SONNTAG, 18.8.2024 – Die Atlantikstraße ist das Ziel unserer heutigen Tagestour: sieben Brücken, eine spektakulärer als die anderen, verbinden mehrere Inselgruppen direkt am Atlantik. Der Blick aufs (unzuverlässige) RegenRadar zeigt: bis Mittag soll es an der Küste trocken bleiben. Dann kommt der Regen.
Ich genieße einen ersten Kaffee auf dem Zimmer, dann geht es zum Frühstück.



Wir umrunden auf der Straße 64 den vor Åndalsnes liegenden Fjord und erreichen rechtzeitig die Fähre nach Solnes. Die fährt alle halbe Stunde und fährt schon auf den Anleger zu.







Für die nächste Norwegenreise würde ich mir einen „Autopass“ zulegen: Einmal auf der Homepage angemeldet, werden die Gebühren automatisch von der hinterlegten Kreditkarte abgebucht. Bargeld gibt es d nicht mehr. Ein Mitarbeitet der Fährgesellschaft scannt die Kennzeichen, ist das hinterlegt, wird der Betrag mit 20 Prozent Rabatt abgebucht, ansonsten wird die EC-Karte ans Lesegerät gehalten – fertig.

Nahe des Malmefjorden geht ein kräftiger Regenschauer über uns hernieder. Ran an die nächste Tanke und die Regenkombi drüber. Wir disponieren um und kürzen etwas ab. Statt dem Küstenverlauf zu folgen, nehmen wir die „Abkürzung“ und stehen schon bald vor der größten und imposantesten Brücke der Atlantikstraße.





Es regnet noch immer und es weht ein heftiger Wind. „Freies Fahren“ ist angesagt: jeder kann und soll die spektakuläre Straße so oft fahren, wie er möchte und individuelle Fotostopps einlegen, anschließend treffen wir uns im kleinen Kiosk vor der „Storseisundbrua“. Dort gibt es leckere Waffeln, heiße Schokolade und einen Heizstrahler …





Besser wird das Wetter wohl erst einmal nicht werden. Also beschließen wir, auf den Abstecher nach Kristiansund – und damit durch einen der tiefsten Tunnel Norwegens – zu verzichten und auf relativ direktem Weg zurück ins Hotel zu fahren.
Kurz vor dem Abzweig zur Fähre reißt der Himmel auf. „Eigentlich könnten wir nun doch noch eine kleine Schleife dranhängen“, denke ich mir und halte in der nächsten Bushaltestelle zwecks „Meinungsbildung“. Auch meine Mitreisenden sind der Meinung, dass es ausreicht gegen 17 Uhr im Hotel zu sein und so werden am Ende des Tages 310 Kilometer auf dem Tacho stehen.
Ein Kaffee wäre jetzt schön. Es findet sich aber nichts. Und die Tanke bei Eidsvag ist wenig einladend. Wenig später taucht linker Hand das „Eidsvag Fjordhotel“ auf. Wir halten an ne ich will fragen, ob wir kurz einkehren können.
Alle Türen stehen auf, aber es ist Niemand da. Auf der Tresen stehen zwei Kannen Kaffee – wohl für die Hausgäste. Was tun?
Kurzerhand google ich die Telefonnummer und rufe an. Eine freundliche Frauenstimme meldet sich und fragt, ob wir ein Zimmer gebucht hätten. Ich verneine und frage, ob wir uns vielleicht am Kaffee bedienen dürften. Wir würden selbstverständlich bezahlen. „Kein Problem, bedienen Sie sich und lassen Sie es sich bei uns gut gehen. Wir sind gerade unterwegs, aber vielleicht sieht man sich ein andermal“, ruft mir die Hotelbesitzer zu. So etwas gibt es glaube ich nur in Norwegen.





Zurück im Hotel nutzen wir die Zeit zu einem kleinen Hafenspaziergang bei bestem Wetter und schauen zu, wie die „Romsdalsgondelen“ freischwebend die rund 700 Meter Höhendistanz hinauf auf den Nessskla überwinden. Von der Bergstation bietet sich eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Berge und Fjorde.









Nach dem Abendessen heißt es dann so langsam zusammenpacken. Morgen noch mal Richtung Lillehammer. Und am Dienstagmittag geht es auf die Fähre nach Kiel …




