Archiv der Kategorie: Masuren & Kaliningrad 2009

Einfach mal den Fachmann fragen

Wie bitte finden wir in Svetlogorsk folgende Adresse: „10 Vereschagina ul.“? Da steht nämlich unser Hotel, in dem wir übernachten werden, bevor es weiter Richtung Kurische Nehrung geht. Leider gibt es vom Kaliningrader Oblask noch keine digitalisierten Karten für meinen Garmin, so dass wir uns vor Ort wieder anhand einer Landkarte aus Papier orientieren müssen. Doch woher nehmen?

google-maps bietet lediglich eine grobe Orientierung und kennt die gesuchte Straßenangabe nicht. Im Internet gesucht, finde ich nur Anbieter, die historische Karten des ehemaligen Rauschen um das Jahr 1900 feilbieten. Was nun?

Rufen wir doch mal im „Landkartenhaus Angermann“ in Wiesbaden an, denke ich mir, die gut sortiert und fachkundig sind. Da hat man mir schon drei tolle Landkarten von Litauen, im Maßstab 1:200.000, besorgen können, die sonst nirgendwo aufzutreiben waren. Und auch diesmal spricht alles für die Kompetenz des Landkartenhauses: ein aktueller Stadtplan von Swetlogorsk kann bestellt werden und einer von der Stadt Kaliningrad gleich dazu. Prima. In einer Woche sollen beide da sein. Dann weiß ich auch, wie wir zum Hotel kommen. Nahe des Meers, am Waldesrand, soll es liegen …

Für mich hat sich wieder einmal gezeigt, dass das Internet vieles, aber nicht alles kann. Und wie wichtig es ist, Fachgeschäfte nicht nur zu Rate zu ziehen, sondern dort auch einzukaufen. Sonst gibt es sie irgendwann nicht mehr.

Das war es mit der HUK

Es geht nicht nur um günstige Prämien, es geht auch um zufriedene Kunden. Dass sie Letzteres ein wenig aus den Augen verloren und Ersterem vielleicht zu viel Bedeutung beigemessen hat, wird die HUK zum Jahresende sicher merken. Nachdem sich die Versicherung beharrlich geweigert hat, mir eine grüne Versicherungskarte für Russland auszustellen, habe ich meinen Vertrag außerordentlich zum 30.6.2009 gekündigt. In einem langen Telefongespräch zeigte der zuständige Abteilungsleiter zwar großes Verständnis für meine Haltung, machte aber auch deutlich, dass man an dem getroffenen Beschluß festhalten wolle.

Fast alle KFZ-Versicherer stellen zwischenzeitlich eine grüne Versicherungskarte aus, die auch für Russland gilt. Nur die HUK tut dies nicht, weil sie offensichtlich das Kostenrisiko scheut. Statt dessen wird den Versicherungsnehmern zugemutet, an der Grenze eine separate Auslandsversicherungs abzuschließen – ein umständliches und mit zusätzlichen Kosten verbundenes Procedere, das mit der grünen Versicherungskarte nicht nötig wäre. Eine schlüssige Begründung für dieses Verhalten gibt es nicht – dafür aber Konsequenzen.

Die Kündigung nämlich; jetzt für mein Motorrad, zum Jahresende für alle anderen Fahrzeuge, die ich bei der HUK versichert habe. Mal sehen, ob sich das für das Unternehmen letztlich rechnet. Meine Kündigung allein wird nichts bewirken. Doch offensichtlich gibt es viele unzufriedene Kunden, denn Russland scheint nicht das einzige Land zu sein, für das die HUK zwischenzeitlich eine grüne Versicherungskarte verweigert. Und wenn die alle kündigen würden …

Ab 1.7.2009 habe ich meine BMW erstmal beim ADAC versichert und werde schon in den nächsten Tagen die gewünschte grüne Versicherungskarte in den Händen halten. 30 Jahre war ich bei der HUK versichert – jetzt ist Schluß. Schade eigentlich, aber konsequent.

Kaliningrad rückt näher

Heute werden wir die Gebühren für die Visa überweisen, die wir brauchen, um nach Kaliningrad einreisen zu dürfen. Alles sehr kompliziert und umständlich. Zumal auf dem Visa-Vordruck ausdrücklich erwähnt wird, dass das Erteilen eines Visa noch lange nicht bedeutet, auch nach Russland/Kaliningrad einreisen zu dürfen.

