Tagesarchiv: 02/03/2022

Sie ist wieder da

Abholen hätte ich sie schon längst können: die weiße G/S. Seit Ende Oktober stand sie in der Werkstatt. Die Inspektion längst überfällig, vor allem aber musste dringend die Lichtmaschine getauscht werden. Während der letzten Touren des vergangenen Jahres war ich immer mit Batterieladegerät unterwegs. Meist lag die Ladespannung deutlich unter 13 Volt, so dass die Batterie stets nach zwei, drei Tourtagen leer gefahren war.

Abhilfe tat insofern dringend Not. Dabei war vor allem „mehr Power“ gefordert. Im Netz werden verschiedene Lichtmaschinen mit höherer Leistung angeboten. Entschieden habe ich mich letztlich für Silent Hektik. 410 Watt statt der bisherigen 280 – das ist doch ein Wort; zudem überzeugt die Beschreibung, wie das Mehr an Wärme, das durch die höhere Stromlast entsteht, abgeführt wird. Ansonsten droht möglicherweise der Hitzetod.

Kurz vor Weihnachten meldet der Meister Vollzug. Die neue Lichtmaschine samt angepasster Zündanlage sei eingebaut, alle Öle gewechselt, die Ventile neu eingestellt. Aber: bei der Probefahrt sei eine leicht rutschende Kupplung und ein deutlicher Ölfilm zwischen Motorblock und Getriebe festgestellt worden. Das lässt zumindest auf einen kaputten Simmerring schließen …

Doch es sollte schlimmer kommen: nicht nur die Dichtung, auch die Kupplung selbst und die Ölpumpe musste getauscht werden. „Wir haben auch mal ins Getriebe geschaut, da muss dringend eine Welle getauscht werden“, machte der Meister deutlich.

Hiobsbotschaft

Spätestens jetzt hätte der eine oder die andere vielleicht die Frage nach einem anderen Motorrad gestellt. Ich habe mich fürs Reparieren entschieden. Die weiße G/S fahre ich seit fast 30 Jahren, seither gab es erst eine größere Reparatur. Auf die lange Zeit gerechnet, ist die aktuelle Baustelle also garnicht so teuer. Ok, man kann sich das Ganze auch schön rechnen. Zumal, nach Murphys Gesetz, ein Unglück selten allein kommt …

„Alles richtig gemacht“, denke ich mir, als ich am Nachmittag wieder auf der weißen G/S sitze. Der Motor springt auf den ersten Knopfdruck an, läuft schön ruhig und hängt kraftvoll am Gas. Es macht wieder richtig Spaß den alten Boxer durchs kurvenreiche Geläuf von Unterfranken zu treiben.

Unterwegs in Unterfranken

Unterwegs entdecke ich in Rödermark eine kleine Bäckerei. Ruckzuck steht die BMW am Straßenrand; Zeit für eine improvisierte Pause. Mit einem Milchkaffee „to go“ und einem „Schweinsöhrchen“ setze ich mich auf eine kleine Mauer und genieße den Sonnenschein. Was für ein herrlicher Start in die neue Saison …

Kaffeepause am Straßenrand

Am frühen Abend bin ich wieder zu Hause. Das Wetter passt noch immer, in der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig. Im Schatten aber ist es noch reichlich frisch; gut dass die Akkus von Heizweste und beheizbaren Handschuhen recht lange halten. Die habe ich mir im Herbst geleistet – eine Investition, die sich bei Touren im beginnenden Frühjahr mehr als bezahlt macht.

In der Sonne sind die Temperaturen schon zweistellig

Ob ich die auch am ersten Aprilwochenende (noch) brauchen werde? Da soll es zum offiziellen Saisonstart für drei Tage an die Lahn gehen – hoffentlich …

Den Aufkleber gab es heute übrigens bei Zweirad Norton in Mömlingen. Ich habe gleich einen mitgenommen.

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