Ein hartes Stück Arbeit

Während die beiden „Straßengruppen“ heute auf Nebenstraßen Richtung Turin unterwegs sind – und dabei unter anderem den Stich zum Stausee von Malciauasia unter die Räder nehmen – wollen die Endurofahrer zur Assietta und den Sommeiller hinauf. Doch zunächst müssen wir erst einmal Sprit nachfassen.

Die IP-Tanke ist geschlossen. An der nahegelegenen Tamoil wird noch gewerkelt. „In gut zwei Stunden funktioniere wieder alles, sagt uns der Tankwart; wir sollten hoch Richtung „Tunnel de Frejus“ fahren, da sei offen. Doch irgendwie finden wir die Zufahrt nicht und landen schließlich auf der Autobahn Richtung Turin. Wenigsten die Richtung stimmt.

In Oulx geht’s wieder runter von der Bahn. In der Ortsmitte zeigt das Navi gleich zwei Tankstellen an. Die Esso hat geschlossen, doch bei der Tamoil haben wir gleich dreimal Glück: offen, mit Tankwart und Barzahlung.

Weniger Glück haben wir, den Einstieg zur Assietta zu finden, der von hier aus direkt zum Zwischensattel „Colle Basset“ führen soll. Entweder mündet die Zufahrt in einer gegenläufigen Einbahnstraße oder eine Schranke verhindert die Weiterfahrt.

Da wir heute noch viel vor haben, brechen wir die Suche schließlich ab, fahren auf direktem Weg nach Sestriere und gehen die Sache von hinten an. Der Weg führt dabei an Fenils vorbei – von hier aus ginge es auf einer üblen Piste zu den alten Geschütztürmen am legendären Mont Chaberton. Leider ist die Zufahrt schon seit Jahren gesperrt. So bleibt uns nur ein wehmütiger Blick vom Tal hinauf zum Gipfelfort.

Wenig später ist die Assietta erreicht. Knapp 30 Kilometer Schotter auf durchweg deutlich mehr als 2200 Höhenmetern. Ein Heidenspaß für die ganze Gruppe. Das zeigt auch das nachfolgende Video:

 

Unterwegs legen wir eine kurze Rast ein und machen Picknick. Peter und Harald hatten dafür des morgen reichlich Käse, Wurst und Schinken eingekauft.

Am späten Mittag erreichen wir mit dem Colle delle Finstre das nächste Stück Schotter. Auf unbefestigter Piste fahren wir talwärts. Kaum ist der Asphalt wieder erreicht, schrauben wir uns kehrenreich durch herrliche Kastanienwälder Richtung Susa. In Chiomonte legen wir noch eine Kaffeepause ein.

All das haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst:

 

Dann wartet die nächste Herausforderung auf uns: der fast 3000 Meter hoch gelegene Sommeiller – ein echter Kraftakt. Bis zum Rifugio ist alles easy. Dann beginnen die Kehren. Tiefe Auswaschungen und eine Piste, die immer wieder einem Geröllfeld gleicht, fordern unsere gesamt Aufmerksamkeit. Die Motorräder arbeiten unter uns und fahren nicht immer in die Richtung, die wir eigentlich vorgesehen hatten.

Meter um Meter gewinnen wir an Höhe, fahren manchmal fast um Lenkanschlag ums Eck und haben mächtig zu tun. Dann ist das fast auf 3000 Meter gelegene Gipfelplateau erreicht. Ein schneidender Wind pfeift hier oben und der erste Schnee ist zum Greifen nah. Wir genießen die Aussicht auf die umliegenden Berge, deren Konturen, bei klarer Luft, von der Abendsonne regelrecht herausmodeliert werden.

Ein interessanten Einblick in diesen Streckenabschnitt zeigt das nachfolgende Video:

 

Es scheint, dass so mancher die Abfahrt ins Tal ein wenig herauszögern will, schreckt doch der Gedanke an die engen Kehren ein wenig. Doch es läuft viel besser, als von so manchem befürchtet und schneller als gedacht sind wir wieder in Rochemolles.

