Sonnenuntergang in der Rhön

Die ganze Woche fürs Büro unterwegs. Montag und Dienstag in Steinbach am Taunus. Der Gedanke, den Sonnenuntergang vom Gipfelplateau des Feldbergs zu genießen, ließ sich leider nicht realisieren: Am ersten Tag dauerte die Besprechung bis etwa 22 Uhr, am zweiten Tag waren wir zwar rechtzeitig fertig, es kündigte sich jedoch ein Gewitter mit heftigem Starkregen an …

Mittwoch dann Ortswechsel: es ging mal wieder nach Fulda. Der erste Tag war nur zur Anreise geplant – die Gelegenheit, um „meinen Plan“ endlich umsetzen zu können. Wenn ich aufs gemeinsame Abendessen verzichten würde, wäre ich rechtzeitig auf der Wasserkuppe, um den Sonnenuntergang auf gut 950 Metern genießen zu können.

Statt ICE wurde die alte G/S als „Transportmittel“ gewählt; die Fahrt durchs Kinzigtal und über den Vogelsberg war – wie immer – ein Genuss. Unterwegs ergab sich noch ein unerwarteter „Verwandschaftsbesuch“: Kühe unter sich 😉

Kurz nach 20 Uhr schmeiße ich den alten Boxer an und orientiere mich Richtung Gersfeld. Der Hochrhönring gehört mir heute Abend ganz alleine. Ich genieße jeden Kilometer. In der Wetter-App war davon zu lesen, dass dichte Wolken die Aussicht trüben könnten. Aber noch scheint die Sonne.

Als ich den Parkplatz am Segelflugplatz erreiche, bin ich ganz alleine. Kurz überlege ich, ob ich die Verbotsschilder an der Zufahrt zum Radom ignorieren und bis hoch auf den Gipfel fahren soll. Weil ich aber gut in der Zeit liege und etwas Bewegung durchaus gut tut, nehme ich gut zehn Minuten Fußmarsch in Kauf und spurte bergan.

Was für eine Aussicht! Die Wolken, die den Blick gen Westen ein wenig „eintrüben“, sorgen für eine mystische Stimmung. Ich genieße die fantastische Aussicht – und die Stille, die allerdings nicht lange anhalten soll.

Vier Gleitschirmfliegen kommen im Auto angefahren, packen erst mal ein paar Flaschen Bier auf die Tische und versuchen sich dann lautstark darin, ihre Schirme in den Aufwind zu halten und zehn Meter unterhalb des Plateaus eine Punktlandung auf einer entsprechend markierten Plastikfolie hinzulegen. Ich mache ein paar Fotos und lasse mich nicht weiter stören …

Noch zwanzig Minuten, dann wird die Sonne hinter dem Horizont verschwinden. Ich mache ein Foto nach dem anderen, wechsel die Perspektiven und genieße die wunderbaren Abendstimmung.

In der Dämmerung geht es zurück zum Parkplatz. Ich krame den Pullover aus dem Topcase; ohne Sonne ist es doch ein wenig frisch hier oben. Auf direktem Weg gehts zurück uns Hotel; wenngleich auch unterwegs ein kurzer Fotostock noch sein muss. Der Bildstock im Abendlicht sieht einfach zu fotogen aus, um einfach an ihm vorbei zu fahren …

Im Biergarten des Hotels gönne ich um mir 22:30 Uhr noch eine Mango-Schorle, dann gehts ins Bett. Übernachtet wird im „Schwartzen Raab“: Einst sollte an dieser Stelle ein junger Mann hingerichtet werden, der beschuldigt wurde, einen Ring gestohlen zu haben. Den fand man jedoch im Nest eines Raben, bevor der Scharfrichter seines Amtes wallten konnte. Der Baum, in dem der Rabe sein Nest gebaut hatte, wurde gefällt und statt dessen ein Haus gebaut, dass zur Mahnung, Niemanden voreilig zu beschuldigen, heute noch den Namen „Schwartzer Raab“ trägt.

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