Auf dem Weg nach Italien

Was ist der beste Weg nach Ravascletto? Felbertauern, Gailberg, Plöckenpass? Dann würde ich ab Kitzbühl nur Landstraße fahren und wüsste nicht, wie lange ich möglicherweise vor einer roten Ampel vor der einspurigen Ersatzstraße am Felbertauern stehen würde?

Oder durch den Tauerntunnel und unterm Katschberg durch nach Spittal und dann über den Plöcken?

Oder bleibe ich bis ins italienische Tolmezzo auf der Autobahn und nähere mich Ravascletto von Süden?

Ich entscheide mich, mich spontan zu entscheiden und fahre erst einmal los. Zwei Motorräder im Ducato, eine Kühlbox voller Brötchen und eine große Kanne Kaffe – da kann erst mal nicht viel passieren.

Bis München rollt der Verkehr reibungslos. Kurz vor der bayerischen Landeshauptstadt meldet der Verkehrsfunk dann Stau auf allen Autobahnen: A9, A8, A99 und was es sonst noch so gibt – angeblich alles dicht.

Also „Plan B“, der hat schon mal gut funktioniert: „Optimale Route – Autobahn verbieten“ sind die Parameter, die ich auf dem Navi wähle und lasse mich so bis Rosenheim auf herrlichen Straßen um den zähfließenden Verkehr herumleiten.

Die Entscheidung, welche Strecke die optimalste sein könnte, fiel letztlich für die Autobahn. In der Dämmerung ging’s auf der A2 Richtung Italien. Vor mir die gewaltigen Gebirgszüge der Karnischen Dolomiten, die wie gleich mehrere hintereinander gereihte Ketten den Weg gen Süden zu versperren schienen.

Die Mautstation bei Tolmezzo bot dann wieder eine Besonderheit. Kaum war ich an der Schranke vorgefahren, öffnete sich eine Klappe, in die die Maut – 4,90 Euro – in Münzen eingeworfen werden sollte. Wie lustig.

Eine halbe Stunde später war ich in Ravascletto, nachdem ich mich zuvor in stockdunkler Nacht auf winzig kleinen, kurvenreichen Straßen bis auf fast 1000 Meter hinaufgeschraubt hatte. Ein erster Espresso auf der Terrasse und ich wusste: ich bin in Italien!

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Es wäre so schön gewesen …

Eigentlich säßen wir jetzt noch an Deck und würden die untergehende Sonne genießen. Heute hatten wir von Kiel aus in den Südwesten Norwegens aufbrechen wollen – doch leider gab es ein paar Unwägbarkeiten, so dass wir die Reise zunächst einmal verschieben mussten. Schade, schade – zumal das Wetter in Skandinavien gut gewesen wäre.

Statt dessen geht es jetzt nach Norditalien. Am Sonntag starten wir ins Friaul, da wo die Straßen besonders klein und kurvenreich sind. So ganz ohne Alternative hatten wir dann doch nicht absagen wollen.

Pläne schon fürs nächste Jahr

Noch einmal gemeinsam frühstücken – dann trennen sich unsere Wege. Zumindest für ein paar Wochen. Denn den einen oder anderen werden wir bei den in diesem Jahr noch anstehenden Motorradtouren erfreulicherweise wiedersehen:

Anfang September geht für eine Woche ins Friaul, über den „Tag der Deutschen Einheit“ ins Riesengebirge. Mitte Oktober dann noch mal für ein Wochenende ins Elsass.

So langsam planen wir auch schon die nächste Saison. Heißer Favorit ist die Toskana, die wohl ab dem 1. Mai 2014 eines der nächsten Ziele sein könnte.

Gibt es Wünsche oder Anregungen Deinerseits? Schreib und einfach eine Mail: kurvenfieber@mac.com

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Aufbruchstimmung: Das Sommerfest der Motorradfahrer ging wieder viel zu schnell zu Ende. Aber: es gibt ja auch ein nächstes Jahr.

Zum Sonnenaufgang auf die Wasserkuppe

Ich sollte den Mund doch nicht so voll nehmen. Nach der herrlichen Sonnenuntergangstour am gestrigen Freitag, hatte ich laut überlegt, dass wir am Samstagmorgen doch eine Sonnenaufgangstour unternehmen könnten. Um 6:13 Uhr müssten wir spätestens auf der Wasserkuppe sein, was bedeuten würde: um 5:00 Uhr los fahren.

