Monatsarchiv: August 2011

Wie befürchtet: keine Chance

Nein, wir werden nicht zu dem Hotel am Ende des kleinen Weges fahren dürfen, der im slowakischen Teil der Hohen Tatra liegt. Jetzt haben wir es amtlich: nur der Forst sei berechtigt, weil es sich um ein Naturschutzgebiet handelt. Und wer behindert ist, darf mit dem Auto hoch in den Berg fahren. Ausnahmen sind insofern zwar möglich – aber nicht für uns.

Geben wir also dem Naturschutz den Raum, den er braucht und beachten die restriktiven Beschränkungen, die ganz offensichtlich nicht aufgeweicht werden sollen. Eine Alternative ist schon gefunden. Wir werden jetzt im Hotel Hubertus zu Mittag essen, mit Blick auf das imposante Bergmassiv. Dort sind wir willkommen und freuen uns schon jetzt auf ein typisch slowakisches Menü.

Ob das wohl noch klappen wird?

In gut zwei Wochen werden wir in der Hohen Tatra sein. Von Zittau aus fahren wir mit einer Zwischenübernachtung in Tschechien weiter nach Zakopane. Hier haben wir ein sehr schönes Hotel gefunden. Mehrere Tagestouren stehen auf dem Programm; eine soll uns rund um den imposanten Gebirgsstock führen.

Bei der Routenplanung haben wir auf der slowakischen Seite eine kleine Stichstraße entdeckt, die direkt in die Berge führt und an deren Ende ein imposantes Hotel liegt. 140 Kilometer sind es von Zakopane bis hier, genau die richtige Distanz, um vor eindrucksvoller Kulisse eine Mittagsrast einzulegen.

Die vorsorgliche Anfrage ans Hotel, ob wir willkommen wären und ob man gut 40 hungrige Mäuler auf einmal stopfen könne, ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Mittagessen wäre kein Problem heißt es, aber wir dürften nicht mit den Motorrädern zum Hotel fahren. Im Tal gebe es einen Parkplatz – gegen Gebühr, versteht sich – dort würde man uns gern mit dem Minibus abholen – gegen Gebühr, versteht sich.

Den sich anschließenden Mails über das Warum und Wieso ist schließlich zu entnehmen, dass das Hotel im Nationalpark liegt und allenfalls Übernachtungsgäste mit ihren Autos dorthin fahren dürfen. Ob die, ebenso wie der Minibus, eine Ausnahmegenehmigung brauchen, bleibt unklar. Fakt sei aber, dass nur die Parkverwaltung TANAP in unserer Angelegenheit entscheiden könne.

Also wird im Internet die entsprechende Mail-Adresse recherchiert und höflich nachgefragt, ob wir vielleicht ausnahmsweise, wenn wir langsam und vorsichtig fahren würden, den Weg zum Hotel benutzen dürften. Auch wir seinen für den Schutz der Natur, wollten Natur aber auch erleben und insofern wäre es doch schön, wenn …

Die Antwort ist verblüffend. Wir mögen bitte im Hotel nachfragen. Das aber verweist auf bestehende Regeln, die einzuhalten wir Verständnis haben müssten, Ausnahmegenehmigungen könne nur TANAP erteilen. So weit waren wir schon mal.

Mag man im Hotel keine Motorradfahrer? Oder sind die Schutzvorschriften wirklich so streng. Wir werden jetzt noch mal einen Versuch über das Fremdenverkehrsamt starten. Vielleicht haben wir ja Glück und man kann uns dort weiterhelfen. Es wäre doch schön, inmitten der Berge zu Mittag zu essen. Ob das wohl noch klappen wird?