Samstag, 4.10.2025 – Die Nacht war noch relativ ruhig – zumindest hatte es den Anschein. Der Blick am Morgen aus dem Fenster: ernüchternd. Der Himmel trüb, die Wellen hoch, das Sturmtief war im Anmarsch. Ein erster Lichtblick: Zum Sonnenaufgang riss der Himmel auf; herrlich 😉
Frühstück – in Form eines reichhaltigen Brunch – gab es ab erst 9:30 Uhr. Zum Glück hatte das Bistro auf Deck 9 schon offen, so dass dem Magen frühzeitig was „zum Arbeiten“ angeboten werden konnte. Das soll gegen Seekrankheit helfen – hat mir mal ein alter Seemann als Teilnehmer unserer Touren erzählt. Insofern war das Blaubeer-Törtchen am Nachmittag quasi Pflicht. Auch wenn die Fähre ordentlich am Schwanken war, seekrank geworden ist Niemand von uns …
Freitag, 3.10.2025 – „Wollt Ihr wirklich im Oktober nach Finnland fahren?. Da ist es doch bestimmt sehr kalt und möglicherweise liegt auch schon Schnee“. Mit „Sorgen“ wie diesen wurden wir im Vorfeld unserer Reise immer wieder konfrontiert. Bewahrheitet haben sich diese Bedenken nicht – zum Glück. Die Temperaturen lagen durchweg zwischen neun und 14 Grad, von ein paar kleinen Schauern abgesehen, war es überwiegend trocken. Anfangs ein wenig bewölkt, gegen Ende mit strahlendem Sonnenschein. Gut, dass wir das Abenteuer „Finnland im Oktober“ gewagt haben. Im Herbst die Finnische Seenplatte zu entdecken war unsagbar schön …
SONNTAG, 7.9.2025 – Da muss ich wohl noch mal umplanen: die Straße über die Forcella di Monte Rest ist wegen Bauarbeiten gesperrt, die Runde über Tramonti di Sopra fällt deshalb aus. Statt dessen fahren wir nun durch die abenteuerliche Felsengalerie zum Lago di Sauris und von dort Richtung Dolomiten. So werden wir nicht den Süden sondern den Westen des Friaul erkunden. Die Strecke bin ich heute schon mal abfahren – und habe wieder viele Bilder gemacht …
SAMSTAG, 6.7.2025 – Am Sonntag startet unsere nächste Motorradtour. Das Ziel ist das Friaul. Ich bin schon am Freitag los gefahren, um Zeit für zwei schöne „Vortouren“ zu haben. Gelegenheit um zu schauen, ob alles klappt, wie geplant …
26.7.2025 – Es ist zwanzig vor neun und ich stehe mit meinem Motorrad alleine am Treffpunkt zur heutigen Tagestour für die vhs. „Merkwürdig“, denke ich mir, „bin ich am falschen Ort“? Schnell noch mal auf der Homepage der Volkshochschule nachgeschaut. Nein, der Rastplatz Heidenfahrt ist richtig. Fünf Minuten später treffen die ersten Teilnehmer ein. Heute ist wieder „volles Haus“.
Eigentlich wären wir insgesamt 16 gewesen, ein Teilnehmer war kurzfristig verhindert, bei einem anderen wollte das Motorrad nicht anspringen und einem dritten war die Wetterprognose zu unsicher, so dass wir uns schlussendlich mit 13 Maschinen auf den Weg zur Felseneremitage nach Bretzenheim im Nahetal auf den Weg machten.
Ein kurzes Stück auf der Autobahn, dann ging es auf kleinen kurvenreichen Straßen durchs Rheinhessische. Kurz vor dem Ziel kommen erste Zweifel auf: wir biegen auf einen Feldweg ab, der zu einem Campingplatz führt. Kein Hinweisschild zur Felseneremitage. Stefan, der mit seiner Gruppe schon vorausgefahren war, steht an einem Abzweig und meint: „Hier kommen wir nicht weiter. Wir müssen wohl außen rum fahren. Die Zufahrt ist ist für motorisierte Fahrzeuge gesperrt“.
Wie es der Zufall so will, hatte ich beim Losfahren spaßhalber neben dem bewährten Garmin-Navi auch mein Handy mit der TomTom AmiGo-Navi-App an den Lenker geklemmt und siehe da – die zeigt eine Alternativroute an, die sogar die wegen Bauarbeiten gesperrte Brücke nahe Bretzenheim elegant umfährt. Um 9:59 Uhr rollen stehen wir am Parkplatz, für 10:00 Uhr waren wir verabredet.
