Mit dem Handy navigieren?

Ich bin mir ja immer noch unsicher, ob ein Handy auf Dauer die Vibrationen und Erschütterungen aushält, die beim Motorrad fahren nicht zu vermeiden sind. Trotz vermeintlicher Entkopplung wird der eine oder andere kräftige Stoß das Hightech-Gerät doch ordentlich durchschütteln. Andererseits hatte einer unserer Teilnehmer sein Telefon bei einer unserer Endurotouren an den Lenker geschraubt – und es funktionierte immer noch. Kann also so schlimm dann doch nicht sein.

Weshalb ich mir Gedanken mache? Navigon hat vor kurzem eine Navigations-Software speziell für Motorradfahrer auf den Markt gebracht. „Cruiser“ heißt diese und läuft auf dem iPhone/iPad sowie auf Android-Geräten. Ich habe sie mal ausprobiert und bin begeistert. Wer gut 60 Euro investiert, erhält das Europa-Paket mit allen Karten für unbegrenzte Zeit, wer erst mal testen will kann für 3,99 Euro einen Monat oder für 19,99 Euro ein ganzes Jahr die Software nutzen.

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Der Bildschirm ist aufgeräumt, die Navigation klar und verständlich. Angezeigt werden Geschwindigkeitsbegrenzungen, Uhrzeit und Ankunftszeit sowie die zu fahrende Strecke in Kilometern. Wer mag, kann unterwegs mit Hilfe eines „Wow-Buttons“  überall da Wegpunkte setzen, wo schöne Strecken oder schöne Orte nicht in Vergessenheit geraten sollen – vorausgesetzt die Handschuhe lassen eine Bedienung des Displays zu.

Der Clou ist, dass „Cruiser“ nicht nur Tankstellen und Restaurants entlang der Strecke anzeigt sondern auch den wahrscheinlichen Wetterverlauf. So hat man zumindest eine Ahnung, ob der Tag trocken bleibt oder unterwegs möglicherweise Regen droht.

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Bei der Streckenauswahl bietet das Programm mehrere Möglichkeiten an. Mit dem oberen Schieberegler legt man fest, ob man relativ direkt oder ein einem weiten Schlenker sein Ziel erreichen möchte. Mit dem unteren Regler trifft man eine Auswahl der Straßen: von „Autobahn zulassen“ bis „nur über kleine Straßen fahren“ ist alles möglich. Schon allein das Rumspielen und Testen macht Spaß. Und die Ergebnisse überzeugen – wenngleich sie nicht an eine händisch geplante Route auf dem PC (etwa mit MapSource oder Basecamp) heranreicht.

Ebenfalls möglich sind Rundtouren. Hier legt man zudem fest, wie viele Kilometer man zwischen Start und Ziel fahren möchte und „Cruiser“ schlägt eine entsprechende Strecke vor. Die Software lässt sich übrigens auch beim Autofahren verwenden, wenn man mal abseits der Schnellstraßen unterwegs sein möchte.

Im Vergleich mit der „Auto-Navigation“ aus dem gleichen Hause fällt auf, dass „Cruiser“ nicht vor Staus auf der Autobahn warnt. Das ist unverständlich.

Ein weiteres Manko: Geplante Routen können (noch) nicht als gpx-Datei exportiert werden. Hier wird aber möglicherweise demnächst nachgebessert. Erste Updates werden bereits angeboten. So kann das Handy jetzt auch im Querformat genutzt werden, was bislang nicht möglich war.

Wer „Cruiser“ mal ausprobieren will: die ersten Tage nach dem download ist eine kostenlose Nutzung möglich. .

6 Antworten zu “Mit dem Handy navigieren?

  1. Ulrich Niederdräing

    Als super Alternative für Androids sollte man CALIMOTO ausprobieren. Bei ner Tour durch Eifel, Saarland, Pfalz, Westerwald und Bergisches war diese voll überzeugend. Die Version für Apple ist in Arbeit.
    Gruß
    Uli

  2. Bei Schönwetter und kurzen Touren: ok. Für echte Reisen taugt das Smartphone am Lenker nicht.

    • Auf einer großen Tour würde ich es wohl nur als „backup“ nutzen. Bei Regen ist eine Schutzhüllen nötig, die schränkt dann schon wieder die Sichtbarkeit ein … aber für die kleine Tour ums Eck, schon toll – wie Du ja auch schreibst.

  3. Danke für den Tipp. Als langjähriger Apple-Nutzer werde ich mich noch gedulden müssen. Bin gespannt, wann diese Version auf dem Markt kommt.

  4. Moin Uwe , danke aber ich probiere Cruiser bereits seit einiger Zeit . Finde es schon in der derzeitigen Fassung genial. Meine Samsung-Nervensäge ist spritzwassergeschützt u ich experentiere m praktikablen wasserdichten Allroundhalterungen. Mal sehn wie das in Friaul klappt . Bis bald. VlG dein K

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