Monatsarchiv: Juli 2010

Nach Eisenach bei tropischer Hitze

vhs-Tour Thüringer Wald
Samstag, 10. Juli 2010

Kurz vor neun Uhr sind alle da. Vom Rasthof Wetterau aus starten wir zu unserer Wochenendtour in den Thüringer Wald. Nachdem wir in den vergangenen Jahren immer nur Tagestouren für die Volkshochschule des Main-Taunus-Kreises angeboten haben, wollten wir nun etwas länger unterwegs sein. 12 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer fanden das eine tolle Idee – und schon ging´s los.

Auf der Autobahn blieben wir nur für wenige Kilometer. Schon bei Butzbach verließen wir die A5 und fuhren zunächst in Richtung Schotten. Nach einer kurzen (halben) Runde auf der alten, legendären Bergrennstrecke war „Schloß Eisenbach“ nahe Lauterbach unser erstes Ziel. Im Schatten knorriger Bäume legten wir eine kleine Kaffeepause ein.

Auf kleinen Nebenstraße durch die Rhön fahrend, erreichten wir kurz vor Mittag „Point Alpha“. Hier standen sich zu Zeiten des „Kalten Krieges“ russische und amerikanische Truppen in Sichtweite gegenüber. Der Westen vermutete, dass – sollte es zu einem Angriff der UdSSR kommen – der „Durchmarsch“ hier erfolgen würde. Heute erinnert daran ein sehenswertes Dokumentationszentrum.

Wir machen ein paar Fotos und fahren den Berg hinab ins thüringische Geisa, um im „Gasthaus zur Linde“ zu Mittag zu essen. Eigentlich wollten wir im Anschluß noch einen Fotostopp an der „Friedensbrücke“ in Vacha machen. Doch es ist viel zu heiß und so belassen wir es beim einem kurzen Blick zu jenem historischen Bauwerk, das von der damaligen DDR seinerzeit konsequent abgeriegelt worden war. Wer genau hinschaute, entdeckte im Vorbeifahren auch noch Reste der Mauer, die aber scheinbar immer mehr dem Verfall preisgegeben wird. Schade eigentlich.

So langsam erreichen wir den Thüringer Wald. Wenn die Straße im Schatten der Bäume verläuft, ist es auszuhalten. Zudem gewinnen wir langsam an Höhe, die wirklich kühl wird es nicht. Da, wo die Straße dem Sonnenschein ausgesetzt ist, wird der Asphalt langsam flüssig, so dass wir noch vorsichtiger als sonst fahren.

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Rennsteighof. „Hier gibt es riesige Windbeutel“, hatte Annette gesagt – und sollte Recht behalten. Während wir uns bei Kaffee und leckerem Gebäck entspannen, schraubt Werner an seiner Suzuki. Urplötzlich war der Motor abgestorben. Geradeso kam er noch auf den Parkplatz. Spritmangel? Es wird zwar langsam Zeit zum Tanken, aber noch scheint genügend Benzin im Tank zu sein.

Nach der Kaffeepause läuft die Suzuki wieder – aber nur kurz. Nach wenigen hundert Metern stehen wir wieder. Wieder wird geschraubt, wieder läuft die Suzi und muckt jetzt nur noch zweimal kurz bis zur Tankstelle. 20 Minuten später haben wir den Glockenhof in Eisenach erreicht; hier wollen wir übernachten.

Frisch geduscht sitzen wir um 18 Uhr im Biergarten und warten auf Heike Kleff, den Stadtführer mit den roten Schuhen. Gut eineinhalb Stunden lang will er uns Eisenach zeigen und dessen Geschichte erzählen. Ein kurzweiliges Unterfangen, das schließlich im „Storchennest“ endet, einem schönen Biergarten, in dem wir zu Abend essen wollen. Fußball gibt es hier (glücklicherweise) keinen, aber wann immer von den umliegenden Plätzen laute Jubelrufe erschallen, klingen bei uns am Tisch die Handys und die Daheimgebliebenen unterrichten uns über den aktuellen Spielstand. Das entscheidende 3:2 erleben wir schließlich noch live beim „public viewing“ auf einem der vielen Plätze. Dann geht es müde, aber satt und zufrieden ins Bett.

Ein schöner erster Tage geht zu Ende. Morgen wollen wir über Oberhof so langsam wieder zurück in die Heimat fahren. Bei wahrscheinlich ähnlich heißen Temperaturen wie heute.

Ein kleines Problem

Am Samstag geht´s mit einer kleinen Gruppe an Motorradfahrern in den Thüringer Wald. Point Alpha und die Friedensbrücke von Vacha werden zwei Punkte sein, die wir unterwegs ansteuern wollen, bevor wir am frühen Abend Eisenach erreichen. Zuvor müssen wir jedoch noch einen Stopp im Rennsteighof einlegen, gibt es hier doch – auf Empfehlung von Annette – riesige Windbeutel, die probiert werden wollen.

Für den Abend haben wir dann eine Stadtführung durch Eisenbach geplant, die gegen 20:30 Uhr zu Ende sein soll. Am Sonntag geht´s dann gemütlich wieder zurück nach Hause, um rechtzeitig zum Endspiel frisch geduscht auf dem Sofa sitzen zu können.

So der Plan, der irgendwie zur Grundlage hatte, dass Deutschland im Finale stehen wird. Und nun?

Vielleicht mag ja keiner mehr das Spiel im den dritten Platz sehen? Oder im Biergarten, im dem wir zu Abend essen wollen, gibt´s eine große Leinwand. Oder …

Irgendeine Lösung werden wir schon finden. Komisch, dass an diese Variante so gar niemand gedacht hat.