Fünf Minuten später stehen wir an der Tamoil in Bardonecchia – die mittlerweile wieder funktioniert – und freuen an über unsere „Heldentaten“. Morgen geht’s weiter nach Cuneo, unter anderem über den Parpaillon.

Der erste Schnee auf gut 3000 Metern Höhe. Und das bei strahlendem Sonnenschein.

Kein Schnee auf 2642 Meter

Die Sperrung der D 1091, von Les Deux Alpes Richtung Col du Lautaret, hat unsere Pläne ein wenig durcheinander gewirbelt. Zwar war schnell eine Alternative gefunden, aber die Endurotruppe musste so doch deutlich mehr Asphalt fahren, als ursprünglich geplant.

Glücklicherweise wartet gleich nach der Barrage du Chambon ein Schotterstückchen der Extra-Klasse auf uns. Zunächst nach harmlos ansteigend, kämpfen wir uns schon bald, in Höhenlagen von gut 2000 Meter durch ein langes Geröllfeld mir tiefen Aufbrüchen im Untergrund – und natürlich ohne Randsicherung.

Von dieser Etappe gibt es ein kleines Video:

 

Die Berge vor uns trugen alle schon ein weißes Häubchen vom ersten Schneefall, so dass die Frage ist, wie es wohl am Galibier aussehen wird. Der ist immerhin knapp 2700 Meter hoch …

Doch zunächst müssen wir noch mal den Croix de Fer „bezwingen“, den wir gestern schon in entgegen gesetzter Richtung gefahren sind. Am Abzweig zum Glandon legen wir in einer kleinen Bar eine kurze Mittagsrast ein; schon bald gesellt sich Georg mit seiner Truppe zu uns. In St-Michel-de-Maurienne tanken wir noch mal voll – und treffen Stefan mit seiner Gruppe.

Alle haben wir das gleiche Ziel: den Col du Galibier. Bei strahlendem Sonnenschein und ganz wenig Verkehr starten wir zur gut 34 Kilometer langen Etappe. Freies Fahren ist angesagt, so dass jeder auf seine Kosten kommen kann. Doch gleich zwei Pannen unterwegs trüben die gute Laune und werfen den Zeitplan erneut über den Haufen.

Letztlich müssen wir den geplanten Abstecher zum Col de Granon, von dem aus eine unbefestigte Piste ins Valée de la Clarée führen soll, streichen und fahren aus Zeitgründen gleich ins Hotel.Edit

Morgen wird es dafür (hoffentlich) deutlich mehr Schotter geben: die Assietta und der Sommeiller stehen dann auf dem Programm.

Fotostopp während des Enduroabenteuers – auf über 2000 Meter.

Was für ein toller Tag

Lange Gesichter beim Frühstück. Es regnet. Die ganze Nacht und jetzt auch am Morgen. Gut 300 Kilometer liegen vor uns und etliche Pässe, einige davon fast 2000 Meter hoch. Spaß macht das nicht.

Doch wie so oft, reißt um 9 Uhr der Himmel auf. Nur die Straße ist noch nass, am Himmel sind schon erste blaue Lücken zu erkennen. Geht doch.

Doch erst einmal geht nichts. In jeder unserer drei Gruppen ist mindestens einer, der möglichst bald tanken muss. Und im Ort gibt es nur eine Automatentankstelle, die  sich bei deutschen Kredit- oder EC-Karten sehr wählerisch zeigt. Da ist ein Drama vorprogrammiert.

Nachdem wir eine gute halbe Stunde den Tankautomaten traktiert haben, sind alle Tanks randvoll und es kann losgehen. Über den Col de la Colombiere geht es zum Col de Araviz. Hier zweigen wir ab und nehmen auf wilden Schotterpfaden den Col de l‘ Arpetaz unter die Stollenreifen. Einsam ziehen wir unsere Bahn durchs Gebirge und genießen die fantastische Aussicht auf die bereits verschneiten Gipfel der umliegenden Berge.

Diese Etappe haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst.