Uwe Schneider, Wein- und Kulturbotschafter, wartet schon auf uns. Er wird uns heute in die Geheimnisse der Felseneremitage einweihen. Schon vor 5.000 Jahren habe man in der Region erste Besiedlungen nachweisen können. Bei der Felseneremitage handele es sich wohl um ein altes Heiligtum, dass in frühchristlicher Zeit dann umgewidmet worden sein. 1043 sei eine erste Kirche erwähnt worden, zwei weitere hätte es noch gegeben. Sie alle wurden durch Felsstürze zerstört. Die Felsnischen – insgesamt rund 90 Quadratmeter groß – wären unter anderem als Oratorium und Refektorium genutzt worden; vor den Felsen hätte es immer wieder große Anbauten gegeben. Die Anlage sei insgesamt wohl sehr eindrucksvoll gewesen.
Von 1716 bis 1827 Eremiten lebten in der Felseneremitage mehrere Eremiten, der letzte starb 1827 nach 51 „Dienstjahren“ im Alter von 82 Jahren. Betreten dürfen wir die Räumlichkeiten nicht – es besteht Einsturzgefahr. Aber Fotos zeigt uns Uwe Schneider und erzählt so manche kurzweilige Anekdote, die das Leben rund um die alte Kultstätte lebendig werden lässt.
Die müsste dringend saniert werden. Vor Jahren wurden mächtige Anker in den brüchigen Fels getrieben, um das Gestein zu stabilisieren. Jetzt soll eine Stiftung helfen, die nötigen Gelder aufzutreiben. „Wir würden zudem gerne wissen, was sich im Boden unter uns noch für Geheimnisse verbergen“, machte Uwe Schneider deutlich. Um das herauszufinden, fehlt es an den nötigen finanziellen Mitteln – irgendwie schade.
Bis zum Mittagessen bleibt noch etwas Zeit. Die wollen wir für eine spontane Kaffeepause nutzen. Das nächste Cafe ist nicht weit. Nur fünf Minuten bis zur Bäckerei Grünewald sagt google. Das passt. Ich rufe lieber vorher noch mal an, schlagen wir dort doch unangemeldet mit 13 Personen auf. Eine nette Mitarbeiterin meldet sich uns meint, das sei überhaupt kein Problem. Sie habe nur nicht so viele Porzellantassen, ob sie uns den Kaffee auch im Pappbecher ausschenken dürfe? Na klar – und ein Stück Kuchen nehmen wir auch. Danke für den tollen Service.
Die „Domäne am See“ ist unser nächstes Ziel. Es geht Richtung Simmern, auf möglichst kleinen kurvenreichen Straßen. Die spontane Kaffeepause erweist sich im Nachhinein als taktisch klug. Stellenweise sind die Straßen nass – wir fahren dem Regen hinterher …
Wir sitzen auf der Terrasse, genießen das herrliche Wetter – und das leckere Essen. Schnitzel gibt es, in allen Variationen; auch ein Zigeunerschnitzel steht auf der Karte (ein Jägerschnitzel ebenfalls). Ich frage den Wirt, wie denn die Gäste darauf reagieren würden? „Die meisten finden es gut, dass wir weiterhin die gebräuchlichen Namen nutzen. Und so lange wir das dürfen, machen wir das auch“, meint er. „Dürfen? Was soll das heißen“, merke ich an? In Baden-Württemberg seine Gastronomen angehalten, diese Begriffe nicht mehr zu verwenden, ansonsten drohe ein Bußgeld, erklärt er uns – und nimmt die Bestellung auf: Zigeunerschnitzel natürlich …
Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang um den See fahren wir zurück an den Rhein. Der „Loreleyblick“ bei St. Goar ist der Ziel, den wir nur auf Umwegen erreichen, legen wir bei der Zufahrt doch noch ein paar kurvenreiche Schleifen ein. Mit Blick auf die Loreley genießen wir selbstgebackenen Kuchen (der Rhabarber-Schmand ist unser Favorit) sowie hausgemachtes Eis und lassen den Tag ruhig ausklingen.
Zwei Stunden bis nach Hause sagt das Navi, bei kurvenreicher Strecke und ohne Autobahn. Ich fahre bei Kaub mit der Fähre über den Rhein und mache Fotos vom ollen Blücher. Der hatte in der ersten Januarwoche 1814 hier mit 50.000 Soldaten, 15.000 Pferden und 182 Geschützen den Rhein überquert, um die napoleonischen Truppen weiter zurückdrängen zu können. Russische Pioniere hatten zuvor aus Leinwand und Teer rund 70 Pontons gefertigt.
