen andern von uns angebotenen Touren gerne per Mail an kurvenfieber@mac.com

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