 

Vorbei an Albertville fahren wir auf Nebenstrecken zum Co de la Madeleine. Kurz hinter dem Pass zweigt ein unbefestigter Weg zum Lac de Loup ab. Auch von diesem Abschnitt gibt es ein kleines Video:

 

Der schmale Schotterweg trifft am Col de Chaussee wieder auf Asphalt; von hier ist es nicht mehr weit nach Montvenier. Hier stürzt sich ein gerade einmal autobreites Sträßchen in engen Kehren ins Tal.

Kurz darauf gewinnen wir, bei St-Julien-Mont-Denis, auf einer Straße, die einem Korkenzieher gleicht, wieder an Höhe. Kurz hinter dem Con du Mollart legen wir noch ein kurzes Kaffeepäuschen ein, bevor wir Kurs auf den Col de la Croix du Fer nehmen. Auf 2067 Meter liegt die Passhöhe – hier oben sieht es fast aus, wie auf dem Mond.

Gut 40 Kilometer noch und wir sind im Hotel. Les Deux Alpes erreichen wir auf Nebenstrecken. Den ganzen Tag über war es trocken, doch fünf Kilometer vorm Hotel fängt es wieder an zu tröpfeln. Egal, an der Bar prasselt schon der Kamin und wir werden äußerst herzlich empfangen im Hotel Valentin.

Zum Abendessen gibt’s Raclett und zum Nachtisch Blaubeertarte. Genau der richtige Abschluss eines erlebnisreichen Tags wie heute. Morgen wollen wir nach Bardonecchia – und müssen die Route umplanen. Die D 1091 ist kurz hinter Les Deux Alpes gesperrt. Die Straße sei weggerutscht, heißt es. Wir werden schon eine schöne Alternative finden.

Aussicht am Abzweig zum. Lac de Loup.

Durchwachsene Aussichten

Über die A5 Richtung Basel zu fahren war eine blöde Idee. Das stellte sich schon auf den ersten Kilometern raus. Staus und zählfließender Verkehr ohne Ende.

Also in Ifezheim die Rheinseite gewechselt – und schon liefs. Über Straßburg und Collmar mach Basel und dann einmal quer durch die Schweiz. Den Tempomat auf 118 km/h programmiert und einfach laufen lassen.

Nahe Genf prasselt der erste Regenschauer nieder. Für die ersten Tage der Woche sind sie Aussichten durchwachsen. Hoffentlich täuscht sich der Wetterbericht …

Nahe Cluses liegt das Hotel. Direkt an der Autobahnabfahrt – wie praktisch. Schnell ausladen, so lange es noch trocken ist. Da das Restaurant heute geschlossen ist, stürmen wir die nächste Pizzeria. Die ist über unser Kommen informiert, aber doch ein wenig überfordert. Wenn 35 Mann (und Frauen) gleichzeitig Hunger haben …

Satt werden wir schließlich alle. Kurz vor dem Schlafen noch mal einen Blick auf die Wetter-App geworfen – schauen wir mal.

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Eine so leckere Vorspeise stimmt uns auf das leckere Essen der nächsten Tage – in Frankreich und Italien – ein.

Der grüne Koffer

Da ist er wieder, der grüne Koffer. Und das bedeutet: schon bald starten wir zu unsere nächsten, mehrtägigen Motorradtour. Immer dann fragt einer unserer Teilnehmer nach, ob er seinen Koffer vorbeibringen dürfe, damit wir diesen im Begleitbus mitnehmen.

Machen wir doch gerne. Denn schon am Samstag geht’s los – zunächst Richtung Genfer See, von da nach Les Deux Alpes und weiter nach Bardonecchia. Ganz im Süden bleiben wir zwei Tage in Cuneo, bevor es über Bardonecchia wieder zurück an den Genfer See geht.

Sieben Fahrtage über die schönsten und höchsten Alpenpässen – und mit einer Gruppe auch auf alten Schottepässe gen Süden. Herrlicher Ausklang einer abwechslungsreichen Motorradsaison.

Und wieder irrt der Wetterbericht

Der letzte Tag unserer kurzweiligen Motorradtour „Von den Bergen bis ans Meer“ ist angebrochen. In der Nacht hat es kräftig geregnet und so mancher befragt beim Frühstück sein Handy, was uns an Wetterkapriolen wohl noch erwarten würde, bis wir am Abend wieder in Flachau eintreffen. Gewitter werden gemeldet und kräftige Regendchauer – so zumindest die Prognose – nichts davon sollte eintreffen.

