Tagesarchiv: 04/06/2021

Zum Glück gab es eine Scheune …

Heute geht es in die Eifel. Doch bevor wir starten, müssen erst einmal 17 Teilnehmende auf Corona getestet werden. Damit wir nicht lange im Testzentrum anstehen müssen und pünktlich um 9 Uhr starten können, hat das Hotel die örtliche Apothekerin dafür begeistern können, uns gleich nach dem Frühstück zu testen. Ein toller Service. 

Corona-Schnelltest – 17mal an diesem Morgen.

Kurz vor 9 Uhr füllt sich der Parkplatz. Motorräder werden begutachtet, Erfahrungen ausgetauscht. Charly zeigt sich erstaunt, dass heute auch eine kleine Wanderung auf dem Programm steht und schaut erst einmal in den Tourunterlagen nach, ob die tatsächlich angekündigt war.

Bevor wir losfahren machen wir noch ein Gruppenfoto auf der großen Bank, die vor dem Hotel steht – als kleines Andenken ans lange Wochenende. 

Zusammen haben wir ein kurzweiliges Wochenende im Hunsrück verbracht.

Anschließend geht es, vorwiegend auf kurvenreichen Nebenstraßen, erst einmal wieder an die Mosel. Am Ortseingang von Zell begrüßt uns am Kreisel die berühmte „Schwarze Katze“. Es wird erzählt, dass sich ein Weinhändler im Jahr 1863 nicht entscheiden konnte, welches von drei Weinfässern er erwerben sollte. Als sich eine schwarze Katze auf eines der Fässer setze und dieses fauchend verteidigte, entschied es sich für dieses. Das war wohl eine gute Entscheidung, denn der Absatz war famos, so dass er alle Fässer dieser Lage kaufte und die entsprechenden Weinberge anschließend unter der Bezeichnung „Schwarze Katze“ vermarktet wurden. 

Bei Bulley wechseln wir noch mal die Uferseite, um nicht auf der Bundesstraße fahren zu müssen. Dazu fahren wir unter abenteuerlich anmutende Brücke unter den Gleisen der „Kanonenbahn“ hindurch und so über den Fluss.

Bei Bremm führen uns die Straße kurvenreich die Moselanhöhen hinauf; nur wenig später ist der Abzweig zum Wanderparkplatz Calmont erreicht. Ein staubiger Feldweg führt durch die Gemarkung; die letzten 700 Meter zum „Moselblick“ müssen wir zu Fuß gehen. Der holprige Waldweg führt glücklicherweise schon bald unter mächtige Bäumen hindurch; trotzdem beklagt so mancher die erlittenen „Strapazen“. Die atemberaubende Aussicht auf die Moselschleife aber entschädigt für alles.

An der Moselschleife

20 Fahrminuten später genießen wir die erste Kaffeepause, die wir im Landhaus Schend in Immenrath einlegen. „Wir müssen noch ein wenig üben“, entschuldigt sich die Chefin, nachdem es mit den Bestellungen nicht ganz so rund läuft. „Nachdem wir so lange Pause machen mussten, fehlt uns die Routine“, meint sich lächelnd – kein Problem; wir haben doch Zeit. Denn den eigentlich geplanten Abstecher zum „Skywalk“ an der Achterhöhe werden wir ausfallen lassen. Noch ein Fußmarsch käme jetzt wohl nicht so gut an. 

Also fahren wir direkt in die Eifel. Bald darauf ist das Weinfelder Maar erreicht, das vor rund 20.000 bis 30.000 Jahren durch vulkanische Aktivität entstanden ist. Einst soll an der Stelle des Kraters ein Schloß gestanden haben. Eines Tages, als der Schlossherr mal wieder zum Jagen unterwegs war, lief der Krater voll Wasser und das Schloß versank in den Fluten – mitsamt der Schlossherrin, die arg garstig gewesen sein soll. Nur das Kind der Beiden trieb in einer Wiege ans rettende Ufer. Ein schönes Märchen zur Entstehung des Weinfelder Maar – oder?

In einem weiten Bogen fahren wir nach Ulmen – und werden kurz vor Erreichen dieses Etappenziels von der Feuerwehr gestoppt. Aufgrund eines Motorradunfalls sei die Straße gesperrt, erklärt man uns. Bergungsarbeiten – wir wüssten ja … 

Da ist einem Motorradfahrer irgendwie die Straße ausgegangen …

Auf die Frage, welche Ausweichstrecke man uns empfehlen könne, herrscht großes Rätselraten. Rechts der Straße sei eine große Baustelle, links eigentlich nur die Autobahn. „Und wenn wir vielleicht ganz vorsichtig und langsam …“, frage ich den Feuerwehrmann. Der greift zum Funkgerät und gestattet uns wenig später die Durchfahrt. In einer Linkskurve ist einem Kollegen der Knieschleiferfraktion offensichtlich die Straße ausgegangen, worauf er samt seiner Rennsemmel in der Leitplanke landete. Viel passiert zu sein schien nicht, aber ordentlich Benzin und Öl waren ausgelaufen – deshalb die Sperrung. 

