Archiv der Kategorie: Istrien 2010

Am Ziel

Am dritten Tag unserer Reise hatten wir Kroatien erreicht.

Auf historischem Pflaster zum Hotel

So kann es weitergehen: Morgens hüllen sich die Berge in leichten Nebel, doch wenn wir die Motoren starten, kommt die Sonne raus. So war es auch bei unserer Abreise aus Cerkno. Das Schauspiel war so faszinierend, dass wir – kaum dass wir losgefahren waren, gleich einen Fotostopp einlegen mußten, weil das unter einer Wolkendecke verschwindende Tal einfach im Bild festgehalten werden wollte.

Auf kurvenreicher Strecke erreichten wir schon bald die Höhenzüge des „Trnovski gozd“-Gebirge, in dem es natürlich keinen Kaffee gab. Den konnten wir erst in einer kleinen Bar in Ajdovscina ordern, nachdem wir uns zuvor eine kleine enge Schlucht „hinuntergestürzt“ hatten.

Auf Nebenwegen ging es dann Richtung kroatische Grenze. Die Straße 608 sollte uns direkt nach Motovun führen. Allerdings fehlte auf der Landkarte das Signet für einen Grenzübergang. Von dem kroatischen und dem slowenischen Fremdenverkehrsamt hatten wir im Vorfeld zudem widersprüchliche Informationen erhalten: die einen meinten, die Grenze sei passierbar, die anderen meinten, sie sei nicht passierbar. Also: ausprobieren!

Sie ist nicht passierbar, zumindest nicht für Ausländer. Also mussten wir auf die 201 ausweichen und erreichten am frühen Nachmittag Motovun. Unser Hotel lag ganz oben auf dem Berg. Mit den Motorrädern dürften wir bis ganz nach oben fahren, hatte es geheißen. Was man uns nicht gesagt hatte: die letzten 500 Meter führten durch eine Fußgängerzone, in der noch das historische Pflaster lag, das wohl einst die Römer verlegt hatten. Und da rumpelten wir nun drüber …

Von der Idee, gleich noch einmal ans Meer zu fahren, nahm jeder freiwillig Abstand. Ein frühes Feierabendbier unter alten Kastanien war irgendwie viel verlockender. Nach und nach trafen alle drei Gruppen ein und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Morgen wollen wir Istrien entdecken.

Feierabendbier

Nach einer kurvenreichen Tagestour schmeckt das erste Bier besonders gut

Traumhafter Tourenstart

Besser hätte die Tour nach Istrien nicht starten können: strahlend blauer Himmel und gleißender Sonnenschein am frühen Sonntagmorgen.

Über den Gailberg ging’s zunächst nach Kötschach-Mauthen und dann auf kleinen Nebenstraßen zum Naßfeld. Ein kurzer Fotostopp auf der Passhöhe und schon waren wir in Italien. Das einst fürchterlich holprige Sträßchen bergab ist zwischenzeitlich fast durchweg neu asphaltiert und auch der Kehrentunnel im unteren Drittel ist mittlerweile beleuchtet.

Auf der Zufahrt ins Valle di Aupa finden wir eine kleine Bar, in der der erste Espresso auf italienischem Boden genossen werden will. Zur Mittagszeit erreichen wir die Hochebene des Valle Resia, wo wir uns bei strahlendem Sonnenschein mit Würstchen und Polenta stärken.

Kurz darauf ist Slowenien erreicht. Doch schon in Kobarit biegen wir wieder Richtung Italien ab und fahren auf winzig kleinen Straßen Kurven bis zum schwindlig werden.

Noch eine kleine Kaffeepause und der abends eigentlich obligatorische Tankstopp, dann haben wir unser Hotel in Cerkno erreicht. Das Feierabendbier auf der Terrasse schmeckt prima und auch das Abendessen weiß zu begeistern.

Schön war es heute, darin sind sich alle einig. Morgen werden wir in Istrien sein, dem eigentlichen Ziel unserer Reise.

Langsam aber stetig bergan

Mit gleich zwei Motorrädern im Laderaum ging’s hoch auf 1700 Meter

Bettenwechsel

Viel zu schnell ist die Endurowoche zu Ende gegangen. Sechs Tage lang waren wir auf kleinen kurvenreichen Straßen und herrlichen, teilweise Docht recht anspruchsvollen Schotterwegen unterwegs gewesen. Christian, von Hotel Solaria, hatte so manches Schmankerl für uns herausgesucht, so dass jede der Touren, die uns zumeist hoch in die Berge führten, immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis waren.

Zufrieden fuhren die meisten Teilnehmer schon früh am Samstagmorgen nach Hause, während sich Franz-Josef und ich sich von Obertauern aus auf den Weg nach Oberdrauburg machten. Hier, im Gasthaus zur Post, wollten wir uns am Abend mit 20 weiteren Motorradfahrern treffen: Start zu einer einwöchigen Rundreise nach Istrien.

Für den altersschwachen Ford Transit und mich gab es nur zwei Möglichkeiten dorthin zu kommen. Entweder „durch“ den Katschberg fahren – die langanhaltende 15-prozentige Steigung über den Pass wäre zu schwierig geworden – oder aber eine Schleife über Innerkrens. Da schraubt sich die schmale Asphalttrasse zwar auch auf über 1700 Meter hinauf, aber die Steigunggstrecken sind recht moderat. Will heißen: 40 km/h im Zweiten gehen immer.

Gegen Mittag war das Ziel – ohne Tunnelfahrt- erreicht, es blieb genügend Zeit, die in den nächsten Tagen zu fahrenden Strecken noch etwas „feinzuplanen“.

Gegen 19:30 Uhr war der letzte Teilnehmer da und die erste Reparatur schon fast abgeschlossen: ein Reifen musste geflickt werden, in dem ein kleiner Nagel steckte. Na, das fängt ja gut an …

Vielversprechendes Kartenmaterial

Am Wochenende war ich mal wieder in der Buchhandlung, um nach aktuellen Karten für unsere Motorradtouren zu suchen. Gefunden habe ich unter anderem Istrien im Maßstab 1:100.000.

Viele schöne kleine, weiße Linien lassen auf ungestörte Touren im Hinterland hoffen; noch interessanter scheinen die zahlreichen durchgezogenen schmale Striche zu sein. Da ist wohl wirklich jeder Weg festgehalten. Nur ob die alle asphaltiert sind, dass weiß ich nicht.

Wird sich vor Ort herausstellen. Wir sind ja mit drei Gruppen und zahlreichen GS-Fahrern unterwegs …

Oberdrauburg statt Kötschach

Eigentlich hatten wir unsere Reise nach Istrien in Kötschach beginnen lassen wollen. Weil wir aber auch bei dieser Reise wohl mit drei Gruppen unterwegs sein dürften, werden die Zimmerkapazitäten in dem ursprünglich geplanten Hotel knapp. Wir haben deshalb den Start- und Endpunkt nach Oberdrauburg verlegt – gut 13 Kilometer weiter nördlich, noch vor dem Gailberg gelegen.

Von dort aus geht es dann nach Istrien und wahrscheinlich über Slowenien wieder zurück. Da wir das erste Mal in Kroation unterwegs sein werden, sind wir schon sehr gespannt, welche Eindrücke uns dort erwarten werden.