Monatsarchiv: April 2025

Zu den Landungsstränden

NORMANDIE – Mi. 30.4.2025: Die Normandie: ein Land für Käseliebhaber! Unglaublich viele verschiedene Sorten finden sich am Frühstücksbuffet. Schade, dass irgendwann das Sättigungsgefühl einsetzt. Ich setze mich mit einem Cafe au lait noch einmal auf die Terrasse, bevor wir zu unserer heutigen Tagesetappe starten.

Die Landungsstrände von Omaha Beach sind unser erstes Ziel. Bis zum Abend des 6. Juni waren mehr als 155.000 alliierte Soldaten in der Normandie gelandet. Etwa 4.500 fielen am ersten Tag. in Omaha Beach allein 2.000. Unvorstellbar, wenn man heute bei Sonnenschein am Sandstrand steht und aufs Wasser schaut.

Nicht weit entfernt liegt der Naturpark „Maine“, eine Sumpflandschaft, durch die kleine Straßen führen. Bei der Zufahrt hatten wir rechter Hand ein Lokal mit kräftigem lila Anstrich entdeckt. Der Mittagsstopp hier erwies sich als Volltreffer.

Auf dem Rückweg zum Hotel legen wir noch einen Fotostopp an der Abtei von Hambye ein, bevor wir in Souleuvre en Bocage eine feine Patisserie zur Kaffeepause finden. Den Kuchen gibts auf die Hand, den Kaffee im Pappbecher – improvisieren ist angesagt.

Noch ein Tankstopp und wir sind wieder im Hotel. Die Normandie gefällt uns immer besser.

Entlang der Alabasterküste

NORMANDIE – Di. 29.4.2025: Kurz vorm Frühstück noch ein kleiner Bummel zum Hafen. Möwen kreischen, Wellen rauschen im Wind und unten am Strand stehen die Muschelsucher. Schöner könnte ein Morgen am Meer nicht beginnen.

Verschlafen auch der Friedhof von Varengeville-sur-mer der hoch oben auf einer der normannischen Steilküsten liegt. Der Blick aufs Wasser: beeindruckend. Ganz in der Nähe entdecken wir eine Bäckerei und gönnen uns zum zweiten Frühstück ein süßes Törtchen.

Wir fahren die Alabasterküste entlang und erreichen rechtzeitig zur Mittagszeit Veullettes-sur-mer. Auf der Strandpromenade laden mehrere Gaststätten zum Essen. Für uns ist gerade noch Platz. Peter bestellt sich eine Platte mit Meeresfrüchten; auch Charly versucht einer Muschel das Innere zu entlocken.

Nach einer Kaffeepause in Conteville erreichen wir Villers-sur-mer und überqueren den „Nullmeridian“. Hier teilen sich die Längengrade in Ost und West. Beim planen der Route und setzen der Wegpunkte war das eine Herausforderung, musste doch immer überprüft werden, ob die Koordinaten für Ziele östlich oder westlich des Meridians gelten.

Bei strahlendem Sonnenschein erreichen wir Caen; in einem Vorort am Rande der steht haben wir für die nächsten drei Tage unsere Übernachtungen gebucht.

Das erste Etappenziel: Treport

NORMANDIE – Mo. 28.4.2025: Es ist wie immer: mindestens ein Teilnehmer hat es aus unerklärlichen Gründen nicht geschafft, mit einem vollgetankten Motorrad zum ersten Hotel zu kommen. Und so machen wir uns des morgens auf die Suche – um feststellen, dass es an der Tanke nicht nur Sprit sondern auf Hanfprodukte (CBD) zu kaufen gibt …

Einen ersten Fotostopp legen wir an der Abtei von Saint-Georges de Broscherville ein, bevor wir bei Duclair das erste Mal mit der kostenlosen Fähre über die Seine fahren. Dicht gedrängt stehen wir mit unseren Motorrädern an Deck, direkt neben uns mehrere schwere Lastwagen. Am anderen Ufer lädt eine Brasserie zum Kaffeestopp. Solche Möglichkeiten sind in der Normandie sehr spärlich vorhanden, also nutzen wir sie.