Kurz nach 20 Uhr – und einige Fotostopps später – steht die BMW wieder in der Garage.
War ein schöner Tag heute. Wo wir entlang gefahren sind, zeigt das Relive-Video:
Die letzte Tour für dieses Jahr. Für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises gehts nach Idar-Oberstein; wir wollen der Felsenkirche einen Besuch abstatten. Der Wetterbericht zeigt sich unentschlossen, zumindest soll es nicht regnen. Die Straßen sind naß, es nieselt ganz leicht, als ich starte. Bei dem vielen Laub auf dem Asphalt gilt es vorsichtig zu fahren.
Neun Motorradfahrende sind wir, als wir um 9:00 Uhr vom Treffpunkt Heidenfahrt aus starten. Ein kurzes Stück geht es über die Autobahn, dann auf vielen kleinen Straßen in die Stadt der Edelsteine. Gut eineinhalb Stunden Fahrt, dann sind wir da. Die Motorräder werden – auf Empfehlung des Wirts vom „Spießbratenhaus“ am Rande einer Baustelle geparkt. Dann gibt es erst einmal einen Kaffee. Ich bummel eine wenig durch die Altstadt und sammele ein paar Fotoimpressionen ein …
Gut „gestärkt“ machen wir uns auf den Weg. 267 Treppenstufen werden wir heute raufgelaufen müssen, zum Glück in verschiedenen Etappen. Die ersten gefühlt mindestens 150 liegen vor uns. Überm Treppenlauf finden sich immer wieder kleine Gedichte. Die laden zu einer kurzen Rast und zum Lesen ein. So lassen sich unterwegs kleine Pausen einlegen und Niemand merkt, dass die Luft knapp wird …
Der eigentliche Zugang zur Felsenkirche ist gesperrt. Auf den Weg dorthin sind immer wieder Felsbrocken gestürzt. Anfang 1980 wurde deshalb ein Tunnel gegraben, der einen sicheren Zugang gewährt.
Dort warten wir auf unseren Gästeführer, der uns pünktlich um 12 Uhr begrüßt – und uns gleich zu Beginn die Sage von der Felsenkirche erzählt:
Oberhalb liegt die Burg Bosselstein – heute nur noch eine Ruine. Dort lebten Mitte des elften Jahrhunderts lebten die Brüder Wyrich und Emich von Oberstein. Beide waren in Bertha von Lichtenburg verliebt. Als der ältere der beiden Brüder als Ritter in den Kampf ziehen musste, nutze der jüngere die Gunst der Stunde. Wieder nach Hause zurückgekehrt erfuhr Wyrich von der Verlobung und stürzte seinen Bruder, außer sich vor Wut, aus dem Fenster. Wieder zur Besinnung gekommen, vertraute er sich einem Abt an, der ihm empfahl, an der Stelle, an der Emich zu Tode gekommen war, mit eigenen Händen eine Kapelle zu bauen und Gott anschließend um Vergebung zu bitten. Als Wyrich bei der Weihe der Kirche Gott um eine Zeichen der Vergebung bat, soll sich eine Wasserquelle im Fels aufgetan haben, die heute noch fließt. Anschließend soll der Ritter zu Boden gesunken und exakt an der Stelle gestorben sein, an der auch sein Bruder – durch seine Hand – sein Leben verloren hatte.
Eine schöne Geschichte, die Rüdiger, der Gästeführer, uns da augenzwinkernd erzählt. Gemeinsam gehen wir durch den Tunnel – und über weitere 40 Stufen – zur Felsenkirche.
Die kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Ins Auge fällt sofort das dreiteilige Altarbild, ein Triptychon, das die Passionsgeschichte erzählt. Erschaffen wurde es bereits im 14. Jahrhundert und zeigt in Bildern die Verurteilung, Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Bis Anfang des 16. Jahrhunderts soll es in der Felskirche gehangen habe. Dann kam die Reformation und mit der Übersetzung der Bibel ins deutsche brauchte man die Erzählung durch Bilder nicht mehr – meinte zumindest Martin Luther. Das Triptychon verschwand in einer Abstellkammer bis es von einem Kunsthistoriker wiederentdeckt wurde.
Ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammen Altar und Taufstein, ebenfalls beeindruckend die Grabplatte des Ritters Philipp II. von Daun-Oberstein (1394-1432) sowie die Apostelbilder, die wohl aus dem 17. Jahrhundert stammen. Von den alten spätgotischen Glasfenstern gibt es nur noch Fragmente, die Originale wurde von Felsstürzen zerstört. Trotz ihrer Schlichtheit weiß die Felsenkirche zu gefallen und unsere Gästeführer weiß viele kleine Anekdoten und persönliche Einschätzung zu erzählen. Irgendwann klettert er auf die Empore und zeigt uns den „Büßer“, einen hölzernen Kopf, der aus einer Seitentür herausspringt. Eine Besonderheit, ebenso wie das „Porträt“ des Baumeisters, der sich in einer Nische verewigt hat.
Seit Kurzem ist auch das herrliche Bergkristallkreuz wieder zu sehen; es wurde restauriert.
Der letzte Anstieg: es geht über weitere Stufen hoch zur Aussichtsterrasse am Glockenturm. Über und neben uns der nackte Fels, wir sind jetzt direkt in der Felsnische, in der die Kirche gebaut wurde. Wenig später genießen wir die fantastische Aussicht auf Idar-Oberstein.
Auf der Aussichtsterrasse, die eigentlich für Wartungsarbeiten am Glockenturm errichtet wurde, sind wir am höchsten Punkt der Felsenkirche angelangt. Der Blick vom Marktplatz auf die Kirche zeigt, wie weit oben wir sind …
Dann gehts zum Mittagessen. Auf dem offenen Feuer des „Spießbratenhaus“ drehen sich schon kulinarische Genüsse, die uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Wenig später haben wir gewählt: Spießbraten-Burger, Wildschweinbartwürste, einen Kloß von Tante Inge oder ein feines Entrecôte vom Spießbraten. Alles sehr lecker …
Die letzte Etappe führt uns auf kleinen kurvenreichen Straßen zur Rotenfels-Bastei. Die rund 1.200 Meter lange und gut 200 Meter hohe Steilwand ist vor 270 Millionen Jahren durch Vulkanismus entstanden und zeigt insbesondere in den Abendstunden ihre charakteristische Rotfärbung. Das Rotenfelsmassiv gilt als die höchste Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien.
Wir legen in der Gaststätte „Zur Bastei“ noch einen Kaffeestopp ein und genießen unter sich herbstlich färbenden Bäumen ein leckeres Stück Käsekuchen. Während sich alle anderen anschließend auf den Rückweg machen, laufe ich noch zur „Bastei“. Keine zehn Minuten durch den Wald – wenn ich schon mal da bin …
Erst mit Einbruch der Dunkelheit bin ich wieder zu Hause.
War – wieder einmal – ein schöner Tag mit vielen tollen Eindrücken. Danke an alle, die dabei waren.
FREITAG; 2.8.2024 – Ganz filigran trennt Ingo die überflüssige rote Folie ab. Ein Farbtupfer an den Handprotektoren hat noch gefehlt; jetzt ist die Folierung meiner weißen G/S perfekt.
Seit Jahren ärgere ich mich über einen verkratzte Tank. Der war gerade frisch lackiert, da packe ich meinen Tankrucksack drauf, ohne zu merken, dass die Magnete verschmutzt sind und so deutlich sichtbare Spuren in der weißen Farbe hinterlassen.
Folieren wäre vielleicht eine Idee, damit könnte ich auch einen farblichen Akzent setzen. Wie gut, dass Ingo sein Handwerk versteht. Morgens gebracht, sieht die alte G/S schon am Nachmittag aus wie neu – besser noch: wie ein ganz anderes Motorrad. Mir gefällt´s – vielen Dank.
Nachdem ich in der Vergangenheit vorwiegend auf meinem Facebook-Kanal über „meine“ Motorradtouren berichtet habe (https://www.facebook.com/kurvenfieber), werde ich nun wieder öfter auf meinem Blog (ww.kurvenfieber.blog) berichten. Werbung dafür mache ich jetzt ja …
Nach der nächsten Tour, die nach Norwegen führen wird, kommt dann die gelbe G/S zum Folieren. Ich bin sicher, dass Ingo auch da einige optische Akzente setzen wird.
