FREITAG, 16.8.2024 – Einmal rund um das Reich der Riesen fahren? Oder einen Blick auf den Nigardsbreen, einen Seitenarm des mächtigen Gletschers Jostedalsbreen werfen? Wir entscheiden uns für die zweite Variante, die wir aber noch ein wenig modifizieren werden. Zuerst aber wird sensationell gefrühstückt: es gibt Erdbeermarmelade mit ganzen Erdbeeren.

Wir folgen dem Ardalsfjorden und setzen mit der Fähre über nach Kaupanger. Die fährt elektrisch und gleitet lautlos übers Wasser. Bei jedem Stopp im Hafen werden die Batterien aufgeladen; dafür baumelt ein mächtiges Kabel über der Pier.









Einen ersten Fotostopp legen wir an der Stabkirche von Kaupanger ein. Die liegt malerisch in Ufernähe und kann derzeit nur von außen besichtigt werden. Gegenüber stehen alte Apfelbäume und Sträucher voller Johannisbeeren, eine Schafherde weidet – es ist richtig malerisch …






In Gaupne legen wir unsere erste Kaffeepause ein. Bevor es hoch zum Nigardsbreen geht, werfen wir noch einen Blick auf die „gamle kirke“ – die alte Kirche, die malerische auf einer Anhöhe liegt.



Dann geht es hoch hinaus, unser Ziel – der Styggevatn – liegt auf gut 1.000 Meter. Wir folgen der Straße, die sich gut 25 Kilometer ins Tal schlängelt, lassen den Abzweig zur Gletscherzunge des Nigardsbreen aber links liegen. Statt dessen geht es weitere 25 abenteuerliche Kilometer bergab – auf einem „Hilfsweg von schlechter Verfassung“, wie es auf einem Warnschild heißt.



Die holprige Straße endet unterhalb einer gewaltigen Staumauer; von hier geht es nur noch zu Fuß weiter.

Schnaufend aber tief beeindruckt erreichen wir nach einigen Minuten das gewaltige, 3,3 Millionen Kubikmeter Gletscherwasser fassende Staubecken, das zur Energieversorgung genutzt wird: Aus gut 1.100 Metern Höhe schießt das Wasser durch 31 Kilometer lange Tunnel, um Turbinen anzutreiben. Am Ende des Sees, der Gletscher – gewaltig und schön. Das Ufer darf nur auf eigene Gefahr betreten werden: wenn der Gletscher „kalbt“ – also große Stücke abbrechen – können urplötzlich „Flutwellen“ von 50 Metern Höhe und mehr entstehen …





Wir wollen zurück nach Gaupne, Mittag essen – wenn ich denn meinen Zündschlüssel finden würde. Den hatte ich die ganze Zeit mit einem Ring am kleinen Finger getragen; bei Hantieren mit iPhone und Kamera muss er verloren gegangen sein. So ein Mist! Ganz langsam und aufmerksam gehen Hans und ich die Wegstrecke noch einmal ab – und finden ihn glücklicherweise wieder …

Wir genießen die Fahrt zurück ins Tal, müssen noch einmal durch einen dunklen unbeleuchteten Tunnel und steuern dann den „Tinevegen“ an.

Ein paar Fotostopps später stehen wir auf gut 1.300 Meter, bei gerade einmal fünf Grad plus und leichten Graupelschauern, am Kassenautomat und kämpfen mit den Tücken der Technik. Gut 20 Minuten brauchen wir, bis jeder sein Ticket hat. So lange warten drei norwegische Autofahrer geduldig – kein Hupen, kein Fluchen, irgendwann wird es schon weitergehen. Völlig ungewohnt, aber beeindruckend.











Noch ein Tankstopp und wird sind wieder am Aurlandsfjord. Bis zum Essen bleibt noch ein wenig Zeit zum entspannten Ausruhen und die Aussicht genießen.

Die Küche verwöhnt uns, wir trinken Cider aus roten Früchten und schauen entspannt zu, wie es so langsam Nacht wird. War wieder ein toller Tag heute …