Nach einem weiteren Fotostopp am Aussichtspunkt von Barneville-sur-Seine erreichen wir gegen Mittag Jumieges. Während die Teilnehmer die Zeit für ein leckeres Mittagessen nutzen, schaue ich mir die eindrucksvollen Ruinen der Abtei an. Kostet zwar 6 Euro Eintritt, lohnt sich aber.

Gegen Nachmittag legen wir im Wald von Eawy einen weiteren Halt ein. Hier hatte die deutsche Wehrmacht eine Abschussrampe für die V1 errichtet, um damit Ziele in England und Frankreich anzugreifen. Die Anlage ist recht weitläufig; ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle.

Zum Abendessen müssen wir ein Stück den Strand entlang laufen; das Hotel bietet „nur“ Übernachtung mit Frühstück. Ganz am Ende findet sich ein Pavillion, der hervorragende Küche bietet. Wir sitzen mit Blick auf den Sonnenuntergang direkt am Meer und genießen die Aussicht – sowie das Essen.

Erkundungstour

NORMANDIE – So. 27.4.2025: Der alte „Pestfriedhof“ in Rouen ist mein erstes Ziel am Sonntagmorgen. Der ist in dem Gewirr von Einbahnstraßen und Straßen, die nur von Anliegern befahren werden dürfen, garnicht so leicht zu finden. Zumal einige Brücken, die über die Seine an andere Ufer führen, gesperrt sind. „Aître Saint-Maclou“ ist ein sehr ungewöhnlicher Ort. Im 16. Jahrhundert wurden hier die Toten, die die Pest dahingerafft hatte, aus Platzmangel in Beinhausgalerien bestattet. Heute lädt im malerischen Innenhof ein Restaurant zum Essen ein – irgendwie makaber …

Sehr beeindruckend ist der anschließende Besuch der nahegelegenen Kirche „Saint-Maclou“. Bei einem kleinen Zitronentörtchen entspanne ich mich, bevor mich der Weg zur Abbaye Saint-Georges führt. In deren Schatten genieße ich nach ausgiebiger Fototour einen leckeren Kaffee. Anschließend geht es an die Seine. Über den Fluß führen immer wieder Fähren, die umsonst genutzt werden können. Nach dem Bau der ersten Brücken sollten die eigentlich ihren Betrieb einstellen. Aber nach dem lautstarken Protest der Bevölkerung fahren sie noch immer …

Ein Stück der Strecke, die wir am Montag fahren wollen, ist gesperrt. „Für Anlieger frei“ steht auf dem Schild – das würde vielleicht gehen. Da im Uferbereich gebaut wird, werden wir besser eine Alternativroute planen.

Bei Barneville-sur-Seine bietet sich ein herrlicher Blick auf den Fluss; die schmale Strecke dorthin ist ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer aus der Region.

Als ich kurz nach 18:00 Uhr wieder im Hotel ankomme, sind die ersten Teilnehmer schon da. Morgen werden wir gemeinsam in die Normandie starten.

Auf dem Weg in die Normandie

NORMANDIE – Sa. 26.4.2025: Vor zwölf Jahren waren wir in der Bretagne, diesmal geht es in die Normandie. Wie so oft, mache ich mich schon einen Tag früher auf den Weg und reise bereits am Samstag an. Mit dem Ducato geht es entspannt über die Autobahn, die in Frankreich stellenweise mautpflichtig ist. Einen Vorteil hat das: die „autoroute“ ist ziemlich leer.

In Rouen angekommen die erste Überraschung: der 2,60 Meter hohe Ducato dürfte nicht durch die 2,50 Meter hohe Durchfahrt zum Parkplatz passen. Und dabei hatte ich extra gefragt … Letztlich findet sich ein Plätzchen für den Transporter.

Den Abend nutze ich für einen ausgiebigen Bummel durch die Stadt – mit Blick auf die Kathedrale, den Uhrenturm und den Platz, auf dem Jean d´Arc einst auf dem Scheiterhaufen hingerichtet worden sein soll.