Als wir um kurz nach 9 Uhr starten, reißt der Himmel auf und die Sonne scheint. So kann es bleiben. Auf kleinen, kurvenreichen Straßen fahren wir zunächst zum „Passo di Lanza“ und  legen im kleinen Gasthaus links der Straße eine Kaffeepause ein – auch, um den letzten Kaffee in Italien genießen zu können.

Drei österreichische Endurofahrer treffen ein. Der eine weiß nicht wo er ist, der andere murmelt etwas von „Schotter fahren“ und der dritte versucht sich an der Landkarte neben der Bar ganz grob zu orientieren, hat aber auch so keinen rechten Plan. Den braucht er wohl auch nicht, denn ein kleiner Esel beendet den samstäglichen Ausflug der drei. Der schnuppert am Auspuff eines der Motorräder und schubst es dabei wohl vom wackeligen Seitenständer. Die XT fällt auf die neben ihr stehende Maschine, Spiegel und Kupplungshebel brechen – Ende der Vorstellung.

Wir setzen die Fahrt fort und schrauben uns wenig später den „Passo di Pramollo“ hinauf. Dann geht’s über die „Windische Höhe“ Richtung Weißensee. Ganz in der Nähe legen wir unsere Mittagpause ein und fahren dann weiter nach Gmünd. Die Straßen haben wir fast für uns alleine, auch auf der B99 ist erstaunlicherweise nichts los,

Wir biegen ab in Richtung Nockalm, lassen die Mautstraße aber rechts liegen, um nach einer herrlichen Fahrt durchs Hochtal in Schloß Mosham noch mal Kaffee zu trinken. Nun liegt nur noch der Radstädter Tauern vor uns.

Auf der Paßhöhe legen wir noch einen kurzen Stopp im Hotel Solaria ein, um Christian – einem der Schmidt-Brüder – noch mal kurz guten Tag zu sagen. Im Solaria übernachten wir bei unseren Touren auch immer wieder gern.

Auf direktem Weg ins Hotel gefahren würde bedeuten, gegen 17 Uhr da zu sein. Zu früh! Deshalb unternehmen wir noch einen Abstecher zum Dachstein – der sich uns in der Abendsonne in ganzer Pracht präsentiert-, um über Filzmos nach Flachau zu fahren.

Punkt 18 Uhr stehen wir wieder vorm Hotel Hartl. Und es hat den ganzen Tag nicht einmal geregnet, trotz zahlreicher anderslautender Prognosen. Noch einmal gemeinsam zu Abend essen, dann neigt sich auch diese abwechslungsreiche Motorradwoche dem Ende zu. Schön war’s wieder gewesen – danke an alle, die mit dabei waren.

Abendlicher Blick auf den Dachstein – herrlich, oder?

Durchs Friaul und die Dolomiten

Salami, Schinken. Mortadella, dazu noch ein Stück Hartkäse, etwas Brot und ganz viel Kaffee – so sieht das Frühstück aus, das wir uns auf der Hotelterrasse gönnen. Solchermaßen gestärkt, sehen wir den „Abenteuern“ des heutigen Tages gelassen entgegen.

Das erste wartet bereits in Sutrio auf uns. Da fahren wir auf der ganz alten Trasse hoch auf den Monto Zoncolan. Früher konnte man hier gut Enduro fahren, war der Weg doch komplett geschottert. Mittlerweile erleichtert welliger Asphalt das Fortkommen – doch die engen Kehren sind geblieben.

Mit denen kämpft insbesondere Lutz, der seine neue R 1200 RS meisterlich durchs enge Geläuf pilotiert;  trotz erheblich eingeschränktem Lenkeinschlag. Auch die tiefen Querrillen, die dem Wasserabfluss dienen, sind nicht unbedingt seins, werden aber mit kurzen, beherzten Gasstößen überwunden.

