Zurück in den Süden

MONTAG, 19.7.2024 – So langsam neigt sich unsere Norwegenreise dem Ende zu – leider. Die Koffer sind gepackt, nachdem wir noch ein Gruppenbild gemacht haben, kann es losgehen.

Auch wenn eine Fahrt über den Trollstign derzeit aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, wollen wir doch zumindest einen Blick auf die Felswand werfen, die so steil in den Himmel ragt, dass einst nur Trolle sie überwinden konnten – bis eine spektakuläre Straße gebaut wurde. Die windet sich in elf steilen Haarnadelkurven hinunter ins Romsdalen.

Wenig später legen wir einen kurzen Fotostopp am „Trollveggen“ ein, der mit 1.000 Metern Höhe höchste senkrechte und teils überhängende Bergwand Europas. Hier in den „Romsdalsalpen“ begann die Geschichte des Bergsteigens in Skandinavien.

Beim Blick auf den auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegenden Gipfel des Romsdalshorn – 1.555 Meter hoch – entdecken wir ein Wohnmobil, das auf dem Anhänger mitnimmt, was mitzunehmen ist …

Auf den nächsten Kilometern haben wir die in Richtung Süden verlaufende Europastraße ganz für uns alleine und können so ganz ungestört den Blick auf mächtige Berge links und rechts der E136 genießen. Die wilde Rauma begleitet uns ein Stück des Wege und zwängt sich wenig später durch eine enge Schlucht. Auch hier am „Slettafossen“ legen wir einen kurzen Fotostopp ein – und werfen einen Blick in den nahegelegenen „Tourishop“ …

Die nächstgelegene Tanke muss für den Kaffeestopp herhalten. Gaststätten, so wie wir sie kennen, gibt es in Norwegen nur selten. Meist fungieren Tankstellen als Café, Supermarkt und Burger-Braterei.

Nach einem Hamburger ist mir heute Morgen zum zweiten Frühstück nicht. Auf meine Frage, ob sie nicht auch was Süßes habe, bietet mir die Verkäuferin einen „Svele“ an – eine Art Pancake mit Zucker oder Brunost, dem typischen karamellisierten Käse Norwegens. Ich entscheide mich für letzteren …

Nach gut 100 Kilometern Europastraße, auf der wir stur nicht schneller als 80 km/h fahren durften, bietet sich die willkommene Gelegenheit, auf schmale kurvenreiche Nebenstrecken auszuweichen. Die führen uns direkt zur „Bakeri & Konditori Ødegaarden“ nach Otta. Für alle, die es etwas herzhaft mögen, gibt es belegt Brötchen, ansonsten viele süße Leckereien wie beispielsweise „Verdens beste – norges nasjonalkake“.

Bald darauf erreichen wir den Peer-Gynt-Weg, ein faszinierendes Natursträßchen, das sich über viele Kilometer in gut 1.000 Metern Höhe durch eine faszinierende Natur schlängelt.

Statt Kuchen gibt es am Nachmittag „pølser“, eine Art Hotdog und typischer Snack für zwischendurch, den ich auf unserer Reise schon mehrfach gegessen aber noch nicht fotografiert habe …

Im Hotel angekommen, genieße ich einen leckeren Kaffee auf der schönen Terrasse und lasse die Erlebnisse der vergangenen Tage ein wenig sacken. Als ich unter die Dusche springe, trifft Stefan mit seiner Gruppe ein. Sie haben heute noch einmal eine schöne große, fast 380 Kilometer lange Runde hingelegt – und alle, die dabei waren, haben leuchtende Augen.

Wir genießen das Abendessen und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Morgen geht’s auf direktem Weg nach Oslo. Spätestens um 12 Uhr müssen wir am Fährhafen sein und dazu einmal quer durch die Stadt …

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