Ein Kloster als Sühne für einen Mord?

SAMSTAG; 27.7.2024 – Sehr idyllisch und ein wenig versteckt am Rande des Kropfbachtals liegen die Ruinen des ehemaligen Kartäuserkloster Grünau. Als Kartause wird ein Kloster des Kartäuserordens bezeichnet. Die erste Kartause wurde im Jahr 1084 von Bruno von Köln und sechs seiner Gefährten in La Charteuse, einer einsamen Gebirgsgegend nahe Grenoble erreichtet. Von „Charteuse“ soll sich der Namen Kartause ableiten.

Kartäusermönche und Nonnen entsagen der Welt durch ein eremitisches Leben und der völligen Hingabe zu Gott. Bestehende Klöster sind für Andere nicht zugänglich. Auch das, was von der Kartause Grünau geblieben ist, kann nur von außen in Augenschein genommen werden. Grund hierfür ist aber die Baufälligkeit der noch bestehenden Gebäude.

272 Kartausen sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden, 22 davon bestehen noch heute – 17 Klöster für Mönche, fünf für Nonnnen.

Der Auftrag, das Kartause Grünau zu errichten, wurde am 15. März 1328 erteilt. Elisabeth von Hohenlohe stiftete das Kloster wohl aus Sühne, für einen von ihr verschuldeten Jagdunfall, bei dem ihr Ehemann, Gottfried von Hohenlohe-Röttingen, ums Leben gekommen war.  gestorben war. Oder war es gar Mord? Auch davon ist in den Geschichtsbüchern zu lesen. Die Wahrheit wird sich nicht mehr herausfinden lassen …

Bis zu den Bauernkriegen entwickelte sich das Kloster prächtig. 1525 kam es zu Plünderungen der Bewohner umliegender Dörfer; die Mönche flohen. 20 Jahre später brauchte die Reformation einschneidende Veränderungen: die Familie der Grafen von Wertheim schloss sich 1545 den Lehren Luthers an und übernahm die Verwaltung von Grünau. 1557 kam es zur vollständigen Auflösung des Klosters und der Vertreibung des letzten Priors. Erst 1629 kehrten die Kartäusermönche zurück; mit einem kaiserlichen Schutzbrief vor der Auflösung geschützt. Der half nicht viel, als 1631 die Schweden und Gustav Adolf das Land eroberten. 1635 erfolgte die Wiedererrichtung als Kloster, das mit der Säkularisation 1803 schließlich aufgegeben wurde und zunehmend verfiel.

Vom einstigen Konventbau, der Klosterkirche, dem Refektorium oder den „Zellen“ der Mönche ist nichts mehr geblieben. Zu sehen sind noch die Ruinen des Prokuratiegebäude aus dem 17. Jahrhundert, Reste der Umfassungsmauer sowie des Hauptgebäudes und ein Gästehaus. 

Hinzu kommt das Gasthaus, in dem sich vortrefflich speisen lässt, wie wir auf unserer Tagestour durch den Spessart feststellen konnten – den neuen Pächtern sei Dank 😉

https://kartausegruenau.de

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