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Lavendel in der Pfalz

„Typisch Facebook“ denke ich mir. Vor wenigen Tagen habe ich ein tolle Bilder von einem Lavendelfeld in der Pfalz gesehen. Da ich beruflich nach Biblis musste, bot es sich an, dorthin einen Abstecher zu unternehmen. Obwohl ich erst gegen 20 Uhr nahe Obrigheim eintraf, war ich nicht allein – Facebook sei dank, vermute ich.

Ein Liebespaar stand eng umschlungen am Rande des Lavendelfeld, ein professioneller Hundefotograf nutze die Location, um Aufnahmen zu machen. Zwei junge Frauen, von denen eine ein Kind auf dem Arm trug, waren sehr „penetrant“. Sie standen mitten im Feld und machten keinerlei Anstalten, anderen eine „ungestörte“ Aufnahme zu ermöglichen. Als ich sie bat, doch wenigsten mal kurz zur Seite zu treten, taten sie dies unwillig und verständnislos – aber so lange, bis ich mein Bild machen konnte. Danke.

Vielleicht bieten wir nächstes Jahr mal eine geführte Tagestour zu diesem tollen Lavendelfeld an. Ein Besuch lohnt sich. Was meint Ihr?

Sonnenaufgang an der Lahn

Was für ein Wochenende! Im Forsthaus an der Lahnquelle hatten wir Mitte Juli 2024 für drei Tage unser Quartier aufgeschlagen – und konnten am Tag der Abreise, früh morgens um halb sechs, diesen herrlichen Sonnenaufgang genießen. Das nächste lange Wochenende wird über den Tag der Deutschen Einheit, Anfang Oktober, an die Mosel führen. Auch da warten herrlich kurvenreiche Strecken auf uns. Fragen oder Anmeldungen gerne unter kurvenfieber@mac.com

Sommersonnenwende-Feuer

Drei Gipfelfeuer zur Sommersonnenwende

„Die Bischofsmütze brennt und mit ihr zwei weitere Gipfel“, sagt Theresa – und macht mir Hoffnung. Eine Woche lang waren wir im Salzburger Seenland mit den Motorrädern unterwegs, am Samstagmorgen sollte es eigentlich wieder nach Hause gehen. Da aber sollte auf den Gipfel des Tennegauer Gebirges Feuer zur Sommersonnenwende entzündet werden – sofern das Wetter passt.

Nach Tagen mit herrlichem Sonnenschein ziehen gegen Ende der Woche dichte Wolken am Himmel. Lange Zeit ist der höchste Berg, die Bischofsmütze, kaum zu sehen. „Das wird wohl nichts“, fürchte ich, zumal auf der Seite des Alpenvereins von einer Verschiebung zu lesen ist.

Doch Theresia, vom Berghotel Lämmerhof, lässt mich Hoffnung schöpfen. Wenigstens drei Feuer zum Sommersonnenwende sind zu sehen – ein beeindruckendes Schauspiel. Ich sitze auf meinem Balkon und schaue zur „Bischofsmütze“. Immer wieder klickt der Fotoapparat – nur mit einer Langzeitbelichtung gelingt die Aufnahme.

Gut eine Stunde flackern die Feuer, dann ziehen wieder Wolken auf. Das habe ich mir nicht das letzte Mal angeschaut …

Vom einstigen Ruhm ist nicht viel geblieben

Da wollte ich schon lange mal hinfahren. Zur „Automobil-Einfahrbahn“ am „Schönauer Hof“, mit deren Bau 1917 begonnen wurde. Die Test- und später auch Rennstrecke von Opel, die nahe Rüsselsheim in einem Wald liegt“, ist mittlerweile eine Ruine, aber immer noch sehenswert. Kaum zu glauben, was sich hier vor gut 100 Jahren alles ereignet hat …

Kleine „Spritztour“ am späten Samstagnachmittag. Nach einer guten halben Stunde Fahrt bin ich am Ziel. Fast – bis hierher und nicht weiter, signalisiert ein Sperrschild. Dahinter liegt ein Wasserschutzgebiet, das mit ein Grund für den Niedergang des „Motodroms“ vor den Toren der Stadt Rüsselsheim ist. Heißt: die letzten 300 Meter bis zur alten Rennstrecke müssen zu Fuß bewältigt werden …