Stefan, der morgens sowieso mit den Hühnern aufsteht, war sofort dabei – und Uli auch. Zu dritt starteten wir in aller Hergottsfrühe gen Osten und fuhren aus dem Dunkel der Nacht der Dämmerung entgegen. Kurz vor 6 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht und erlebten auf der Wasserkuppe einen herrlichen Sonnenaufgang.

Gut eine Stunde führte uns Stefan anschließend auf winzig kleinen Straßen zurück zum Hotel, wo wir rechtzeitig zum Frühstück wieder eintrafen. Bei vielen herrschte ungläubiges Staunen, dass wir unsere verwegene Ankündigung tatsächlich umgesetzt hatten.

Um 9 Uhr starteten wir dann unsere eigentliche Tagestour durch die Rhön. Der erste Kaffeestopp war am Tower der Segel- und Motorflieger – nah, wo wohl ? – auf der Wasserkuppe eingeplant. Gut eineinhalb Stunden später legten wir die Mittagsrast an der idyllisch gelegenen „Fischerhütte am See“ ein. Und ein leckeres Stück Kuchen gab es am Nachmittag in Motten.

Früher als sonst waren wir zurück im Hotel, wollten wir am Abend doch (noch im Hellen) grillen. Im großen Garten wurden auf offener Flamme Fleisch und Würstchen mundgerecht zubereitet, dazu gab’s Salat und leckere Beilagen, so dass sich Jeder mehr als satt essen konnte.

Zu später Stunde wurde dann auch noch ein ordentliches Lagerfeuer angezündet, das einen schönen Schlusspunkt unter das diesjährige Sommerfest setzte. Herrlich! Fehlte nur noch, dass einer die Gitarre rausgeholt hätte – glücklicherweise nicht …

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Um 6:13 Uhr ging die Sonne auf. Diesen faszinierenden Anblick konnten wir minutenlang auf der Wasserkuppe erleben – einfach toll.

Start zum Sommerfest der Motorradfahrer

Sommerfest – einmal im Jahr treffen wir uns zwanglos an einem Wochenende im Juli oder August, um neben zwei schönen Touren auch Zeit zum persönlichen Gespräch zu haben. Und nachdem es uns in der Sieberzmühle gut gefallen hatte, war das nette Gasthaus nahe Fulda ein weiteres Mal unser Treffpunkt.

Bis 16 Uhr waren viele der Teilnehmer am Freitag bereits angereist, so dass wir letztlich mit drei Gruppen unterwegs waren. Eine wollte (eigentlich) die 90 Kilometer lange „kurze“ Tour fahren, die beiden anderen hatten sich für die 200 Kilometer-Distanz entschieden und wollten erst mit Einbruch der Dämmerung wieder im Hotel sein.

Nachdem es in der Sieberzmühle bis 22 Uhr warmes Essen gibt, hatten wir beschlossen, endlich mal unseren Plan umzusetzen, der da war, statt um 19:30 Uhr schon zu Abend zu essen, lieber bei dann noch angenehmen Temperaturen und leeren Straßen ein wenig länger Motorrad zu fahren.

Die ersten 90 Kilometer führten uns nach Wasungen. Und genau diese 90 Kilometer wurden Dieter und seiner Gruppe zum „Verhängnis“: Statt den „kleinen“ 90 Kilometer Rundkurs im Navi auszuwählen, aktivierte Dieter – wie wir auch – das erste, 90 Kilometer lange Teilstück der großen Runde. Und weil die Straßen klein und kurvenreich waren, es zudem richtig gut lief, bemerkte er seinen „Fehler“ relativ spät – mit dem Ergebnis, dass aus der kleinen Runde letztlich doch auch gut 160 Kilometer wurden.

Wir saßen derweil in einem kleinen Straßencafe und stärkten uns mit einem Erdbeerbecher. Die Wasserkuppe war das nächste Ziel, die wir – wie geplant – kurz vor Sonnenuntergang erreichten. Ein kurzer Fotostopp am Radom, dann ging es zurück ins Hotel, dass wir mit dem Sonnenuntergang erreichten. So hatten wir uns das gedacht.

Nach dem recht späten Abendessen wurde noch ein wenig geklönt, dann ging’s ins Bett. Hatten wir doch für den Samstagmorgen einen verwegenen Plan …

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Motorrad fahren bis zum letzten Sonnenstrahl. Beim Sommerfest waren wir noch auf der Straße unterwegs, als Andere schon längst zu Abend aßen.

