Tagesarchiv: 14/08/2009

So langsam gehts nach Hause

TOURBERICHT KALININGRAD – LITAUEN – MASUREN
Freitag, 14. August 2009 | 9. Tag

Es ist kurz nach 9 Uhr, als wir unser Hotel an den Masurischen Seen verlassen, besser gesagt: verlassen wollen. Wenn Wolfgangs V-Strom denn anspringen würde. Tut sie aber nicht. Erst als wir die Maschine fremdstarten, läuft der Motor wieder. Eine falsch angeschlossene Griffheizung hatte die Batterie über Nacht leergesaugt; die hatte Strom auch bei abgeschalteter Zündung gezogen.

Los geht’s. Doch allzuweit kommen wir nicht. Nach gut 50 Kilometern Stecke steht Dieter mit seiner Gruppe am Straßenrand. Die nächste Panne: an Eberharts Honda ist eine Schraube an der Ölwanne abgerissen. Das ganze Hinterrad ist eingesaut, eine lange, dünne Ölspur findet sich auf der Straße wieder. Wie das passiert ist, weiß kein Mensch, wie wir das Problem lösen, auch nicht.

Nachdem man uns auch in einer nahe gelegenen Werkstatt nicht helfen kann, kriegt Eberhart kurzerhand das Ersatzmotorrad und die defekte Honda wird in den Begleitbus verladen. Manchmal ist es doch mehr als nützlich für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Gegen Mittag erreichen wir das geschichtsträchtige Schlachtfeld von Tannenberg und Grunwald. Hier wurde einst der Deutsche Orden vernichtend geschlagen, hier besiegte Jahrhunderte später die deutsche Armee die zahlenmäßig überlegenen russischen Truppen. Wieviel Blut damals wohl diesen Hügel heruntergeflossen sein muss und welche Qualen die Soldaten einst zu erleiden hatten, vermag sich heute niemand vorzustellen. Schrecklich war es allemal.

Gegen Nachmittag sind wir auf der gut ausgebauten Bundesstraße, die uns direkt nach Bromberg führt, unterwegs. Das ist fahrerisch zwar nicht sonderlich anspruchsvoll, aber wir wollen pünktlich ankommen. Etwas außerhalb der Stadt liegt unser Hotel, in dem wir die letzte Nacht in Polen verbringen werden. Morgen geht’s zurück nach Angermünde – hoffentlich ohne weitere Pannen.

Liebe auf den zweiten Blick?

TOURBERICHT KALININGRAD – LITAUEN – MASUREN
Donnerstag, 13. August 2009 | 8. Tag

Diesmal haben mich die Masurischen Seen fasziniert. Lag es vielleicht am Licht? Gelegentliche Schauer hatten die Luft reingewaschen und die dann anschließend kräftig scheinende Sonne schuf eine ganz eigentümliche Stimmung – toll!

Dabei hatte der Tag wenig vielversprechend begonnen: ein reichlich zerknirschter Charly suchte seinen Zündschlüssel und fand ihn nicht. Also musste ein Akku-Schrauber besorgt werden, um das Lenkradschloss aufzubohren; anschließend wurde die Zündung kurzgeschlossen und die BMW lief wieder. Bis zur nächsten Tankstelle – da musste dann auch noch der abschließbare Tankdeckel aufgebrochen werden. Ansonsten verlief alles reibungslos.

Gegen Mittag hatten wir das so genannte Drei-Länder-Eck erreicht. Hier waren einst Preußen, Litauen und Polen aneinander gestoßen, heute markiert die Stelle die Grenze zwischen Russland (Kaliningrad), Litauen und einem deutlich größeren Polen.

Auf verschlugenen Pfaden ging es nach dem Mittag quer durch Masuren nach Glycko, wo wir direkt am Kanal einen leckeren Kaffee nebst Pfannkuchen mit Preiselbeeren genießen konnten. Noch gut eine Stunde Fahrt und wir waren im Hotel, das malerisch an einem der vielen masurischen Seen lag.

Morgen geht’s schon langsam wieder Richtung Heimat, ins ehemalige Braunsberg, mit einem kleinen Schlenker über das geschichtsträchtige Tannenberg. Gut 350 Kilometer werden zu fahren sein.