SAMSTAG, 27.7.2024 – Wie kommt es, dass ein einsam im Spessart gelegenes Waldhaus den Namen „Engländer“ trägt? Dafür gibt es eine kuriose Erklärung:
„Schuld“ daran soll ein Förster aus dem Bayerischen Wald sein, dem im 18. Jahrhundert das Waldgebiet der Steigkoppe im Spessart zugeteilt worden war. Der kräftige Mann kehrte nach der Arbeit gern im Wirtshaus „Knöpphütte“ ein und prügelte sich dort häufig mit den Einheimischen. Die wollten es dem Förster irgendwann heimzahlen.
Eines Tages „besudelten“ sie ein Geländer aus Eichenplanken „auf niederste Art. Das war am Gipfelgrat aus Sicherheitsgründen angebracht worden, weil dort Gold und Eisenerz abgebaut wurde.
Als der betrunkene Förster über den Berg nach Hause wankte, stützte er sich nichtsahnend auf dem Geländer ab, bemerkte aber erst zu Hause, was ihm widerfahren war. Furchtbar wütend schrieb es in seiner ihm eigenen bayerischen Sprache an die für ihn zuständige Hofkammer in Mainz: „Sollt mer am ferschissnen Gländer oom am Berg a Hittn baun, dass mer di Lumpn besser im Aug bhaltn konn“.
Als das Kurfürstentum Mainz aufgelöst wurde und die Ländereien an Bayern übergingen, soll das Schreiben in die Hände von König Ludwig I gelangt sein. Da die Schrift zum Teil verwittert gewesen sein soll, las der König statt „sollt mer am ferschissnen Gländer oom am Berg a Hittn baun“ die Worte „am enGländer Hüttenbau“.
Bald darauf kam der König in den Spessart, suchte die Hütte und musste feststellen, dass diese nicht existierte. Daraufhin erteilte er sofort den Auftrag sie zu bauen. Am 16. August 1846 wurde „der Engländer“ von Ludwig I. und seiner Frau Therese von Sachsen-Hildburghausen eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg wurde „der Engländer“ zerstört und später wieder aufgebaut.
Es könnte aber auch sein, dass sich der Name „Engländer“ vom althochdeutschen Wort „Egelter“ ableitet. Das heißt so viel wie „Igelholz“. So wurden früher junge, im Wachstum zurückgebliebene Nadelbäume bezeichnet.
Wir haben „im Engländer“ unsere Kaffeepause während unserer Tagestour zur „Kartause Grünau“ eingelegt. Den Bericht findest Du hier:
SAMSTAG; 27.7.2024 – Sehr idyllisch und ein wenig versteckt am Rande des Kropfbachtals liegen die Ruinen des ehemaligen Kartäuserkloster Grünau. Als Kartause wird ein Kloster des Kartäuserordens bezeichnet. Die erste Kartause wurde im Jahr 1084 von Bruno von Köln und sechs seiner Gefährten in La Charteuse, einer einsamen Gebirgsgegend nahe Grenoble erreichtet. Von „Charteuse“ soll sich der Namen Kartause ableiten.
Kartäusermönche und Nonnen entsagen der Welt durch ein eremitisches Leben und der völligen Hingabe zu Gott. Bestehende Klöster sind für Andere nicht zugänglich. Auch das, was von der Kartause Grünau geblieben ist, kann nur von außen in Augenschein genommen werden. Grund hierfür ist aber die Baufälligkeit der noch bestehenden Gebäude.
272 Kartausen sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden, 22 davon bestehen noch heute – 17 Klöster für Mönche, fünf für Nonnnen.
Der Auftrag, das Kartause Grünau zu errichten, wurde am 15. März 1328 erteilt. Elisabeth von Hohenlohe stiftete das Kloster wohl aus Sühne, für einen von ihr verschuldeten Jagdunfall, bei dem ihr Ehemann, Gottfried von Hohenlohe-Röttingen, ums Leben gekommen war. gestorben war. Oder war es gar Mord? Auch davon ist in den Geschichtsbüchern zu lesen. Die Wahrheit wird sich nicht mehr herausfinden lassen …
Bis zu den Bauernkriegen entwickelte sich das Kloster prächtig. 1525 kam es zu Plünderungen der Bewohner umliegender Dörfer; die Mönche flohen. 20 Jahre später brauchte die Reformation einschneidende Veränderungen: die Familie der Grafen von Wertheim schloss sich 1545 den Lehren Luthers an und übernahm die Verwaltung von Grünau. 1557 kam es zur vollständigen Auflösung des Klosters und der Vertreibung des letzten Priors. Erst 1629 kehrten die Kartäusermönche zurück; mit einem kaiserlichen Schutzbrief vor der Auflösung geschützt. Der half nicht viel, als 1631 die Schweden und Gustav Adolf das Land eroberten. 1635 erfolgte die Wiedererrichtung als Kloster, das mit der Säkularisation 1803 schließlich aufgegeben wurde und zunehmend verfiel.
