„Wir müssen unsere Ressourcen gezielt für die Entwicklung neuer und verbesserter Lösungen einsetzen, um den veränderten Anforderungen unserer Community gerecht zu werden“. Zum 15. September wird TomTom die NavigationsApp „GoRide“ abschalten und versucht dies mit blumigen Worten zu rechtfertigen. „Die Einstellung von GORide ermöglicht es uns, erweiterte Funktionen für andere Projekte einzuführen, das allgemeine Benutzererlebnis zu verbessern und den Wert unseres Angebots zu erhöhen“, heißt es auf der Website weiter zur Begründung.

Leider ist dem nicht so. Denn die derzeit als Alternative empfohlene App „AmiGO“ ist bei weitem nicht so leistungsstark. Ihr fehlt ein ein ganz entscheidendes „Werkzeug“: die Möglichkeit Tracks unkompliziert in Routen umzuwandeln.
Das war für mich die große Stärke von „GO Ride“: eine detailliert geplante Route, die in einen Track umgewandelt war, zu laden und die Gewissheit zu haben, mit dem Handy über genau die Straßen zum Ziel navigiert zu werden, die man sich ausgesucht hatte. Völlig unkompliziert in der Handhabung und überzeugend in der Darstellung.
Das in Zukunft nicht mehr zu können, verbessert für mich nicht das Nutzererlebnis und erhöht auch nicht das Angebot, wie man es mir weiszumachen versucht. Das ist einfach nur enttäuschend und schade …
Ärgerlich ist, dass TomTom die App nicht nur aus dem Store nimmt sondern Mitte September auch den Server abschaltet. Rien ne va plus – nichts geht mehr. Auch Jene, die GO Ride schon auf dem Handy installiert haben, können die App dann nicht mehr nutzen.
Eine nachvollziehbare Begründung gibt es für mich nicht. War der Umfang für eine kostenlose App zu groß? Haben sich die Nutzerzahlen für die kostenpflichtige NavigationsApp „TomTom Go“ dadurch nicht wie erhofft weiterentwickelt? Hätte es nicht Alternativen gegeben – für Bestandskunden oder in dem man die App kostenpflichtig macht?
Ich werde die App „GO Ride“ schmerzlich vermissen. Insbesondere, da TomTom (bislang) keine weitere NavigationsApp im Angebot hat, die Tracks problemlos in Routen umwandelt. Schade …
„AmiGO“ ist schön, keine Frage. Ein ansprechendes Kartenbild, die Anzeige von gefahrener und erlaubter Geschwindigkeit mit Warnhinweis bei Überschreitung, abschaltbare Blitzer-Warnung, klare Abbiegehinweise sowie durch Visualisierung von zähfließendem Verkehr, Staus und Baustellen überzeugen. Ebenso die Optionen, die zu fahrende Strecke schnell, kurz, im eco-Modus oder kurvenreich zurückzulegen. „Wir sind überzeugt, dass diese Funktionen ein wertvolles Fahrerlebnis bieten, obwohl es nicht möglich ist, Routen in AmiGO zu importieren“, findet TomTom. Wer es, wie ich, geschätzt hat, mit „GORide“ Tracks in Routen umzuwandeln, findet das nicht; für mich ist „AmiGO“ – vor diesem Hintergrund – leider keine überzeugende Alternative.

Dass tolle Apps, die häufig über ein Alleinstellungsmerkmal verfügen, einfach so vom Markt genommen werden, ist unverständlich. Navigon ist da vor Jahren mit seiner „Cruiser-App“ mit ganz schlechtem Beispiel vorangegangen. TomTom macht es jetzt nicht besser; leider. Ich fürchte, dass die versprochenen Innovationen, die durch Einstellung der App „GoRide“ nun möglich werden sollen, auf sich Warten lassen werden.
„Versöhnt“ werde ich mit TomTom erst sein, wenn eine App mir wieder die Möglichkeit eröffnet, Tracks in Routen zu verwandeln. Für diese Funktion bin ich gerne bereit etwas zu zahlen. Nur hätte ich sie möglichst schnell gerne wieder. Wunschdenken?































































































































































































































































































































































































































