Einmal quer durch Dänemark

SONNTAG, 11.8.2024 – „Fahrt am Kreisel geradeaus und dann unter der Hochbrücke gleich links, dann kommt Ihr direkt zur Schwebefähre“, erklärt und der Wirt vom „Schollers“. Es sind die kleinen Besonderheiten, die unsere Reise zu einem einmaligen Erlebnis machen.

Um acht Uhr sitzen wir zusammen beim Frühstück, um neun Uhr soll es losgehen. Zuvor muss aber noch ein Blinker repariert und ein herausgesprungenes Visier wieder montiert werden. Dann folgt die nächste „Herausforderung“: den Weg zur Schwebefähre finden.

Mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals, der am 18. Juni 1895 eingeweiht worden war, büßte die Gemeinde Osterrönfeld die direkte Verbindung nach Rendsburg ein. Gelöst wurde dieses Manko, indem unter eine bereits vorhandene Eisenbahnbrücke eine Schwebefähre „eingehängt“ wurde.

Vier 35 Meter lange Trageseile und acht gekreuzte Versteifungsseile halten die 14 Meter lange und sechs Meter breite Fähre an einem Fährwagen. Dieser hängt unter der Hoch­brücke und wird mit vier Motoren angetrieben. Mit Müh und Not haben unsere 14 Motorräder auf die Plattform gepasst – und nach gut eineinhalb Minuten Fahrt waren wir auf der anderen Seite.

Geplant war dieser „Abstecher“ nicht. Die Schwebefähre hatten wir des Abends durch Zufall entdeckt und morgens spontan beschlossen: damit müssen wir fahren – zumal es davon weltweit nur acht Stück geben soll.

Kurz darauf sind wir auf der Autobahn Richtung Flensburg. Die Grenze zu Dänemark passieren wir ohne Kontrollen. Maximal 130 km/h sind nun erlaubt, dich über weite Strecken liegt das Tempolimit auf der Autobahn bei maximal 110 km/h.

Nahe Christiansfeld legen wir in einem wunderschönen Kro die erste Kaffeepause ein. Wir sitzen im Grünen und genießen die süßen (mit Aprikosenmarmelade gefüllten) Kringel, die uns ebenfalls „kredenzt“ werden.

Dann heißt es: noch einmal rauf auf die Piste, wir müssen „Meter machen“, wollen wir gegen Abend stressfreie das nächste Hotel in Hirtshals erreichen. Pünktlich um eins rollen wir auf dem Parkplatz von „Jensens Bøfhus“ aus – einem Steakhaus, in dem es auch leckere Burger gibt. Der „Beastburger“ hatte es mir angetan – voll lecker.

Nach dem Essen wechseln wir auf die Landstraße, fahren durch herrliche Wälder und eine leicht hügelige Landschaft. Obwohl nicht mehr als 80 km/h erlaubt sind, kommen wir gut voran. Das Landschaftsbild wandelt sich. Jetzt „durchqueren“ wir endlose Kornfelder, die oft bis zum Horizont reichen.

Ein Golfplatz ist das nächste Ziel, besser gesagt: das dortige Café. Zudem gibt es leckeren Apfelkuchen – Volltreffer 😉

Die letzten 70 Kilometer „segeln“ wir hart am Wind, der kräftig aus Richtung Westen bläst. Kurz nach sechs sind wir im Hotel. Schnell die Koffer ausladen und dann ab unter die Dusche.

Das Abendessen weiß zu begeistern, der Sonnenuntergang, den wir vom Panoramarestaurant aus genießen, auch.

War wieder ein schöner Tag heute. Morgen früh geht’s mit der Fähre nach Kristiansand. Dann sind wir endlich in Norwegen …

2 Antworten zu “Einmal quer durch Dänemark

  1. Lieber Uwe,

    Wir verfolgen eure Reise im Blog, der Start war schon gelungen, weiter so, viele Tourenkilometer, schöne Tage, viele Erlebnisse, und gutes Wetter, wir waren im Juni teilweise auf dieser Strecke unterwegs mit dem Womo,

    Grüße an alle Tourenfahrer, genießt die Tage, mit Grüßen aus Wächtersbach

    Wolfgang u. Karin

  2. Tolle Bilder!

    Habe die ganze Norwegenreise virtuell begleitet; eindrucksvolle Landschaften.

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