Wieder um Tal zweigen wir hinter Ovaro ab in Richtung „Forcella Lavadet“, legen unterwegs noch ein Kaffeepäuschen ein, und erreichen nach herrlich kurvenreicher Fahrt schließlich „Lago di Cadore“. Jetzt muss eine strategische Entscheidung getroffen werden: rechts ab würden wir ein erhebliches Stück der geplanten Route abkürzen und kämen wohl noch vor dem für den Nachmittag angekündigten Regen trocken ins Hotel. Links ab müssten wir noch deutlich mehr als 200 Kilometer fahren …

Natürlich setzen wir den Blinker links und Folgen der Staatsstraße in Richtung Belluno. In Longarone folgen wir zunächst der Beschilderung zum „Passo Staulanza“, biegen dann aber zum „Passo Cereda“ ab. Kurven- und kehrenreich schraubt sich das schmale Sträßchen bergan.

Rechter Hand lädt ein kleines Rifugio zur Mittagsrast. Wir bestellen eine „kalte Platte“ und bekommen reichlich Schinken und Käse in unterschiedlichsten Variationen. Genau das richtige für einen kurzen Stopp in den Bergen.

Bald darauf erreichen wir Cortina und zweigen ab in Richtung Misurina-See. Die Region scheint Wohnmobilfahrer förmlich anzuziehen, von denen wir einige auf den nächsten Kilometern „niederkämpfen“ müssen.

Kurz vor St. Stefano di Cadore fängt es tatsächlich leicht an zu regnen, so dass wir kurzerhand eine Kaffeepause einlegen. Kaum sind Espresso und Latte Macchiato bestellt, reißt der Himmel wieder auf, so dass wir auch die letzten, gut 50 Kilometer, im Trockenen unterwegs sind.

Morgen gehts (schon wieder) zurück nach Österreich und am Sonntag dann nach Hause. Irgendwie schade.

Mittagsrast in den Bergen – ein Teller Speck und ein Teller Käse; mehr braucht es nicht.

Es geht wieder gen Norden

So langsam heißt es Abschied nehmen. Wir verlassen Koper gen Norden und erreichen bald darauf die Grenze zu Italien. Trieste lassen wir links liegen und fahren auf kurvenreicher Strecke erneut Richtung Slowenien.

Bei Dol Pri Vogljah passieren wir erneut die Grenze und genießen die herrlich kurvenreichen Straßen, die wir fast für uns alleine haben. So langsam wird es Zeit für ein Kaffeepäuschen. Noch in Slowenien oder doch lieber im nahen Italien?

In Sempeter Pri Gorici finden wir eine kleine Bar, die Terrasse unter mächtigen, Schatten spendenden Bäumen gelegen, so dass wir noch in Slowenien den Kaffeestopp einlegen. Keine schlechte Entscheidung.

Wieder in Italien folgen wir über viele Kilometer hinweg dem Grenzverkauf zwischen Slowenien und Italien. Hier reiht sich eine Kurve an die andere, so dass die Kilometer nur so an uns vorbei fliegen. Gehen Mittag überqueren wir erneut die Grenze zu Slowenien und entdecken am nächsten Abzweig einen Hinweis zu einem Refugio. Also den Blinker links und immer den Berg hinauf.

Das Rifugio haben wir nicht gefunden, dafür standen wir irgendwann im Hof einer kleinen Pension, die auch Essen anbietet. Schnell wird im Garten ein Tisch für uns eingedeckt und eine ordentliche Portion Pasta ins heiße Wasser geworfen. Dazu noch ein frischer Salat und – für alle, die wollten – ein kleiner Nachtisch. Mensch, geht’s uns gut.

Bald darauf folgen wir dem Lauf der Soca und erreichen über Kobarid und Bovec wieder Italien. Bis auf über 1100 Höhenmeter schraubt sich die kurvenreiche Straße über den Pedril; ab Sella Nevea geht’s wieder bergab.

Zügig geht’s auf die SS 13 und dann auf eine parallel verlaufende Nebenstrecke. Die wartet mit einer unvermuteten Überraschung auf: Kurz vor Moggio Udinese ist eine Brücke weggesackt. Die „Umleitung“ führt zunächst unbefestigt parallel zum Fluss und dann mit einer Behelfsbrücke über diesen – schade.

