Tagesarchiv: 14/08/2024

Ein Himmelreich für einen Tempomat …

MITTWOCH, 14.8.2024 – Die Nacht über hat es geregnet, früh am Morgen hängen die Wolken noch tief in den Bergen. Ich laufe ein paar Schritte zum Otra-Fluss, um diese ganz besondere Stimmung einzufangen. Die Stille ist unglaublich, es ist so leise, dass man fast die Strömung der Flusses hören kann – unglaublich …

Beim Frühstück gibt es – neben anderen Leckereien – endlich „Brunost“, den typischen karamellisierten Käse aus Norwegen. Der wird auf Knäckebrot und mit Marmelade bestrichen gegessen – ich finde das lecker 😉

Als wir um 9 Uhr starten sind nur die Straßen noch nass. Gut 100 Kilometer sind es bis Haukeligrend – da wollen wir unsere Kaffeepause einlegen. Unterwegs fotografieren wir noch ein paar Rentiere …

An der „Kaffeebude“ sind ein paar Szenen aus dem „wahren Leben“ arrangiert – schaut lustig aus.

Von einem kurzen Schauer begleitet, starten wir zur nächsten Etappe. Wieder schraubt sich die Straße auf gut 1.000 Meter hinauf und gewährt immer wieder spezielle Ausblicke. An der Landschaft in Norwegen kann man sich garnicht satt sehen …

An der Rosenkirche von Roldal legen wir einen Fotostopp ein. Zwischen 1200 und 1250 erbaut war die kleine Stabkirche ab dem Mittelalter bis 1835 eines der wichtigsten Pilgerziele in Norwegen. Angeblich schwitzt Jesus am Kreuz jedes Jahr am 6. Juli. Dieser Schweiß hat heilende Wirkung. Im Mittelalter war Røldal nach dem Nidarsdom der wichtigste Pilgerort in Norwegen.

Es ist gerade Mittag und wir wollen noch einen gut 200 Kilometer langen Abstecher. Die in dem vor uns liegenden Streckenabschnitt sensationelle Touristenstraße „Ryfylke“ ist das Ziel. Noch einmal volltanken und schon geht es los.

Schnell sind wir wieder auf gut 1.000 Metern. Nackter Fels, der von Moosen und Flechten überzogen ist, prägt das Bild. Dazwischen ein paar Seen und eine Straße, die sich der Topografie anpasst. Hier ist Motorradfahren ein Traum, der nie enden möge …

Die alten Zinkgruben in der „Allmannajuvet-Schlucht“ laden zu einer kleinen Pause ein. Von 1881 bis 1899 in Betrieb, waren dort bis zu 168 Menschen geschäftig. Das Erz wurde ins Ausland verschifft. Das einem alten Grubengebäude nachempfunden Café liegt versteckt am Berg. Wir müssen ein paar Schritte laufen – dafür gibt es aber auch frisch gebackene Waffeln mit Erdbeermarmelade …

Nur wenig später halten wir für ein Foto am „Svandalsfossen“. 2006 wurde eine beeindruckende Brücken- und Treppenanlage direkt neben dem Wasserfall errichtet. Wer die 180 Meter bis zur Kante laufen will, muss 552 Treppenstufen steigen.

Eine Fallhöhe von 600 Metern weist hingegen das „Langfossen“ auf, an dem wir am späten Nachmittag einen Fotostopp einlegen.

Noch ein kleines Kaffeepäuschen am „Akrafjord“ – mit einem viel zu süßen aber sensationell leckeren Schokokuchen – und wir sind kurz nach 18 Uhr wieder im Hotel.

Auf dem Weg dorthin haben wir schon einen Blick auf die alte Passstraße werfen können, die über den Roldal-Tunnel führt. Sah fast so aus, als wäre sie gesperrt. Das wäre schade …

Nach dem Abendessen noch ein Blick vom Balkon. Auch morgen warten gut 300 Kilometer auf uns, die sich in Norwegen aber gut fahren lassen. Schön wäre ein Tempomat, lässt es sich doch mit dem maximal erlaubten 80 km/h herrlich entspannt um die Kurven cruisen …