Bald darauf sitzen wir am Marktplatz von Ulmen in der Bürgerstube. In dem netten Lokal nahe des Ulmer Maar waren wir schon in der Vergangenheit des öfteren eingekehrt. Diesmal bedurfte es konstruktiver Verhandlungen. Denn die 19 Esser, die wir waren, stellten den Chef des Hauses vor ein Problem. „Ich bin ganz allein, meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in der Coronakrise alle einen anderen Job gesucht; bei so vielen Leuten kann ich Ihnen eigentlich nur ein Gericht für alle anbieten“, hieß es zunächst, als wir um Reservierung nachfragten. „Vielleicht können Sie uns eine kleine Auswahl an verschiedenen Gerichten vorschlagen, wir suchen dann aus und sagen Ihnen einen Tag vorher, was wir essen möchten. Dann haben Sie ausreichend Zeit zur Vorbereitung“, war unser Alternativvorschlag. Der überzeugte und so konnten wir wieder einmal ein leckeres Mittagessen genießen – danke.

Zum Abschluss des Tages sollte es zum „Brubbel“ gehen – einem Kaltwassergeysir in Wallenborn. Etwa alle 55 Minuten steigt eine zwei bis vier Meter hohe Wassersäule aus einem kleinen Teich auf; Folge des einstigen Vulkanismus in der Eifel und seit der grundlegenden Sanierung 2001 eine ganz besondere Sehenswürdigkeit. 

Je näher wir unserem Ziel kommen, umso dunkler werden die Wolken am Himmel. Lange Zeit gelingt es uns, die Regenschauer zu umfahren. Die Routenplanung passt perfekt. Bei Hinterweiler gewinnt die schmale Straße noch einmal an Höhe. Rechts gäbe es einen Parkplatz, um vielleicht doch schon mal die Regenkombis anzuziehen. Doch das Ziel ist nicht mehr weit und vielleicht haben wir ja Glück.

Die Wolken werden immer dunkler

Haben wir nicht. Kaum biegen wir uns Eck, sehen wir die graue Regenfront direkt auf uns zukommen. Anhalten können wir hier nicht. Die Straße ist zu schmal, das Bankette nicht befestigt. Die nächste Ortschaft, Waldkönigen, liegt laut Navi noch gut zwei Kilometer entfernt. Bei dem Wolkenbruch werden wir dort durchnässt bis auf die Haut ankommen. Linker Hand taucht eine Scheune auf. „Der Vorplatz ist befestigt, da können wir uns umziehen, ohne befürchten zu müssen, von einem Auto umgefahren zu werden“, denke ich mir. Kaum angekommen, öffnet sich das große Scheunentor und ein freundlicher Landwirt bietet uns an, in der Scheune den Weltuntergang abzuwarten. „Ihr könnte auch mit den Motorrädern reinfahren, wenn Ihr wollt“, ruft er uns zu. Ein Angebot, dass wir dankend annehmen. 

Da stehen wir nun, zwischen Strohballen und meckernden Ziegen und warten darauf, dass der sintflutartige Regen weniger wird. Eine gute viertel Stunde dauert es und der Spuk ist vorbei. Wenig später sitzen wir schon wieder bei strahlendem Sonnenschein am „Brubbel“ und genießen die nachmittägliche Kaffeepause. Stefan und seine Gruppe, die vor uns fahren, hatten Unterschlupf unter dem Vordach eines Gasthauses in Waldkönigen gefunden, beschlossen dann aber, direkt ins Hotel zu fahren.

Damengedeck“?

Kurz bevor wir aufbrechen, beginnt auch der „Brubbel“ wieder zu sprudeln, so dass wir auch von dieser Sehenswürdigkeit schnell noch ein Bild (vom Straßenrand) machen können.

Schnappschuss vom Brubbel – dem Kaltwasser-Gysier.

Wir nutzten das jetzt wieder schöne Wetter für eine kurvenreiche Fahrt nach Kirchberg, unternehmen noch einen Abstecher zur Burg Manderscheid, um kurz nach 18 Uhr im Hotel einzutreffen – nicht ohne vorher noch getankt zu haben. 

Beim Abendessen waren die Wetterkapriolen natürlich das Thema. Heute gab es goldgelb gebratene Schweineschnitzel mit Pilz- oder Pferrerrahmsauce und Pommes Frites oder Gemüsecurry mit Reis; zum Nachtisch Schokoladenmouse mit Beeren. Das Tablett war ratzfatz leergefuttert. So eine Motorradfahrt macht ganz schön hungrig …

Wem diese Hand wohl gehört?

Wieder geht ein schöner Tag zu Ende. Morgen wollen wir Richtung Pfalz unterwegs sein.

Abendstimmung

Den Verlauf dieser Tagestour haben wir wieder in einem kleinen „Reliefe-Video“ zusammengefasst.

Tag 2 unseres langen Fronleichnam-Wochenende

Infos zu dieser und zu allen anderen von uns angebotenen Touren gerne per Mail unter kurvenfieber@mac.com

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Unsere Pausen:

Kaffeepause (Vormittag) 

Landhaus Schend

Hauptstr. 9 

54552 Immerath

Tel. 06573 306

Web.: https://www.landhaus-schend.de

Mittagessen:

Hotel & Restaurant Bürgerstube

Alter Postplatz 3

56766 Ulmen

Tel.: 02676 367

Web.: https://hotel-buergerstube.metro.rest/?lang=de

Kaffepause (Nachmittag)

Landhaus am Brubbel

Weidenbacher Str. 3a

54570 Wallenborn

Tel.: 05699 960394

Web.: https://landhaus-am-brubbel.business.site/?utm_source=gmb&utm_medium=referral

Übernachtung:

Landhotel Karrenberg

Straßheck 3

55481 Kirchberg

Tel.: 06763 93080

Web.: http://www.landhotel-karrenberg.de