Bei Tolmezzo setzen wir noch mal den Blinker rechts und fahren noch eine kleine Schleife über Paularo, um dann – kurz vor 18 Uhr – in Ravascletto einzutreffen. Gut eineinhalb Stunden später sitzen wir gemeinsam auf der großen Terrasse und genießen das Abendessen. Darauf hatten wir uns schon die ganze Woche gefreut.

Prachtvolle Aussichten im Socca-Tal. Slowenien ist immer wieder toll.

Es gibt doch noch Grenzen

Ein kleines Lokal mit Blick aufs Meer haben wir uns heute für die Mittagspause rausgesucht – zum Glück, wie sich schon bald zeigen sollte.

Auf Nebenwegen fahren wir Richtung Kroation. Vor der Grenze ein langer Stau. Es geht nur im Schritttempo vorwärts. Am „Schlagbaum“ wird der Ausweis verlangt – Kroatien gehört noch nicht zum Schengen-Raum. Dumm, dass zwei Teilnehmer das geforderte Dokument nicht dabei haben. Einreise verweigert.

Kurzerhand fahren Lutz und Charly zurück zum Hotel, während wir die Tour erst einmal wie geplant fortsetzen. Bei der ersten Kaffeepause werden wir uns schon zusammen telefonieren.

Kaum machen wir Rast unter schattigen Bäumen und genießen einen kräftigen Espresso, klingelt das Handy. Charly ist dran. Nachdem man das ganze Hotelzimmer auf den Kopf gestellt habe, sei der Ausweis an unvermuteter Stelle wieder aufgetaucht: er steckte in der Motorradjacke …

„Wo macht Ihr Mittag, wie kommen nach“, sagt Charly. Darauf ergibt sich ein Schnellkurs in Navi-Bedienung mit folgendem Dialog:

„Hast Du die Adresse?“. „Ich habe einen Wegpunkte gesetzt und gebe Dir die Koordinaten“. Schweigen. „Hast Du Dein Navi zur Hand?“ „Ja. „Drück mal auf ‚Find‘ und dann auf ‚Wegpunkte'“. „Ich habe keine Wegpunkte“. „Dann musst Du einen Wegpunkte setzten“. Schweigen.

„Drück mal auf ‚Mark‘ und dann auf ‚Enter'“. „Immer noch kein Wegpunkte“. „Du musst lang auf ‚Enter‘ drücken“. „Jetzt habe ich einen Wegpunkte“. „Prima, jetzt navigierst Du mit der Wippe zum Feld ‚Koordinaten‘ und änderst diese, so wie ich es Dir sage“.

Die nördlichen Koordinaten werden korrigiert und auf Enter gedrückt. Zu früh, wir müssen auch noch die östlichen Koordinaten ändern. Dann auf „go to“ und schon geht’s los. „114 Kilometer, gegen 12:30 Uhr sind wir da“, stellt Charly fest. „Das passt“, meine ich, „wir trinken noch unsern Kaffee aus und sind dann auch so gegen halb eins da“, meine ich.

Und so geschah es.

Charly war kurz vor uns da und freute sich wie Oskar. „Geht doch, man muss nur einen Wegpunkte haben“, meinte er. Gemeinsam genossen wir wenig später den fantastischen Blick auf die Bucht von … und ein sehr leckeres Mittagessen. Da hatten sich die Stapazen doch gelohnt.

Tolle Aussicht beim Mittagessen. Dafür sind wir bis nach Kroatien gefahren 😉

Der lange Weg zum Pferdesteak

Die heutige Tagesetappe führt uns, von den Bergen im Norden Sloweniens, bis ganz in den Süden, ans  Meer. Also einmal quer durch, gut 310 Kilometer. Nach den endlosen, sich kilometerlang aneinanderreihenden Ortsdurchfahrten hinter Maribor, zweigen wir bei Sentjur auf die schmale, kurvenreiche 424 und genießen jeden Kilometer – insbesondere jene Passage, bei der die  „Straße“ nur grob geschottert war.