Warum wurde das „Motodrom“ gebaut? Kaum hatte Opel damit begonnen, neben Fahrrädern und Nähmaschinen, auch Automobile zu bauen, beschwerten sich Anwohner über „unerträglichen Lärm“ und „gefährliche Raserei“, wenn die Werksfahrer von Opel mal wieder durch Rüsselsheim bretterten. Seine Königliche Hoheit, Großherzog Ernst-Ludwig von Hessen, zeigte Verständnis und machte der Hessischen Regierung 1915 zur Auflage, eine „Test- und Einfahrbahn“ anzulegen. Zwei Jahre später wurde mit dem Bau des 1,5 Kilometer langen Rundkurses als asymmetrische Ellipse begonnen, der 1919 fertig gestellt wurde.

12 Meter breit war die Fahrbahn, hinzu kam im Kurveninneren ein 8 Meter breiter Sandbahnstreifen als Sicherheitszone. Der obere Fahrbahnrand war mit einem durchgehenden Betonkragen versehen. Die Steilkurven wiesen eine Überhöhung von maximal 32 Grad auf, die Spitzengeschwindigkeiten von 140 km/h ermöglichten – Werte, die das „Motodrom“ Anfang der 20er Jahre zum schnellsten Kurs in Europa machten.

Am 24. Oktober 1924 feierte die „Opel-Rennbahn“ mit einem kombinierten Wettbewerb für Autos und Motorräder ihre sportliche Premiere. Mehr als 10.000 Besucher nahmen am Eröffnungsrennen teil; auf dem Höhepunkt ihrer Popularität sollen gut 50.000 Menschen ins Motodrom gekommen sein. Die Zuschauerresonanz war bei jedem Rennen enorm und für die Stadt Rüsselsheim stets ein Riesenspektakel. Einer der bedeutendsten Wettbewerbe auf der Opel-Rennbahn war der 1922 erstmals ausgelobte „Große Opelpreis“, der mit 100.000 Reichsmark dotiert war. Immer wieder wird auf dem Rüsselsheimer Rundkurs Rennsportgeschichte geschrieben. Berühmte Rennsportlegenden wie Fritz von Opel, Carl Jörns und Rudolf Carraciola gehen an den Start. 

In ihrer mehr als zehnjährigen Ära entwickelte sich die Rennstrecke in Rüsselsheim zu einem Mekka der Motorsportfreunde. Vergleichbare Anlagen gab es damals nur in Großbritannien (Brooklands) und den USA (Indianapolis). Zu den absoluten Highlight entwickelte sich das 24 Stunden-Motorradrennen in verschiedenen Klassen, das sich als wahrer Publikumsmagnet erwies. Opel nutze die Hochgeschwindkeitsstrecke auch zu ungewöhnlichen Werbeaktionen. 1924 präsentierte man den Zuschauern, im Anschluss an ein Rennen, die gesamte Tagesproduktion des Automobilwerks in einem großen Korso: 125 Exemplare des populären Opel „Laubfrosch“ – das erste in Deutschland, nach dem Fließbandprinzip hergestellte Großserienfahrzeug. 

Das beeindruckendste Zeugnis der Ingenieurskunst in den 20er Jahren war sicherlich die Entwicklung eines „Raketenfahrzeugs“. Am 12. März 1928 begannen, unter strengster Geheimhaltung, die ersten Testfahrten. Aus Sicherheitsgründen wurden zunächst nur zwei Raketen an einen „Laubfrosch“ geschraubt; die Premierenfahrt endet nach 35 Sekunden. Nur vier Wochen später, am 11. April 1928, erfolgte bereits der öffentliche Start eines Raketenwagens: des Opel RAK 1, das erste pulvergetriebene Raketenfahrzeug der Welt. Nach Justierung des Zündmechanismus hebt der Fahrer, Kurt C. Volkhart, den Arm. Die ersten der insgesamt zwölf Raketen hinter seinem Rücken zünden. Unter lautem Heulen und einem stechenden Zischen verschwindet der Raketenwagen in einer dichten Rauchwolke. In nur acht Sekunden sind 100 Km/h erreicht und die Zündung des nächsten Raketensatzes kann erfolgen. Nach Umrundung der Bahn sind alle Raketensätze verbraucht; es kehrt wieder Stille ein. 

