Satt und zufrieden

Heute stehen die Oberitalienischen Seen auf dem Programm. Und das heißt: wir müssen durch Lugano, was zumindest auf dem Rückweg kein Spaß werden dürfte. Auch die Fahrt entlang des Comer Sees wird wieder mal eine Herausforderung sein. Aber der Rest: die pure Lust 😉

Strahlender Sonnenschein schon am frühen Morgen. Besser könnte der Tag nicht beginnen.

Da stört es auch nicht, dass die Kaffeemaschine ihren Geist aufgegeben hat, bringt die fleißige Bedienung doch den Wachmacher tassenweise an den Tisch.

Kurz nach neun starten wir dann. Zuerst macht sich Dieter mit seiner Gruppe auf den Weg. Wir folgen im Minutenabstand.

Es geht zunächst über die Schnellstraße Richtung Bellinzona. Bei Gudo zweigen wir scharf recht ab und erreichen bald darauf Cadenazzo. Auf der Nationalstraße 2 fahrend, erklimmen wir den Monte Ceneri und fahren weiter nach Lugano. Noch hält sich der Verkehr in Grenzen.

Bei Maroggia schlägt es uns dann in die Berge. Eine ganz schmale und kurvenreiche Straße führt stetig bergan und fordert volle Konzentration. In Arogno dürfen wir den Abzweig zur Grenze nicht verpassen. Eine enge Serpentinengruppe nötigt uns noch einmal Respekt ab, dann stehen wir mitten im Nirgendwo vor zwei Zöllnern, die uns mit ernster Miene fragen, ob wir Waren mitführen würden?

Kaum haben wir die Grenze zu Italien überquert, stellen wir fest, dass die letzten vier Motorräder fehlen. Jeder beteuert, seinen Hintermann noch gesehen zu haben – doch irgendwie ist die Gruppe nicht mehr komplett.

Da schauen wir jetzt irgendwie angestrengt aus der Wäsche. Also rumdrehen und suchen. Schnell klärt sich, was passiert war: der Hintermann musste in die Büsche, der Vordermann hat nicht aufgepasst und schon war es passiert. Irgendwie bei jeder Tour einmal ;-(

Wenig später haben wir den „Balkon Italiens“ erreicht und genießen die phänomenale Aussicht von den Fundamenten einer Seilbahnstation, die nie fertig gebaut wurde.

Trotz des kleinen Missgeschicks, das uns gut eine halbe Stunde Zeit gekostet hat, gönnen wir uns noch eine Kaffeepause im „La Baito“.

Weiter geht’s auf abenteuerlichen Straßen. An der kleinen Kirche von San Carlo legen wir noch einen Fotostopp ein, fasziniert uns das sakrale Bauwerk barocken Ursprungs und der dahin führende „Kreuzweg“ (?) doch immer wieder.

Dann wird es Zeit für die Mittagspause. Die wollen wir im Hotel „La Torre“ in Castiglione einlegen. Eine äußerst gute Wahl! Annalisa erwartet uns schon und umsorgt uns liebevoll. Eine kalte Platte mit Wurst, Schinken aber auch einer Fischauswahl würde sie als Vorspeise vorschlagen und dann Risotto mit Steinpilzen oder Pasta mit Speck. Wir können uns nicht entscheiden und sagen zu allem Ja.

Kaum zu glauben, was uns im Anschluss aufgetischt wird. Schon die „prima piatti“ weiß uns zu begeistern. Sowohl der Fisch …

wie auch die Schinkenplatte. Und alles schmeckt soooo lecker 😉 –

Auch die Hauptspeise ist ein Genuß. Risotto und Pasta vom Feinsten.

So mancher fragt sich nach dem Essen, ob er jetzt noch in die Jacke passt.

Kurz darauf erreichen wir den malerischen Comer See, genießen auf den ersten Kilometern erstaunlich freie Fahrt auf der Uferstraße, um dann doch irgendwann im Stau zu stecken. Die engen Ortsdurchfahrten sind einfach nicht für zwei sich begegnende Busse gemacht.

Bei Menaggio halten wir uns Richtung Schweiz und schlagen uns bald wieder in die Berge, um dem starken Verkehr zu entgehen. Der Plan funktioniert, erst kurz vor Porlezza erreichen wir wieder die SS340.

Es ist Zeit für eine Kaffeepause, die wir in einer Gelateria mit Seeblick einnehmen. Das Spaghetthi-Eis ist obligatorisch …

… der Blick auf den Luganer See sensationell.

Dann wird es bitter! Denn auf den nächsten 45 Kilometern herrscht ununterbrochener Stopp-and-go-Verkehr. Wobei wir noch Glück haben, geht in der Gegenrichtung schon lange gar nichts mehr. Eine echte Katastrophe. Wir kämpfen uns durch – im wahrsten Sinne des Wortes – und erreichen mit deutlicher Verspätung unsere Unterkunft, das wunderbare Hotel Mulino in Ascona.

Nach der Dusche wartet wieder ein leckeres Abendessen auf uns – und heute auch ein Grappa.

Morgen wollen wir dann ins Versasca-Tal fahren. Die letzte Tour für diese Woche.

2 Antworten zu “Satt und zufrieden

  1. Sag mal, war das als Schlemmertour ausgeschrieben? Zumindest liest sich das so 😎. Euch noch eine tolle Freitagstour.
    LG Uli

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