Nach einer späten, aber ausgiebigen Kaffeepause in Sevnica, folgen wir der Save ein kurzes Stück, um uns sofort in das nächste Kurvendorado zu stürzen. Gut eineinhalb Stunden lang geht es in herrlichen Schwüngen nur links rum und dann wieder rechts rum. Kaum zweigen wir links von der 647 auf die 106 ab, findet sich rechter Hand eine kleine Bar. Leider gibt es hier nichts zum essen – und damit nimmt das Unglück seinen Lauf.

Während ich im Navi nach dem nächsten Gasthaus suche, fragt Charly einen der Gäste nach einer empfehlenswerten Möglichkeit zu Mittag zu essen. Einen Kilometer in die entgegengesetzte Richtung wäre was tolles, heißt es. Weil ich das mit den „Geheimtipps“ schon kenne, sage ich zu Charly: „Ich schau mir das mal an, wartet hier, ich komme gleich wieder“. Hans-Jürgen war kurz im Gasthaus verschwunden, Heinz musste sich noch die Motorradhose anziehen und Lutz saß ganz entspannt auf der Terrasse. Da könnte ich die Zeit für eine kleine „Erkundungsfahrt“ nutzen. Dachte ich zumindest …

Kaum war ich vom Parkplatz auf die Landstraße abgebogen, versuchte mir Wolfgang zu folgen. Und weil Wolfgang los fuhr, fuhr auch Charly los, obwohl weder sein Vordermann noch sein Hintermann startklar waren. Die standen noch verwundert auf dem Parkplatz und fragten sich, was denn nun los sei?

Unterdessen war ich der Beschilderung zum nächsten Gasthaus gefolgt. Da sich der Tipp – wie vermutet – als „Ente“ herausstellte (erfahrungsgemäß ist die Entfernungsangabe „in gut einem Kilometer“ ein recht dehnbare Begriff), fuhr ich kurzerhand auf Nebenstrecken zurück zur Bar – ohne, dass Wolfgang oder Charly davon etwas mitbekamen.

Kaum war ich wieder am Parkplatz, kamen mir die letzten drei entgegen, die fröhlich an mir vorbei fuhren – statt zu warten oder zumindest zu mir zurück zu fahren. „Warum, es war doch niemand hinter Dir“, hieß es später zur Begründung.

Nun waren alle irgendwie unterwegs und keiner wusste, wo es denn nun eigentlich hingehen sollte. Klar gibt es Gruppenregeln, mit „Verantwortlichkeiten“ für den Hintermann und der Bitte, nicht einfach wahllos durch die Gegend zu fahren. Aber wenn alle fahren …

Es dauerte nicht lange, da klingelte mein Handy. „Wir stehen hier alle an der nächsten Tankstelle, sollen wir wieder zur Bar kommen“, lautete die kleinlaute Frage. Aber bitte, ja!

Die anschließende Suche nach einer Möglichkeit einzukehren, gestaltete sich auch im weiteren Verlauf schwierig. Alle Gasthäuser, die das Navi kannte – und die annähernd auf unserer Route lagen – hatten zu. In Nova Vas stoppten wir wieder an einer Bar. „Nein, zu essen gebe es hier auch nichts“, sagte man uns. Aber am Abzweig, 100 Meter weiter…

Ich stehe vor einer verschlossenen Pension. Rechts davon ein schmaler Weg, dahinter ein romantischer Garten, mit Tischen und Bänken, an denen Menschen sitzen und essen. „Wir wären sieben und würden gern zu Mittag essen“, sage ich. „Aber gern“ bekomme ich zur Antwort. Eine halbe Stunde später stehen zwei Grillteller, dreimal Sardinen, ein vegetarisches Menü, das klang wie Minestrone aber nicht die erwartete Suppe war und ein Pferdesteak aus der Hüfte auf dem Tisch. Geht doch 😉

Die restlichen 110 Kilometer haben wir dann im Eiltempo abgespult und waren gegen 17:30 Uhr am Meer. Jetzt denken wie

Jetzt denken wir verstärkt darüber nach, ob es an der Zeit ist, „betreutes Fahren“ ins Programm aufzunehmen.

Wir haben lange gesucht – und dann doch eine tolle Gelegenheit zum Mittagessen gefunden.