Monatsarchiv: August 2016

Ein halber Tag Glückseeligkeit

Schon früh am Morgen brennt die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Das wird ein guter Tag werden. Um kurz nach 9 Uhr sind wir unterwegs Richtung Grand Ballon – und haben die kurvenreichen Straßen ganz für uns alleine.


Bis auf 1200 Meter schraubt sich das kurvenreiche Asphaltband hinauf. Hier ist es noch ein wenig frisch. Gerade einmal 14 Grad zeigt das Bordthermometer. Von der „Route des Cretes“ stürzen wir uns – kurz bevor wir das Große Bellchen erreichen – wieder ins Tal und erklimmen die Höhenstraße kurz darauf erneut auf verschwiegenen kleinen Nebenwegen.

Dann erreichen wir den Col de la Schlucht. Die Straße ist frei, ein vor uns fahrendes Auto biegt freundlicherweise zu einem der vielen Restaurants auf der Passhöhe ab. Doch irgendwie zieht sich die Gruppe auseinander – hinter dem vierten Fahrer reißt es ab. Also rechts ran und kurz gewartet.

Als die „Nachzügler“ Anschluss halten, mogelt sich promt ein Auto vor uns und „versaut“ uns die Abfahrt. Zu allem Übel laufen wir bald auch noch auf ein Wohnwagengespann auf – überholen mit 10 Motorrädern im Rückspiegel zwecklos. Denn unten im Tal geht es in einer Rechtskehre unvermutet links ab zum Col de Ligne. Wenn die Gruppe da nicht geschlossen hintereinander weg fährt, ist das nächste Chaos vorprogrammiert. Irgendeiner wird den Abzweig ganz bestimmt verpassen. Also ergeben wir uns auf den nächsten vier Kilometern unserem Schicksal.


Auf der Sonnenterasse des Hotel Roed sitzend, ist diese Episode längst vergessen. Wir genießen die fantastische Aussicht und den leckeren Kaffee. Vielversprechend sind zudem die nächsten 80 Kilometer bis zur Mittagspause. Auf kleinen und großen Straßen, mit vielen Kurven und Kehren, über verschwiegene Waldpfade und zahlreichen Nebenwegen erreichen wir kurz nach 13 Uhr Valff, unterhalb von Straßburg.


Wir stärken uns mit einer „Galette“, eigentlich ein Pfannkuchen, hier aber ein Reibekuchen mit Schinken, Pilzen und ganz viel Munster-Käse; ein Genuss. Und dann neigt sich unser Elsass-Wochenende so langsam dem Ende zu. Nahe Iffezheim legen wir noch ein idyllisches Kaffeepäuschen ein, dann geht’s nach Hause.

Zwei Tolle Tage liegen hinter uns. Insbesondere der heutige Vormittag war fahrerisch ein Traum. Es hat alles gepasst. Vier Stunden reine Glückseeligkeit. Das muss unbedingt wiederholt werden. Wohin fahren wir im nächsten Jahr? Samstag hin, Sonntag zurück!

Nach der Pflicht die Kür

Punkt 9 Uhr sind alle da. Vom Rasthof Heidenfahrt starten wir ins Elsass. Unterhalb des Grand Ballon, in Muhlbach bei Munster, liegt unser Hotel. 345 Kilometer Wegstrecke liegen vor uns – ein „ordentliches Stück Arbeit“.


Die ersten 130 Kilometer legen wir deshalb auf der Autobahn zurück: A60, A61, A65. In Kandel geht es nach einer guten Stunde Fahrt endlich runter von der Bahn, einmal durch den Kreisel, den ersten Feldweg links und schon sind wir im Hofmarkt Zapf. Eigentlich wollten wir hier nur einen Kaffee trinken. Doch es gibt auch lecker Frühstück. Und so sitzen wir unter großen Sonnenschirmen am Feldesrand und lassen es uns gut gehen – toll.


Bald darauf ist Frankreich erreicht. Bei Scheibenhardt passieren wir die Grenze und fahren auf Nebenwegen mehr oder weniger parallel zur A35. Nach gut eineinhalb Stunden stoppen wir in Vendenheim. Im „La Tocante“ haben wir uns angekündigt; in der alten Scheune soll einst Napoleon seine Pferde gewechselt haben. Heute gibt es hier lecker Flammkuchen und andere Köstlichkeiten.

Auch wenn so mancher nach dem (zweiten) Frühstück eigentlich nichts zu Mittag essen wollte, so ein kleiner Flammkuchen mit Munster-Käse, Speck und Zwiebeln geht immer … Und so sitzen wir an einer langen Tafel im Hof und lassen es uns schmecken.


