Tagesarchiv: 15/08/2024

Wasserfälle, noch und nöcher …

DONNERSTAG – 15.8.2024 – Da haben wir ja mal wieder richtig Glück gehabt. Eigentlich hätte es ab dem Mittag ordentlich regnen sollen. Doch außer ein wenig Nieselregen – mal mehr, mal weniger – sind wir weitestgehend trocken geblieben. Am besten schaut man sich die ganzen Wetter-Apps gar nicht mehr an.

Es ist kurz vor acht und ich sitze mehr oder minder alleine am Frühstückstisch. Alles Frühaufsteher? Es gibt Rentier-Wurst und Kaffee aus der großen Thermoskanne – so wie in Norwegen meist üblich.

Der Himmel ist bedeckt, es zeigen sich aber schon erste blaue Flecken: Zeit endlich zu starten. Seit vier Tagen leben wir ständig auf dem Koffer und wechseln täglich das Hotel. Im nächsten bleiben wir für zwei Nächte.

Gestern Abend war die Zufahrt zur alten Passstraße noch gesperrt, heute steht einer Tour über das Røldalfjell nichts im Wege. Das schmale Sträßen führt bis auf 1.000 Meter und umgeht – in einer faszinierenden Landschaft – zwei langweilige Tunnel.

Bald darauf ist der „Langvossen“ erreicht. Ein gewaltiger, zweigeteilter Wasserfall – einer der bekanntesten in Norwegen.

In Lofthus hatten wir eine kleine Bäckerei entdeckt, die zum obligatorischen Kaffeestopp gegen 10:30 Uhr geradezu einlädt. Die Zimtschnecken sind lecker; es gibt aber auch Softeis …

Wir sind am Hardangerfjord, „dem“ Obstanbaugebiet von Norwegen. Parallel zur Hauptstraße verläuft ein schmaler Wirtschaftsweg, dem wir ein Paar Kilometer lang folgen – mitten durch eine Apfelplantage. Dur werden hier im großen Stil angebaut.

Dann heißt es tief durchatmen. Wir stehen am Aussichtspunkt mit Blick auf die Hängebrücke über den Hardangerfjord. Gut 1,4 Kilometer liegen zwischen den beiden Ufern – eine der längsten Hängebrücken – und wir müssen da jetzt drüber. Zuerst führt die Straße in den Berg, in dem sich ein blau erleuchteter Kreisel findet – mitten im Berg! Die sind verrückt, die Norweger. An der Ausfahrt zur Hängebrücke wird glücklicherweise nicht mehr als 1 Windstärke angezeigt, bei böigem Wind wäre die Fahrt sicher kein Vergnügen …

Wir nehmen den Abzweig nach Ulvik, um nicht durch den Tunnel fahren zu müssen – und sammeln Blaubeeren, die wir bei einem Fotostopp entdecken.

Kurz darauf ist der Skjervsfossen erreicht, ein weiterer beeindruckender Wasserfall.

Es hat angefangen zu nieseln, so dass wir nicht fängt es leicht an zu nieseln, so dass nicht auf kleinen Straßen ins Gebirge abzweigen sondern erstmal auf der Hauptroute bleiben – und nahe Voss unsere Mittagspause einlegen. Gasthäuser, wie bei uns, gibt es in Norwegen eher selten. Dafür gibt es in fast jeder größeren Tankstelle einen Imbiss …

Richtig gediegen ist es dafür bei der Kaffeepause, die wir im Stahlheim-Hotel einlegen. Das liegt direkt an der sehr steilen und sehr engen Pass-Straße „Stahlheimkleiva“, die aus Sicherheitsgründen nicht mehr befahren werden darf. Von der Hotelterrasse lässt sich ein Blick auf zwei der Serpentinen erhaschen, wer ein paar Schritte läuft, kommt bis zur alten Straße …

Sehr eng und sehr kurvenreich ist auch die Anfahrt zur „Schneestraße“. Mit viel zu großen Wohnmobilen quälen sich viele hoch zum Stegastein, einem spektakulären Aussichtspunkt. 650 Meter über dem Aurlandsfjord stehen wir dort und blicken in die Tiefe.

Dann sind wir allein in der Einsamkeit. Das graue Asphaltband windet sich durch eine weite, menschenleere Landschaft und erreicht dabei Höhen von mehr als 1.300 Metern. Acht Grad zeigt mein Thermometer – an einigen Hängen halten sich tapfer Schneereste …

Unten im Tal ist es wieder warm, in den vielen Tunnels, durch die wir fahren, auch. Kurz nach sechs sind wir im Hotel, um halb acht gibt es Essen.

Wir wohnen direkt „am Wasser“, mit Blick auf den Ardalsfjord.

Spät am Abend legt ein Frachtschiff vom nahegelegenen Aluminiumwerk ab. Dann herrscht Stille.