Gut zehn Jahre nach ihrer Errichtung hatte sich die Opel-Rennbahn überlebt. Der technische Fortschritt forderte seinen Tribut:  das Oval aus Beton war trotz seiner Steilkurven den immer stärker und schneller werdenden Boliden nicht mehr gewachsen. Der sukzessive Niedergang des beliebten Motodroms war nicht mehr aufzuhalten.

1949 lief der Pachtvertrag für die Opel-Rennstrecke aus. Seither steht die Renaturierung im Sinnes des Trinkwasserschutzes im Vordergrund. Der geschichtsträchtige Rundkurs geriet als Industriedenkmal fast in Vergessenheit und ist heute zum großen Teil von dichter Vegetation überwachsen. Nur ein kurzes, arg ramponiertes Stück der alten Rennstrecke erinnert noch an die glorreiche Vergangenheit – irgendwie schade …

Alle Texte sind den Infotafeln auf der kleinen Aussichtsplattform entnommen.

Aufgrund eines Vertrags von 1909 ist das Gelände südlich des Bischofsheimer Weges bis heute Eigentum der Stadt Mainz, das vom Forstamt Groß-Gerau bewirtschaftet wird. Nachdem die ehemalige Start- und Zielgerade dem Straßenbau – der Verlegung der L 3012 – zum Opfer fiel, ist die alte Rennstrecke (oder was von ihr blieb) nur noch ein trauriger Torso. Wer mit dem Fahrrad unterwegs oder gut zu Fuß ist, kann einen Teilabschnitt, rund um die Reste des Industriedenkmals, erlaufen oder erfahren (Foto zeigt einen Kartenausschnitt von kommot).

Screenshot

Auf Instagram gibt es ein sehenswertes Video, dass die das heutige Areal auch von oben zeigt. Danke dafür.

Wenn das Jahr so anfängt …

Der Tank ist noch halbvoll, aber wir haben ja gelernt, zu tanken, wenn es günstig ist und nicht mehr, wenn es so langsam erforderlich erscheint. Also lasse ich 7,3 Liter in das „Acerbis-Fässchen“ der DR 350 laufen – macht einen Verbrauch von 4,3 Liter auf gut 170 Kilometer – und gehe zur Kasse.

„Das ist ja toll, gleich am ersten Tag des neuen Tages Motorrad fahren; wenn das Wetter so bleibt, hole ich meine Maschine morgen auch raus“, meinte die freundliche Kassiererin. „Mach das“, sage ich und frage: „Was fährst Du denn“?

„Eine Kawasaki Vulcan fürs gemütlich cruisen und eine BMW F 800 Adenture für die großen Touren“, bekomme ich zur Antwort – und dass die meisten Bekannten verständnislos fragten, warum man denn zwei Motorräder brauche? „Eigentlich brauche ich noch ein Gespann, denn ich habe jetzt einen Hund und den würde ich auch gern mal mitnehmen“, meint sie und schmunzelt.

Ich empfehle, sich mal nach einem „Boot“ von Schwenker zu erkundigen; das lässt sich bei Bedarf einfach anschrauben und das Motorrad ist nicht starr damit verbunden sondern „schwenkt“ weiter hin und her …

Weil nichts los ist an der Tanke plaudern wir ein wenig übers Motorrad fahren. Und so erfahre ich, dass mein Gegenüber vergangenes Jahr in Norwegen war. „Ich bin bis zur russischen Grenze gefahren und dann an den Polarkreis, insgesamt 10.000 Kilometer“, erzählt mir die Kassiererin stolz. Und dass sie nächstes Jahr wieder hin will, dann zusammen mit ihrem Sohn, der dann erst einmal den Kawasaki-Chopper fahren soll. Norwegen sei so faszinierend …

Deshalb werde ich mich in diesem Jahr mal wieder auf Entdeckungsreise in den Südwesten und das Fjordland aufmachen, erwidere ich und nehme meinen Becher Espresso. Denn: der nächste Kunde kommt. Wir winken uns fröhlich zu, bevor ich die Tanke verlasse.

Wenn das neue Jahr so anfängt, kann es ja nur toll werden, oder? Ich wünsche Euch alles Gute – und bleibt offen, für die kleinen Erlebnisse des Alltags. Die sind oft ganz Besonders …

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Das Beste zum Schluss

Ganz allein auf der Wehrmauer, spät am Nachmittag, nach einer tollen Tour durch den Odenwald. 300 Jahr soll sie alt sein, die knorrige Kiefer auf Schloss Auerbach – mittlerweile ein Wahrzeichen.