So langsam wird es Zeit für „die Berge“. Mit dem „Col du Kreutzberg“ bietet sich ein erster Vorgeschmack auf die herrlich kurvenreichen Straßen des Elsass, die uns heute und morgen erwarten. Doch jetzt ist erst mal Tankenstellensuche angesagt. Frank wird schon unruhig. Noch drei Kilometer, sagt mein Navi, dann gäbe es Sprit – doch diese Auskünfte sind nicht immer verlässlich.

Also legen wir in der nächsten Bar einen kurzen Stopp ein und fragen lieber noch mal. „Ja, die Tankstelle ist immer noch da“, sagt uns die Besitzerin freundlich lächelnd. Weil es sowieso Zeit für einen kurzen Stopp wäre, nutzen wir die Gelegenheit für eine kleine Kaffeepause unter einer mächtigen Kastanie.
Bestellt werden Kaffee mit Milch, Kaffee Creme und Kaffee Noir – vor und stehen anschließend ganz viele Tassen schwarzer Kaffee mit jeweils zwei Döschen Milch. So feine Unterschiede wie bei uns, gibt es in Frankreich nicht. Die „Grundbasis“ des schwarzen Kaffees wird mit etwas Dosenmilch zum Milchkaffee. Reisen bildet.

Der anschließende Tankstopp entwickelt sich zum üblichen Drama. Die Tanke ist zwar da, hat aber zu. An einer Säule gibt es zwar einen Automaten, aber der will unsere Kredit- und EC-Karten nicht. Hatte ich auf der Zufahrt nicht ein kleines Hinweisschild zu einem Super U gesehen? Richtig! Der Supermarkt hat eine Tankstelle und an der kann sogar in bar bezahlt werden.


Über den schmalen Col de Fouchy schlängeln wir uns weiter Richtung Weinstraße. Der Touristenrummel hat uns wieder, Auto reiht sich an Auto, überholen in einer Gruppe völlig sinnlos. Also ergeben wir uns unserem Schicksal und bummeln ein wenig durch die Städte. Bald darauf ist Munster erreicht und dann auch Muhlbach.

Auf der kleinen Terrasse des Hotel genießen wir das Feierabendbier während die Sonne so langsam hinter dem Gipfel des Gaschney versinkt. Zum Abendessen gibt es reichlich Sauerkraut mit Wurst und Schinken und einen köstlichen Nachtisch. Genau so hatten wir uns den heutigen Tag vorgestellt.

Glühkerze statt Turbolader

Der Ducato läuft wieder – und die Ursache seines Liegenbleibens war eine ganz andere als zunächst vermutet. Nicht der Turbolader war defekt, wie ursprünglich diagnostiziert – eine der vier Glühkerzen hatte sich aus dem Motorblock verabschiedet. Einfach so …

Heute morgen rief die Werkstatt an, um die frohe Kunde zu übermitteln. Die Reparatur würde nicht so teuer, wie vermutet. Ein Tausch des Laders hätte mit gut 2000 Euro zu Buche geschlagen. Auf meinen Hinweis, dass alle vier Glühkerzen erst vor zwei Monaten in eben dieser Werkstatt getauscht worden seien und der jetzige Defekt damit möglicherweise in Verbindung stehen könnte, blieb es am anderen Ende erst einmal recht still.

Man würde sich am Nachmittag noch mal melden, dann könne ich den Ducato sicher abholen. Um es kurz zu machen: die Reparatur wurde kostenlos durchgeführt, nur ein Ölwechsel sei fällig gewesen 😉

Jetzt läuft er hoffentlich wieder problemlos, unser Bus – Ende nächste Woche zum Beispiel ins Waldviertel.

Er ist wieder da

Am Mittwochmorgen, kurz vor halb neun, klingelte das Telefon. Am anderen Ende die Werkstatt Günther und Schmitt. „Raten Sie mal, was seit heute morgen bei uns auf dem Hof steht“, fragte der Meister. Richtig – mein Ducato!

Natürlich hatte die vom ADAC beauftragte Spedition nicht, wie vereinbart, zwei Tage vor „Anlieferung“ angerufen, auch nicht einen Tag vorher, wie dies eigentlich vertraglich vereinbart sein sollte. Insofern war jetzt auch kein Werkstatt-Mitarbeiter verfügbar, der nach der Schadensursache suchen könnte.

Bis Ende der Woche aber soll der Fehler gefunden sein – da besteht berechtigte Hoffnung, dass der Ducato bis Ende nächster Woche wieder läuft. Da geht’s dann nach Österreich, ins Waldviertel. Wäre schön, wenn ich dorthin mit dem Transporter unterwegs sein könnte.