Das Sommerfest naht

Drei Wochen noch, dann treffen wir uns zum Sommerfest in der Sieberzmühle nahe Fulda. Ein freies Zimmer können wir noch anbieten, ansonsten sind die Kapazitäten (voraussichtlich) erschöpft.

Mit allen, die am Freitag, den 16. August bis 16 Uhr, an der Sieberzmühle sein können, wollen wir schon mal eine erste kleine Tour unternehmen. Nur eine kleine Tour? Wenn das Wetter mitspielt und unsere Teilnehmer Lust haben, können wir die bis zur Dämmerung ausdehnen – das wäre doch mal was, oder?

Am Samstag geht’s dann Richtung Rhön; am Abend wollen wir wieder im Garten grillen und bis tief in die Nacht am Lagerfeuer zusammensitzen. Da lässt es sich herrlich über die noch ausstehenden Touren philosophieren.

Vom 1. bis 7. September werden wir ins Friaul fahren (ein halbes Doppel- und ein Doppelzimmer sind noch frei), vom 28. September bis 5. Oktober sind wir im Riesengebirge unterwegs (noch maximal drei Zimmer frei) und vom 11. bis 13. Oktober geht’s für ein kurvenreiches Wochenende noch mal ins Elsass (zwei Zimmer frei).

Das jährliche Nachtreffen haben wir vom 22. bis 24. November in Bad Breisig terminiert. Und dann gehts schon langsam auf das nächste Jahr, das neue Programm und viele weitere attraktive Touren zu. Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung. Schreib einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com

Noch ein Tag voller Sonnenschein

Der Hunsrück war das Ziel dieser Tagestour der vhs. Eine Region, die für so einen sonnenreichen Tag wie den heutigen, geradezu ideal gewählt schien. Höhenlagen und viel Wald – da sollte es auszuhalten sein.

Treffpunkt war die Autobahnraststätte Heidenfahrt an der A 60. Lange vor der verabredeten Zeit waren die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer da; insgesamt sollten wir diesmal 20 sein, die zusammen auf Tour gehen wollten.

Punkt 9 Uhr ging’s los. Zunächst führte uns unsere Route durchs Rheinhessische. Auf vornehmlich kleinen Straßen fuhren wir durch Weinberge und kleine Dörfchen; nach gut eineinhalb Stunden Fahrt war Sobernheim erreicht. Vorsorglich hatten wir unser Eintreffen im Kurhotel BollAnts angekündigt. In gediegener Atmosphäre wurden uns im Park Kaffee und Kaltgetränke serviert – zu entsprechenden Preisen; schön war’s trotzdem.

Den Hunsrück durchquerten wir anschließend auf winzig kleinen Straßen. Und weil’s so schön war, bauten wir noch die eine oder andere Schleife zusätzlich ein. Gegen Mittag war Gemünden erreicht; im Gemündener Hof hatten wir die Mittagspause eingeplant. Die dauerte länger als gedacht, weil sich die junge Bedienung viel Zeit ließ, unsere Bestellungen aufzunehmen und sich noch mehr Zeit ließ, diese dann zu bringen.

Bratwurst oder Schwenkbraten waren beim Essen die Favoriten – doch die letzte bestellte Wurst war „unauffindbar“. Irgendjemandem waren zwei Würste serviert worden, (die eine war so kleine), so dass nun guter Rat teuer war. Also alternativ einen Spieß bestellt. Kaum lag der auf dem Grill, fand sich doch noch eine Bratwurst – die der Chef höchstpersönlich mit einem zufriedenen Lächeln servierte. Den Spieß gab’s trotzdem, als Extra hinterher und ohne zusätzliche Berechnung – danke!

Gegen 17 Uhr hatten wir dann das letzte Etappenziel erreicht: den Bismarkturm bei Ingelheim. Hier trennten sich nach der Kaffeepause unsere Wege. Im Oktober wollen wir noch mal zusammen in den Odenwald fahren. Ob da auch die Sonne scheinen wird?

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Die Ersten sind schon da. Die Uhr zeigt gerade einmal 8:30 Uhr, da trafen die ersten Ungeduldigen ein und freuten sich über ein Wiedersehen.

Ich habe es mal ausprobiert

Eigentlich – so überlege ich schon lange – ist es doch irgendwie blöd, dass wir die beste Zeit zum Motorrad fahren mit Abendessen verbringen. Wenn die Straßen leer und die Temperaturen angenehm sind, wird uns das Drei Gänge-Menü serviert – und draußen herrschen Idealbedingungen.