20 Personen umfasst unsere Gruppe jetzt: 16 Teilnehmer, 2 Sozias und 2 Tourguides. Von Elblag aus werden wir quer durch Kaliningrad nach Swetlogorsk fahren. Von dort geht es zur Kuhrischen Nehrung. Gut 100 Kilometer ist Landzunge lang; nach der Hälfte der Wegstrecke werden wir Litauisches Territorium erreicht und damit wieder europäischen Boden unter den Rädern haben. Zwei Tage wollen wir in Litauen bleiben und dann, an der Masurischen Seenplatte, auf den Rest der Gruppe treffen, die ausgiebig Masuren entdecken wollte.

Klingt alles sehr abenteuerlich. Aber wir werden das schon hinkriegen. Davon bin ich überzeugt.

HUK stellt sich quer

Es ist einfach unglaublich. Für die Einreise nach Kaliningrad müssen wir nachweisen, über einen ausreichenden Versicherungsschutz für unsere Motorräder zu verfügen. Bislang musste dazu an der Grenze eine spezielle Versicherung abgeschlossen werden. Da Russland in diesem Jahr dem so genannten Grüne-Versicherungskarten-Abkommen beigetreten ist, ist das nicht mehr nötig – es sei denn, man ist bei der HUK versichert.

Bittet man die HUK höflich um die Übersendung einer entsprechenden Versicherungskarte, erhält man ein Formschreiben zurück, in dem mitgeteilt wird, man müsse „selbst für einen ausreichenden Kfz-Haftpflichtversicherungsschutz sorgen und vor Ort eine Grenzversicherung abschließen“.

Warum? Wir werden im August mit gut 20 Motorrädern in die russische Enklave fahren. Alle Teilnehmer haben zwischenzeitlich von Ihrer Kfz-Versicherung eine grüne Versicherungskarte erhalten, die auch in Russland gilt – nur die Versicherten der HUK nicht. Einfach unglaublich, oder?

Die Gesellschaft macht sich auch keine Mühe, ihre Weigerung nachvollziehbar zu begründen. Weil man der HUK als Kunde aber angeblich wichtig ist, wird immerhin angeboten, die Kosten für die „Grenzversicherung“ zu übernehmen, sofern man diese nachweisen kann.

Wenn wir der HUK als Kunden wirklich wichtig wären, würde man uns diese „Zumutung“ nicht aufbürden.

Wir fahren in ein Land, dessen Sprache wir nicht sprechen und müssen uns vor Ort, an der Grenze, auf möglicherweise komplizierte Kontrollen einstellen. Alles, was an Formalitäten nicht zu erledigen ist, erleichtert die Einreise nach Kaliningrad. Dazu zählt auch der Besitz einer grünen Versicherungskarte.

Die HUK zwingt Ihre Kunden hingegen, sich möglicherweise zeitraubend mit den Grenzern auseinanderzusetzen zu müssen, obwohl dies eigentlich nicht mehr nötig ist. In diesem Zusammenhang: Kann mir mal einer sagen, was „Grenzversicherung“ auf russisch heißt? Und wie die Versicherung bezahlt wird? Brauchen wir dafür Rubel? Die soll man doch erst in Russland tauschen können.

Ich hätte große Lust, meinen Motorrad-Versicherungsvertrag bei der HUK wegen „Schlechtleistung“ sofort zu kündigen – und alle anderen Verträge auch. Jetzt haben wir aber erst einmal die Geschäftsleitung um Stellungnahme gebeten. Vielleicht klappt es ja doch noch mit der grünen Versicherungskarte für Russland/ Kaliningrad von der HUK. Bei allen anderen Versicherungen geht das ja auch. Und „Missverständnisse“ gibt es schließlich überall. Gut, wenn sich diese frühzeitig aufklären lassen …

Nur noch ein Platz frei bei der Reise nach Masuren

Auch bei unserer abenteuerlichen Reise nach Masuren und Kaliningrad wird es nun langsam eng. Gestern kamen noch zwei Anmeldungen rein, damit sind (vorerst) fast alle Kapazitäten erschöpft.

