Monatsarchiv: Juni 2011

Und wieder nur Sonne

Während es zu Hause kalt ist und regnet, haben wir einen weiteren Tag Glück mit dem Wetter. Die Sonne scheint und bis zum Nachmittag trübt kein Wölkchen den Himmel.

Von Tiefencastel aus geht es, zunächst auf einer schmalen Nebenstraße, Richtung Savognin und dann den Julierpass hinauf. Ein kurzer Fotostopp an den römischen Säulen, dann den Silvaplanersee entlang zum Maloja.

Auf dem Weg nach Chiavenna bieten sich immer wieder Abstecher in die neben der Hauptroute liegenden Dörfchen an. Handtuchbreit sind da die Straßen, trotzdem fährt hier der Postbus. Deren Fahrer sind in der Regel sehr motorradfahrer-freundlich eingestellt und nehmen auf den Pass-Straßen schon mal das Gas weg, um Platz zum Überholen zu schaffen.

In Italien angekommen, biegen wir ab zum Splügen. Die zehn engen, unübersichtlichen und noch dazu recht steilen Kehren im oberen Drittel sind immer wieder eine fahrerische Herausforderung. Oben auf dem Splügen angekommen erreichen wir die Grenze zur Schweiz und stürzen uns gleich wieder hinunter ins Tal des Hinterrheins.

Dann wartet der alte San Bernadino-Pass auf uns. Kurven- und serpentinenreich geht es hoch auf knapp über 2000 Meter. Ein Fotostopp am alten Hospiz und schon fahren wir wieder hinunter uns Tal. Wir sind jetzt in der italienisch-sprachigen Schweiz und nähern uns dem Tessin.

Nahe Bellinzona steigen die Temperaturen auf „unerträgliche“ 30 Grad. Zeit, wieder in die Berge abzuzweigen. Bei Biasca setzen wir den Blinker rechts und fahren zum Lukmanier. Der letzte Pass für diesen Tag und geradezu gemacht zum „ausrollen“.

Dunkle Wolken brauen sich über dem Gotthardmassiv zusammen. Ob das Wetter halten wird? Doch bald schon reißt der Himmel wieder auf und wir erreichen im Sonnenschein Disentis. Hier wollen wir zwei Nächte bleiben, um morgen alle Pässe rund um den Gotthard fahren zu können. Noch soll es in der Schweiz schön und trocken bleiben; zumindest noch am Dienstag.

Petrus hatte ein Einsehen

Die Regenfahrt am Samstag: vergessen. Als am Sonntagmorgen um 6 Uhr (!) die Kirchturmglocken läuten genügt ein verschlafener Blick aus dem Fenster und schon ist klar: heute wird ein guter Tag werden. Dass, was da draußen rauscht ist nur die Albula, die direkt am Hotel vorbei fließt.

Nach dem ausgiebigen Frühstück geht’s kurz nach 9 Uhr los. Erstes Ziel ist Filisur. Ein Fotostopp am Landwasserviadukt wäre schön. Zwei zuvor im Garmin gesetzte Wegpunkte nahe der Eisenbahntrasse schaffen zumindest theoretisch die Möglichkeit eines guten Bildes. Vor Ort sieht jedoch alles anders aus. Die Schienen verschwinden irgendwo im Wald, von der Brücke ist hier nichts zu sehen. Dafür gibt’s ein Bild von grasenden Kühen unter Bäumen.

Der erste Paß an diesem Morgen ist der Albula. Von da aus geht es weiter zum Bernina. Kurzer Fotostopp am Bahnübergang mit Blick auf den verschneiten Gipfel nebst Gletscherzunge, dann ist die Passhöhe erreicht. Jetzt heißt es aufpassen, um
bei der Bergabfahrt den Abzweig nach Livigno nicht zu verpassen.

Während Dieters Gruppe kompakt beieinander bleibt, hat sich bei Uwe ein Bus in die Motorradfahrer gedrängelt. Und so verpasst einer der Teilnehmer den Abzweig, in dem verzweifelten Versuch, doch irgendwie an dem riesigen Gefährt vorbei zu kommen. Man kann ja nicht auf alles achten …

Eine halbe Stunde später sind alle wieder zusammen. Nach dem fast schon obligatorischen Tankstopp in der zollfreien Zone geht es Richtung Bormio und von da zum Umbrail. Uwe unternimmt noch einen kurzen Abstecher hoch zum Stilfser Joch, wo am Sonntagnachmittag riesiger Rummel ist.

Wie schön ist da doch die Fahrt über den abgeschiedenen Umrail. Offenpass und Fluela schließen sich an, dann ist die Runde für heute perfekt. Kurz nach 18 Uhr sind beide Gruppen wieder im Hotel.

Schön war’s, vor allem sonnig und trocken. Morgen geht’s Richtung Sankt Gotthard. Und der Wetterbericht schaut gut aus.

Trügerische Hoffnung

Diesmal sollte der Wetterbericht zutreffen. Von ausgiebigen Schauern am Alpenrand war die Rede – und die gab es zu genüge.

Zu Hause war das Wetter noch wie im April. Erst Regen, dann Sonnenschein und zur Abwechslung ein paar dunkle Wolken – die aber ohne Regen oder Sonnenschein. Also: vorsichtshalber die Regenkombi über die Gore gezogen und auch die „Gummifüße“ für die Stiefel rausgekramt. Ergebnis: bis Ulm war’s weitgehend trocken!

Dann aber kam es dicke: Regen, Regen, Regen – mal mehr, mal weniger, aber ununterbrochen. Die Fahrt durch den stickigen Pfändertunnel bei Bregenz, oft ein Graus, jetzt regelrechte Erholung: Hauptsache warm und trocken.