So langsam reift der Gedanke, doch vielleicht mal bis in die Dämmerung zu fahren und dann vielleicht nur einen kleinen Imbiss zu ordern. Wenn wir eine entsprechenden Absprache mit der Hotelküche treffen, müsste das doch gehen.

So wie damals auf Sky, als wir bis kurz vor 21 Uhr die kleine Insel entdecken konnte, weil es bis zu dieser Uhrzeit warmes Essen gab. Ein tolles Erlebnis.

Heute haben wir – auf einer Bürotour mit dem Motorrad – Kollegen in Viechtach besucht und am frühen Abend zusammen gegrillt. Gegen 19 Uhr ging’s dann ins Hotel – an einem herrlich lauen Sommerabend. Die Gelegenheit, den langgelegen Plan mal testweise umzusetzen.

Gut zwei Stunden war ich noch mal unterwegs und konnte Motorrad fahrend erleben, wie die Sonne immer weiter unterging. Die Straßen leer, die Temperaturen angenehm – das hat Spaß gemacht und wird vielleicht Einzig in unser Programm halten. Mir hat’s zumindest gefallen.

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Berufs-Kradfahrer

Eine Woche lang Motorrad fahren – und das mit dienstlichem Auftrag. Seit Sonntag sind wir wieder unterwegs: 26 Motorrad fahrende Mitglieder der EVG, die ihre Kolleginnen und Kollegen mal auf dem Bike bei der Arbeit besuchen wollen. Schon die Premierentour, die im vergangenen Jahr von Weimar bis nach Hamburg führte, war ein voller Erfolg. Und auch die diesjährige Sommertour scheint guten Anklang zu finden.

Von Königstein führte die Route heute über Kaiserslautern nach Zirkel. Morgen gehts durchs Elsass nach Karlsruhe und dann weiter nach Kornwestheim. Augsburg, Holzkirchen, Freilassung, Viechtach, Regensburg, Nürnberg und Michelstadt sind die weiteren Stationen. Gut 1700 Kilometer werden wir an sechs Fahrtagen unterwegs sein.

Mir obliegt es erfreulicherweise, die Gruppe zu begleiten, so dass ich mich in den nächsten Tagen durchaus als „Berufs-Kradfahrer“ verstehen kann. Infos zur Sommerreise der EVG findest Du unter www.evgbiker.wordpress.com oder unter www.facebook.com/evgbiker

Einmal rund um Künzelsau

TOURBERICHT JAGST-TAL
Sonntag, 30. Juni 2013 | 4. Tag

Heute meint es der Wettergott wieder gut mit uns. Mit dem Läuten der Kirchturmglocken starten wir um 9 Uhr die Motoren und machen und auf zur letzen Runde. Bis zur Mittagszeit wollen wir noch einmal im Jagsttal unterwegs sein und die herrliche Landschaft bei strahlendem Sonnenschein genießen.

Zunächst führt uns der Weg gen Osten. Mit Blick auf die imposant auf einem Bergkegel liegende Waldenburg, fahren wir durch weite Felder, die immer wieder von kurzen Waldstücken unterbrochen werden. Herrlich, wie sich das Licht in den Blättern der dicht aneinander stehenden Bäumen bricht.

Immer wieder säumen bunte Blumen den Wegesrand: roter Mohn, kleine Sonnenblumen, irgendwas Blaues stehen buntgemischt im Sonnenschein. Die Route führt durch kleine Dörfer, leicht bergab steigend und dann wieder ins Ral fallend. Genau das richtige für einen beschaulichen Sonntagmorgen, um unbeschwert Motorrad fahren zu können.

In Sindeldorf steht, direkt gegenüber der Kirche, das „Gasthaus Löwen“. Die Wirtin scheint, auf der Straße stehend, im Plausch mit der Nachbarin vertieft. So können wir – quasi im Vorbeifahren – fragen, ob es wohl einen Kaffee gäbe. Gibt es, und so legen wir hier ein kleines Päuschen ein.

Auf kurvenreicher Strecke geht es zurück ins Hotel, wo alle drei Gruppen fast zeitgleich zur Mittagszeit eintreffen. Nun heißt es Abschied nehmen. Leider. Aber wir sehen uns ja bald wieder: beim Sommerfest, der vhs-Tagestour in den Hunsrück oder unseren noch ausstehenden Touren ins Friaul, ins Riesengebirge oder ins Elsass. Ein paar Plätze haben wir noch frei …

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Start zur letzten Runde. Am Sonntag waren wir noch mal gut 100 Kilometer unterwegs.