Bei der Tour an die Masurischen Seen – die Anfang August stattfindet – können wir im Augenblick noch einen Platz im halben Doppelzimmer anbieten; die Reise nach Kaliningrad ist (leider) schon ausgebucht. Bei Interesse würden wir gleichwohl eine Anmeldung empfehlen: Nur dann hast Du die Chance nachzurücken, wenn einer der Teilnehmer (aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen) plötzlich absagen muss. Und das kommt gelegentlich schon mal vor.

Viele Formalitäten

Heute haben wir die Teilnehmer unserer abenteuerlichen Reise nach Kaliningrad darüber informiert, welche Unterlagen für die Beantragung eines Visums nötig sind:

Ein „biometrisches“ Passbild (kein Computerausdruck), im Format 3×4 Zentimeter, ein ausgefülltes Versicherungskartenformular sowie die Bestätigung, dass eine Auslandskrankenversicherung besteht, wobei nicht jede Versicherung akzeptiert wird.

Das Antragsformular fürs Visa muss mit der Schreibmaschine ausgefüllt werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Randabstände links und rechts an der Seite nicht mehr als jeweils 8 Millimeter betragen. Und: die Unterschrift auf dem Visa-Antragsformular muss identisch sein mit der im Reisepass. Der muss im Übrigen noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Für die Einreise nach Kaliningrad selbst benötigen wir eine grüne Versicherungskarte, deren Gültigkeit sich speziell auf Russland erstreckt und einen internationalen Führerschein. Wer den nicht hat, muss seinen Führerschein ins russische übersetzen lassen.

An der Grenze müssen wir dann noch eine Zolleinfuhrerklärung ausfüllen, ohne die dürfen unsere Motorräder bei der Ausreise Russland nicht verlassen. Ist ja logisch: was offiziell nicht eingeführt wurde, kann auch nicht ausgeführt werden. Mal sehen, ob das alles so hinhaut.

Grüne Versicherungskarte reicht

Für den Grenzübertritt nach Russland war bislang eine spezielle KFZ-Versicherung von Nöten. Die musste direkt an der Grenze abgeschlossen werden. „Russisch-Kenntnisse sind insofern von Vorteil“, hatte es in einigen Reiseführern denn auch geheißen.

Jetzt kam, allerdings erst auf Nachfrage, vom ADAC die „erlösende “ Mitteilung, dass Russland – seit Anfang des Jahres 2009 – dem „grüne Karte Abkommen“ beigetreten sei. Damit erstrecke sich der Versicherungsschutz der KFZ-Haftpflicht-Versicherung auch auf das russische Territorium. Eine vollständig ausgefertigte „grüne Versicherungskarte“, bei der das Länderkürzel ‚RUS‘ nicht ausgestrichen sein dürfe, reiche aus.

Ob das die russischen Grenzposten auch schon wissen? Bis August, wenn wir zu unserer Reise nach Kaliningrad und Litauen aufbrechen, hat sich das hoffentlich herumgesprochen.

Masuren & Kaliningrad

Swetlogorks, das ehemalige Rauschen, wird voraussichtlich der Ort sein, in dem wir bei unserem Abstecher durch Kaliningrad übernachten werden. Das Hotel ist angefragt, hat auch schon erklärt, dass ausreichend Zimmer frei seien, nur eine Bestätigung liegt noch nicht vor. Alles etwas mühsam, im Osten.

Ich bin sehr gespannt, was uns bei unserer Reise so alles erwarten wird. Gemeinsam mit der Gruppe, die an die Masurischen Seen reist, wollen wir entlang der polnischen Küste Richtung russische Grenze fahren. Nach einer Übernachtung nahe Kaliningrad geht es dann über die Kurische Nehrung nach Litauen. Hier werden wir zwei abwechslungsreiche Tagen am Rande des Baltikums verbringen, um dann, an der Masurischen Seenplatte, wieder auf „den Rest der Gruppe“ zu treffen. Gemeinsam geht es im Anschluss in zwei Tagesetappen zurück nach Deutschland.

Wir freuen uns schon sehr auf diese, sicher sehr erlebnisreiche Reise. Für die Tour nach Kaliningrad und Litauen gibt es derzeit noch zwei freie Plätze, bei der Tour an die Masurischen Seen können wir – weil wir in zwei Gruppen fahren – noch ein paar Motorradfahrer mehr mitnehmen. Interesse? Nachfragen beantworten wir gern per Mail: kurvenfieber@mac.com