Unterwegs an der Seenplatte?

Kleiner Ausflug nach einem Tag mit kräftigem Regen …

Eine erste Runde in den Hunsrück

An Fronleichnam wollen wir endlich zu einer ersten gemeinsamen Motorradtour starten. Die Infektionszahlen sinken, die Hotels und Gaststätten haben – mit Einschränkungen – wieder geöffnet, das wollen wir nutzen.

Ich war am Samstag schon mal im Hunsrück und an der Mosel unterwegs, um zwei „Sehenswürdigkeiten“ anzufahren, die nur zu Fuß zu erreichen sind. Das ist für manchen Motorradfahrenden fast schon eine Zumutung 😉

DIe kleine Tour habe ich wieder in einem Relieve-Video zusammengefasst, dass Dir ein paar schöne Eindrücke von der Fahrt vermittelt.

Relive-Originallink: https://www.relive.cc/view/vrqDQ9XGALv

Hier siehst Du die im Video gefahrene Wegstrecke in der Karte der Mapout-App

Am Donnerstag starten wir dann nicht nur in den Hunsrück und an die Mosel sondern werden auch durch die Pfalz, die Eifel und den Rheingau touren. Endlich wieder Motorrad fahren ….

Fotorückblick Allgäu

Die letzte größere Tour in diesem Jahr führte uns in Allgäu – mehr oder weniger spontan, wollten wir doch auch im September noch die Gelegenheit nutzen, ein paar Tage zusammen Motorrad zu fahren. Vier Tage lang waren wir rund um Lindenberg unterwegs und haben dabei auch kurvenreiche Abstecher in die Schweiz und nach Österreich unternommen. Gut übernachtet und (wieder einmal) sehr gut gegessen haben wir im Lindenberger Hof, der jetzt schon zum dritten Mal Ausgangspunkt abwechslungsreicher Touren war.

Der ausführliche Torbericht lässt noch ein wenig auf sich warten, aber einen bunten Bilderbogen, den können wir Euch schon präsentieren.

In den nächsten Tagen schicken wir Euch dann ein paar Tourvorschläge fürs nächste Jahr – in der Hoffnung, dass uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht. Wer noch nicht im Mail-Verteiler ist, aber regelmäßig informiert werden möchte, schreibt einfach eine Mail an kurvenfieber@mac.com. Alle Angaben werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

Für Motorräder keine Genehmigung

Unterwegs in den Voralpen

Am Sonntag starten wir noch mal ins Allgäu. Die letzte „große“ Tour für dieses Jahr. Um die Gewissheit zu haben, dass wir unsere Kaffeepausen problemlos einlegen können, haben Vorab wir nach geeigneten Lokalitäten Ausschau gehalten – und nahe der herrlichen Passstraße am Oberjoch ein kleines Café mit prächtiger Aussicht gefunden.

Die Frage, ob wir die kleine Straße, die auf das Plateau führt, für den öffentlichen Verkehr freigegeben ist, wurde (erwartungsgemäß) verneint. Es sei jedoch möglich eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, wir mögen doch mal bei der zuständigen Stadtverwaltung nachfragen.

Das haben wir natürlich umgehend gemacht und darauf hingewiesen, dass wir selbstverständlich langsam und rücksichtsvoll zur Café fahren würden. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Für die Nutzung des Güterweges würden Ausnahmegenehmigungen nur für größere Warentransporte und Gäste mit einem Schwerbehindertenausweis erteilt.

Das lässt sich akzeptieren: Wenn ein Weg vornehmlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein soll, haben Motorräder da nicht unbedingt was zu suchen. Unangenehm berührt hat mich allerdings der folgende Satz, den ich wörtlich zitieren möchte: „Für Motorräder werden generell keine Genehmigungen erteilt“.

Eine so pauschale Ablehnung stimmt mich nachdenklich, signalisiert sie doch, dass Motorradfahrer eigentlich unerwünscht sind.

Das ist hoffentlich eine Einzelmeinung. Zumindest im Nachbarort sind wir willkommen. Als wir dort in einer kleinen Bäckerei nachgefragt hatten, ob wir am Vormittag auf einen Kaffee vorbeischauen dürften, hieß es: „Wir freuen uns, wenn Sie kommen und reservieren Ihnen bei schönem Wetter gern draußen ein paar Plätze“. Da kommen wir doch gerne.