Tagesarchiv: 12/08/2024

Ans Südkap von Norwegen

MONTAG, 12.8.2024 – Heute müssen wir ein wenig früher aufstehen. Spätestens um 8:30 Uhr sollen wir am Check in der Fjordline sein. Zwar sind es nur wenige Minuten Fahrzeit vom Hotel zur Fähre. Da wir aber nicht auf den letzten Drücker kommen wollen, starten wir bereits um 8:00 Uhr.

Der Wecker steht auf halb sieben. Doch schon eine gute Stunde früher werde ich wach. Die Vorhänge sind nicht zugezogen – der Horizont ist in dunkles rot getaucht. Die Fenster zeigen nach Osten; gleich geht die Sonne auf, denke ich mir und kann den Feuerball im Bild festhalten.

Wenig später sitzen wir am Frühstückstisch. Wer auf Hardcore steht, verdrückt schon am frühen Morgen einen Matjes. Ich halte es da lieber mit Knäckbrot, das dick mit Frischkäse und Marmelade „belegt“ ist …

Kurz vor acht stehen alle auf dem Hotelparkplatz. Die letzten Gepäckstücke werden „verladen“, der Ducato schon mal in Position rangiert. Der Check in ist anschließend schnell erreicht. Im Stop-and-go geht es voran, dann erhalten auch wir am Schalter unsere Papiere. „Bitte in Reihe 20 fahren“, werfen wir aufgefordert; kaum stehen wir dort, geht’s schon zum Verladen.

Acht Motorrädet passen in eine kleine Nische. Entsprechend abgestellt wird über die Sitzbank verzurrt und die Maschine gegen Umfallen gesichert. Nur das Patent der Spanngurte muss man verstehen …

Wir sind die Ersten auf dem Panoramadeck und finden schnell ein paar Sitzplätze mit guter Aussicht. Gut eine Stunde dauert es, bis alle Motorräder, Autos, Wohnmobile, Busse und Lastwagen verladen sind. Die Sonne scheint, das Meer ist ruhig – wird eine entspannte Überfahrt …

Vier Stunden später, gegen halb zwei, legen wir in Kristiansand an. Wir haben Norwegen, unser Ziel erreicht. Die Fahrt aus dem Fährhafen ist ein wenig mühsam. Die vier Fahrspuren verengen sich auf eine – und da kontrolliert der Zoll.

Unser erstes Ziel ist Mandal, die südlichste Stadt in Norwegen, die für ihre vielen weißen Holzhäuser bekannt ist. Im „Riverside“ legen wir eine kurze Rast ein: es gibt Hotdogs, Eis und Cappuccino – alles, was das Herz begehrt.

Die Nebenstraßen entlang der Küste: ein Traum. Fast wie Achterbahn fahren – oft geht es steil bergab und dann wieder herrlich kurvenreich bergab. Durch dichte Wälder und vorbei an beeindruckenden Seen und Fjorden; ein erster unbefestigter Abschnitt war auch dabei.

Das norwegische Wort für „Wunder“ ist „under“. Under heißt auch das Feinschmeckerlokal an Norwegens Küste, dessen Gastraum unter der Wasserlinie liegt. 90 Plätze befinden sich hinter einer großen Glasscheibe, oft auf Wochen ausgebucht. „Ob wir vielleicht mal reinschauen dürften“ hatten wir vorab gefragt. Leider sei montags Ruhetag und der Personalmangel mache eine Besichtigung nicht möglich“, hieß es. Schade.

Ausgiebig besichtigten können wir hingegen den Leuchtturm am Südkap von Norwegen. Er war das erste richtige Leuchtfeuer, das den Schiffen den Weg wies. In einer Kaverne im Berg wird die Geschichte der Leuchttürme in Norwegen aufgezeigt, hoch oben am Berg selbst – am südlichsten Punkt von Norwegen – steht das historische und immer noch funktionsfähige Bauwerk.

Gut 50 Kilometer noch und wir sind im nächsten Hotel. Obwohl wir fünf Mal keinen Fisch bestellt hatten, sollte jede einen Krabben-Cocktail erhalten. „Nicht?“, fragt die Bedienung – Krabben seien doch kein Fisch … Auch der Lachs als Hauptspeise war lecker, die Crème brûlée zum Nachtisch sowieso. Heute hat mal wieder alles gepasst.

Morgen geht es hoch in „die Berge“. Auf mehr als 1.000 Höhenmeter führen die kleinen Straßen, die wir rausgesucht haben …