Vom einstigen Konventbau, der Klosterkirche, dem Refektorium oder den „Zellen“ der Mönche ist nichts mehr geblieben. Zu sehen sind noch die Ruinen des Prokuratiegebäude aus dem 17. Jahrhundert, Reste der Umfassungsmauer sowie des Hauptgebäudes und ein Gästehaus.
Hinzu kommt das Gasthaus, in dem sich vortrefflich speisen lässt, wie wir auf unserer Tagestour durch den Spessart feststellen konnten – den neuen Pächtern sei Dank 😉
SAMSTAG, 27.7.2024 – Die Wettervorhersage war grauselig. Hatte es vor drei Tagen noch nach einem Tag voller Sonnenschein ausgesehen, wurden nun ergiebige Regenschauer prognostiziert – und das den ganzen Tag lang, in unterschiedlichster Intensität …
Und so verwunderte es nicht, dass morgens um sieben die erste Absage auf dem Handy aufploppte: „Nicht böse sein, aber heute habe ich einfach keine Lust“, hieß es da; weitere Stornos sollten folgen“. Am Ende waren es vier Wagemutige von ursprünglich zehn Teilnehmern, die pünktlich um 9 Uhr am Treffpunkt standen. „Wird schon nicht so schlimm werden“, meinte Simon – und sollte Recht behalten.
Zwar waren die Straßen bis zur ersten Kaffeepause nass, aber es nieselte nur leicht. Gut gelaunt erreichten wir gegen 10:30 Uhr den „Engländer“. Die Frage, ob wir den Kaffee drinnen oder draußen trinken wollten, war schnell beantwortet: unterm Sonnenschirm war reichlich Platz und die Temperaturen waren mit 20 Grad angenehm.
Rührei mit Speck gab es auch. „Wenn weiterhin nicht viel los ist, haue ich Dir ein paar Eier in die Pfanne“, meinte der Chef – kurz darauf stand das „zweite Frühstück“ dampfend auf dem Tisch; herrlich.
Das Wetter wurde besser. Es nieselte kaum noch, teilweise waren die Straßen sogar trocken. Während des Fotospaziergangs rund um die Ruinen der Kartause schien sogar die Sonne, beim Mittagessen auch. Die Speisekarte war verlockend, das Essen lecker. Zwei Bratwürste vom Wild mit Saukraut waren mein Favorit; sehr lecker …
Den letzten Stopp wollten wir in der Eisdiele Sara in Mainhausen einlegen. Zehn Kilometer davor fing es zum ersten Mal richtig nass. Kurz darauf saßen wir im Trockenen und aßen Eis, während der Regen auf das breit aufgespannte Sonnensegel prasselte – irgendwie sehr entspannend. Peter war schon frühzeitig abgebogen, Stefan hatte noch einen Termin und auch Simon wollte gleich los. So blieben noch Hans-Friedrich und Wolfgang zum Ausklang der Tour.
Einen großen Waldbeerbecher und zwei Espressi später war ich allein. Der Regen hatte deutlich nachgelassen. Am Nebentisch unterhalten sich zwei Frauen, wie schwer es ist, in ihrem Alter noch einen Partner zu finden. „Sind alle weichgespült, es gibt einfach keine richtigen Männer mehr“, meinte die Eine, während die Andere zustimmend nickte.
Ich bestelle noch einen Milchkaffee und lasse den Tag Revue passieren, während ich die Bilder für meine Facebook-Seite sortiere. Wieder einmal hat es sich als richtig erwiesen, es trotz schlechter Wettervorhersage zu versuchen. Klar wären durchweg trockene Straßen und Sonnenschein schöner gewesen, aber so schlimm, wie vorhergesagt war es dann doch nicht. Ein bisschen Niesel, ein kräftiger Schauer – ansonsten viel Spaß und jede Menge tolle Straßen. Gut, dass wir uns getraut haben 😉
Wir haben den Routenverlauf in „Relive“ festgehalten. Wenn Du sehen möchtest, wo wir entlang gefahren sind und wie viele Höhenmeter wir dabei zurückgelegt haben, einfach auf den Link klicken:
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