Gegen 17 Uhr war das Hotel in Tiefencastel erreicht. Die ersten Teilnehmer saßen schon frisch geduscht in der Gaststube. Keine zwei Stunden später waren dann auch die Letzten da. Müde, aber voller Erwartungen.

Was werden die nächsten Tage bringen? Heute ist die Schneefallgrenze auf 2000 Meter gesunken. Die Pässe, die wir morgen fahren wollen, liegen meistens bei 2500 Metern. Ob das klappen wird? Zumindest am Sonntagmorgen soll das Wetter noch durchwachsen sein, ab Mittag dann die Sonne scheinen. Lassen wir uns überraschen. Bis jetzt sind wir noch überall durchgekommen. Insofern sind wir zuversichtlich.

Auch die Polizei nutzt Facebook & Co

Wer von der Polizei geblitzt wurde – weil er zu schnell gefahren ist oder den nötigen Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat – konnte sich bislang oft rausreden. Im Anhörungsbogen wurde die Tat verneint; wurden von der Polizei dann Nachbarn oder Arbeitskollegen befragt, erkannten diese den Fahrer auf den Beweisfotos häufig nicht. Das Verfahren wurde dann meist eingestellt.

Jetzt geht die Polizei offensichtlich andere Wege. Im Zweifel wird bei Facebook nachgeschaut, ob der vermeintliche Täter da mit einem eigenen Profil hinterlegt ist. Sind die dort zu sehenden Fotos mit dem Blitzerfoto identisch, ist der Raser überführt. Ausreden helfen dann nicht weiter.

Ob wir das gut finden sollen? Richtig ist sicher, dass Raser und Drängler nicht ungestraft davon kommen sollten. Aber mit diesen Methoden?

Mehr dazu findest Du in einer Meldung von Focus-Online.

Jetzt mit Bordstrom

Nun brauche ich keine Sorgen mehr um die Videos mit der rückwärtigen Kamera zu haben. Dieter hat mir heute Abend eine Steckdose an die BMW gebaut, die den nötigen Strom liefert – und zwar dauerhaft.

Bislang musste ich hoffen und bangen: würde der Akku noch reichen? Muss ich zwischendurch die Aufnahme stoppen und gleich wieder neu starten, um sicher zu sein, dass die entsprechende Fahrsequenz auch abgespeichert ist?

Bricht während des Betriebs die Stromversorgung zusammen, ist der zuvor aufgenommene Film nicht zu gebrauchen. Es fehlt wohl ein „Abschluss“, die entsprechende Sequenz kann irgendwie nicht identifiziert werden. Ärgerlich!

Um das zu verhindern, hat die G/S nun auch am Heck eine Steckdose verpasst bekommen, so dass jetzt auch die hintere Videokamera dauerhaft mit Strom versorgt werden kann. Atemberaubenden Fahrsequenzen in der Schweiz und im Elsass steht nun nichts mehr im Wege. Wir werden es in gut einer Woche ausgiebig testen 😉

Vielen Dank: 20.000 Zugriffe

Am Samstag, den 4. Juni 2011, gegen 12:00 Uhr war es soweit: der 20.000 Zugriff auf unser Internet-Tagebuch erfolgte! Herzlichen Dank für Dein/Euer Interesse.

Seit September 2008 betreiben wir diese Seite, 371 Artikel in unterschiedlichsten Kategorien haben wir seither geschrieben. Mit 157 Aufrufen war der 13. Januar 2010 der bislang „aktivste“ Tag, mal schauen, ob wir das in nächster Zeit noch toppen können.

Während unserer Motorradtouren führen wir im Weblog ein aktuelles Tagebuch (was, mangels Internetzugang, nicht immer klappt). Ansonsten informieren wir über alles, was mit unseren Motorradtouren zu tun hat – und freuen uns immer wieder über ein Feedback.

Das nächste „Jubiläum“ wären 25.000 Zugriffe; mal sehen, wann wir soweit sind.

Schweizer Pässe

Am Samstag, den 18. Juni 2011, geht es los. Da treffen wir uns des abends in Tiefencastel, zu einer atemberaubenden Motorradtour über die schönsten, höchsten, entlegensten, unbekanntesten und gleichzeitig attraktivsten Pässe der Schweiz. Allein die Namen machen schon Lust, am liebsten gleich los zu legen:

Albula – Bernina – Forcella di Livigno – Passo d´Eira – Passo di Foscagno – Umbrail – Ofen – Fluela – Julier – Maloja – Splügen – San Bernadino – Lukmanier – Oberalp – Furka – Nufenen – Gotthard (Tremola) – Susten – Grimsel – Furka – Oberalp – Klausen – Pragersattel – Aecherli – Glaubenberg – Glaubenbielen

Einmal kreuz und quer durch die Schweiz – herrlich. Samstag ist Anreise, Sonntag werden wir uns vornehmlich im Nordosten der Schweiz bewegen (und nahe des Umbrailpasses vielleicht noch einen Abstecher zum Stilfser Joch unternehmen), Montag geht´s dann Richtung Gotthard, am Dienstag steht die große Gotthardrunde auf dem Programm und am Mittwoch werden wir auf weitgehend unbekannten Pässen zum Wilersee fahren. Hört sich gut an, oder?

Am Donnerstag fahren wir weiter ins Elsass, um dort den Rest der Woche zu verbringen. Mal sehen, wie viele Kilometer so zusammenkommen und wie die Reifen im Anschluss aussehen?

Noch gibt es für die Reise über die Schweizer Pässe ein paar freie Plätze. Vielleicht hast Du ja Lust? Eine kurze E-Mail genügt: kurvenfieber@mac.com.